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Main-Kinzig
Hanau
Großauheim
  • Gesamtanlage Historischer Ortskern Großauheim
Gesamtanlage

Zugehörige Straßen und Plätze

Alte Langgasse (vollständig)

Borngasse (2, 4, 6, 8, 10 und 3, 5, 7)

Haggasse (vollständig)

Hainal (1-11, ungerade Zahlen)

Hauptstraße 1-35, 2-50

Hintergasse (vollständig)

Hugo-Wenniger-Straße 2/2a

Krotzenburger Straße (2, 4, 4a, 6 uns 1-15)

Leinpfad von Woerthwiese bis Auheimer Brücke

Paulsgasse (vollständig)

Pfarrgasse (vollständig)

Rochusplatz (vollständig)

Sackgasse (vollständig)

Schäfergasse (vollständig)

Taubengasse (vollständig)

Die weitläufige, direkt am Main gelegene Gesamtanlage erfasst Grossauheim in seinen Grenzen bis etwa 1850. Einbezogen ist die gesamte Alte Langgasse als Hauptachse des mittelalterlichen Ortes und die bis weit in das 18. Jahrhundert hinein seine Außengrenzen umschreibenden Gassen ‚Haggasse'' und ‚Hintergasse'', die eine Art Bering um den Ortskern ausbildeten. Diesen Bering kreuzte die Mittlere Maingasse, die wiederum den einzigen Zugang Grossauheims, die Pforte, mit dem südlich verlaufenden Main verband.

Innerhalb der Grenzen dieses ältesten Siedlungskerns dominiert Fachwerk das Areal, überragt vom massiven Kirchturm der katholischen Pfarrkirche an der Alten Langgasse (Nr. 13). Die durchweg ein- bis zweigeschossigen Fachwerkbauten zeigen sich fast ausnahmslos giebelständig zur Straße hin orientiert, seitlich begleitet von einem zur Straße hin abgeschrankten Hof, der das Wohnhaus zumeist noch auf der Rückseite umfängt (Alte Langgasse 9, 14, 15, 29; Haggasse 5/5a, 16, 31; Hintergasse 1/3, 5, 16, 17). Historische Nebengebäude haben sich aufgrund der begehrten Wohnplätze in diesem Areal auffallend selten erhalten, so beispielsweise auf der von Bruchsteinmauern umgebenen Parzelle Hintergasse 11.

Von den giebelständigen Fachwerkbauten setzt sich allein die Schulinsel aufgrund ihrer Massivbauweise, den umlaufenden Schulhöfen und ihren Proportionen ab, auch wenn ihre zugehörigen Bauten die Abmessungen der katholischen Kirche nicht erreichten; daüber hinaus ist Massivbauweise nur äußerst sporadisch (Haggasse 3, 7, 9, 11, 21, 24a; Hintergasse 9; Mittlere Maingasse 2a, 3, 4, 7) und vor allem im nördlichen Bereich der Alten Langgasse zu registrieren (Nrn. 16, 17, 18, 20, 22, 27, 29, 34, 34a, 41).

Den Außenbereich der Gesamtanlage bilden die Ortserweiterungen des 18. und 19. Jahrhunderts, unter denen die seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts kontinuierlich bebaute Hauptstrasse (alte Dettinger Straße) die bedeutendste darstellt: Noch heute begleiten zumeist zweigeschossige sowie traufständige Putzbauten die Straße, deren historische Bausubstanz vornehmlich im Erdgeschossbereich erhebliche Störungen (Umbauten zu Ladenlokalen) hinnehmen musste (Nrn. 6, 8, 13, 14, 15, 17, 19, 20, 22, 23, 24, 25, 26, 30a, 46). Die kurzen, rechtwinklig auf die Hauptstrasse stoßenden Straßenzüge Born- und Paulsgasse entstanden um 1835 und wurden Standort bescheidener eingeschossiger sowie paralleler Fachwerkbauten mit gebäudeparallelen Hofräumen (Borngasse 3, 5, 7; Paulsgasse 3, 5). Einen Einblick in die jüngste Siedlungsgeschichte dokumentiert der Rochusplatz, ein Dreiecksplatz an der Ausfallstraße nach Norden, den früher eingeschossige Fachwerkbauten umstanden: Einst außerhalb des Ortes gelegen, diente er als Standort der Rochuskapelle zugleich auch als Andachtsort bei Prozessionen. Nach Abriss der Kapelle 1831 und der Ausdehnung Grossauheims bis zur Rochusstraße wichen auch hier die Fachwerkbauten nach und nach zwei- bis dreigeschossigen massiven Wohnhäusern, von denen sich einige bis heute erhielten (z.B. Rochusstraße 1, 3); seit 1937 präsentiert sich der einstige Kapellenstandort als gepflegte Grünanlage.

Besondere Beachtung verdient der Großauheimer Leinpfad als Zeugnis der ältesten Schifffahrt auf dem Main: Um die in früheren Zeiten motorlosen Schiffe gegen die Strömung mainaufwärts oder im Sommer in seichten Gewässern auch mainabwärts bewegen zu können, wurde auf der nördlichen, kurhessischen Seite ein Pfad angelegt, auf denen die über Seile mit dem Mainschiff verbundenen Zugpferde geführt werden konnten. Wie die Quellen belegen, wurde der Grossauheimer Leinpfad erst 1824 gepflastert, durch damals privat genutztes Land weiterführt und zugleich von nachgepflanzten Weidensetzungen begleitet. Nach mündlicher Überlieferung war der Leinpfad bis vier Meter breit und vermutlich mit Feldsteinen ausgelegt, damit das Seil ungehindert zum Mainschiff geführt werden konnte; Teile dieses Leinpfades blieben möglicherweise südlich Großauheims erhalten, wo sich flächenweise verlegte Basaltquader (10 x 20 x 20 Zentimeter), Kiesel und hochkant versetzte Basaltbruchsteine erhielten. Nach der Umnutzung als Spazierweg hätte sich neben dem Leinpfad bald ein Fußpfad entwickelt, während der historische Weg nach und nach verwilderte; erst 1932 wurde der teilweise überwachsene historische Leinpfad wieder freigelegt. Heute begleiten teilweise recht stattliche Linden den Weg im Großauheimer Ortsbereich, die offensichtlich erst nach dem Bedeutungsverlust des Treidelns und der Umwidmung des Leinpfades zur Promenade gepflanzt worden sind; besonders alte Exemplare von bis zu 1,50 Metern Umfang begleiten beispielsweise die Grünanlage am Hainal, 21 weitere (Stammumfang bis zu einem Meter) den Leinpfad ab der Höhe Alte Langgasse 22.

Seit der Jahrhundertwende erhebt sich die Paulskirche direkt am Leinpfad über dem Main und bestimmt mit ihren imposanten Baukörper die mainseitige Silhouette des alten Ortskerns. Sie wurde daher wie auch das um 1930 errichtete Ehrenmal und die Villa Pilgerstraße 1, deren aus Basaltbruchsteinen geschichtete Stützmauern zum Main bautechnisch mit denen der Paulskirche harmonieren und insofern mit ihr eine städtebauliche Einheit bilden, in den Bereich der Gesamtanlage mit einbezogen.

Die an die die Gesamtanlage grenzenden Mainwiesen genießen ebenfalls denkmalpflegerisches Interessen, da sie als natürlicher Freiraum und den Leinpfad bgleitendes Grün die imposante Silhouette des Ortes unterstreichen und zugleich verdeutlichen, dass sie als frei belassene Grünzone das freie Führen der Seile und damit Treideln der Mainschiffe erst ermöglichten.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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