Lohgrundweg, Aulofen
Lohgrundweg, südliche Giebelwand
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Hochtaunuskreis
Friedrichsdorf
Seulberg
  • Lohgrundweg (Schleidweg)
Aulofen
Flur: 28
Flurstück: 52/1

Der älteste Beleg für die Existenz eines Brennofens für die Häfner in Seulberg stammt aus dem Jahr 1634 und betrifft einen „aueloffen vor der Underpforden“. Weitere Nachrichten besagen, dass während der Blütezeit des Handwerks im 18. Jahrhundert zwei Öfen in Betrieb gewesen waren, die unter der Bezeichnung unterster bzw. oberster Ofen liefen. Der Obere war bereits 1793 verkauft und durch ein Schäferhaus der herrschaftlichen Meierei ersetzt worden. Der Untere bestand bis 1821 und wurde vermutlich gleichzeitig mit dem dortigen Tor entfernt. Die Wiedererrichtung dieses Ofens erfolgte nun aufgrund der mittlerweile verschärften feuerpolizeilichen Auflagen in sicherer Entfernung vom Ortskern. Von Seiten der Landesregierung war zunächst ein Platz am Morr in südlicher Randlage vorgeschlagen worden. Die Zunft hingegen entschied sich, wohl vornehmlich aus praktischen Gründen, für den Standort am Schleidweg, stellte dieser doch die direkte Verbindung zu den am Spieß (bei Friedrichsdorf) befindlichen Tongruben dar. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren die dortigen Vorkommen allerdings erschöpft und die traditionsreiche Seulberger Häfnerei am Ende ihrer Produktion angekommen.

Nach dem letzten Brand im Jahr 1847, wurde der stillgelegte Aulofen 1873 durch Baurat Louis Jacobi, damals Leiter der Grabungen auf dem Gelände der Hunburg, untersucht – die Publikation der Ergebnisse erfolgte 1877 durch August von Cohausen. Besonderes Interesse rief der eigentliche Ofen hervor, der über einem quadratischen Grundriss (1,80 m x 1,80 m ) stand und an die östliche Seitenwand herangerückt war. Er wurde damals zwecks Innenbe­gutachtung aufgebrochen und damit zerstört. Seine Gewölbekonstruktion bestand aus Kränzen ineinander gesteckter Töpfe mit Spiralreliefierung, einer zwar bekannten, in ihrer Zweckbestimmung bis dahin jedoch nicht geklärten Gefäßform. Der 1926 in der Dreieichenhainer Burg aufgefundene, spätromanische Brennofen, dessen Gewölbe ebenfalls aus Wölbtöpfen dieses Typs erbaut war, bestätigte die Vermutung, dass diese Art des Ofenbaus auf einer Jahrhunderte alten Tradition beruht. Eines der Bogensegmente vom Seulberger Aulofen wurde bei dessen endgültigem Abbruch 1877 geborgen und nebst einer blauglasierten Kachel und einer Dachspitze zur Erinnerung an die ursprüngliche Funktion des Gebäudes in die südliche, in Backstein aufgemauerte Giebelwand eingelassen.Der Außenbau des Seulberger Aulofens (Höhe 2,75 m / Breite 4,50 m / Länge 12,50 m) besteht aus einer über einem Quarzitsockel errichteten, eingeschossigen und fensterlosen Fachwerkkonstruktion mit Satteldach. Die Südseite – wie oben beschrieben – erneuert; die ehemals schmalere Eingang der nördlichen Seite durch ein weites Tor ersetzt (Zapfenlöcher an den Eckpfosten). Die Gefache der jeweils dreizonig angelegten Traufseiten mit Backsteinen ausgefacht. Es wird angenommen, dass bei Errichtung des Aulofens altes Baumaterial wiederverwendet wurde. Hinweis darauf ist nicht zuletzt der beidseitig vorhandene Stoß in der Schwelle.


Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.

Legende:

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Kulturdenkmal (Grünfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG
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