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Main-Kinzig
Hanau
Kesselstadt
  • Gesamtanlage Historischer Ortskern Kesselstadt mit Schloss und Schlosspark Philippsruhe (Sachgesamtheit) und dem historischen Damm Philippsruher Allee
Gesamtanlage

zugehörige Straßen, Plätze und Bauten:

Alexanderstraße (vollständig)

Am tiefen Weg (vollständig)

An der Friedenskirche (vollständig)

Ankergasse (vollständig)

August-Seibel-Straße (vollständig)

Bienenstraße (vollständig)

Castellstraße 19, 28

Friedhofstraße (vollständig)

Jakob-Rullmann-Straße 2-22 (gerade Zahlen), 1-41 (ungerade Zahlen)

Kastanienallee 12-44 (gerade Zahlen)

Leinpfad (entlang Schloss Philippsruhe)

Mittelstraße (vollständig)

Pfarrer-Hufnagel-Straße 1-23 (ungerade Zahlen), 2

Philippsruher Allee 26-50 (gerade Zahlen), 27-43 (ungerade Zahlen), Schloss und Schlosspark Philippsruhe

Reinhardskirchplatz (vollständig)

Remisenweg (vollständig)

Schwanengasse (vollständig)

Wilhelm-Ziegler-Straße (vollständig)

Die Gesamtanlage des alten Ortskerns Kesselstadts umfasst die Fläche des teilweise auf den Strukturen des älteren römischen Kastells gewachsenen Weilers als auch die Grundfläche des ab 1696 ausgebauten Schlossgartens mitsamt des Schlosses Philippsruhe; miteinbezogen wurde weiterhin die auf das Schloss zuführende Philippsruher Allee mitsamt der anliegenden, zumeist repräsentativ bebauten Parzellen als auch der die Allee begleitende Leinpfad.

Innerer Ortskern: Bis etwa 1730/40 bildete die Mittelstraße die Hauptachse des historischen Ortskerns, dessen Fläche die heutige Pfarrer-Hufnagel-Straße im Osten und die Jakob-Rullmann-Straße (Am Tiefen Weg) im Norden begrenzt. Die einbeschriebenen Straßen und Gassen erhielten sich bis heute in ihrem damaligen Bestand - nur vereinzelt wurde der Straßenverlauf geringfügig verlagert (Am Tiefen Weg) oder eine neue Straße angelegt (Wilhelm-Ziegler-Straße). Eine einheitliche Bauweise ist für den historischen Ort Kesselstadt jedoch nicht festzustellen; vielmehr wechseln verputzte und unverputzte, trauf- und giebelständige Fachwerkbauten mit einzelnen Massivbauten ab, unter denen die stattlichsten dem gräflichen Umfeld zuzuordnen sind.

Die noch heute sowohl von Fachwerkbauten (z.B. Nrn. 4, 7, 9, 10, 12, 18, 22, 26, 30, 34, 36, 38, 42, 44) als auch von massiven Wohnhäusern (Nrn. 1, 5, 6, 8, 13, 15, 22a, 28) gesäumte Mittelstraße umgrenzte vermutlich die funktionale Mitte des historischen Kesselstadt, das mit Schiffsanleger und Warenstapelplatz ursprünglich deutlich stärker als heute auf den Main hin ausgerichtet war; hier wurde beispielsweise auf der Fläche des frühmittelalterlichen Hofguts und in unmittelbarer Nähe zum Main die älteste, heute durch Pflasterung hervorgehobene Kirche des Ortes errichtet (Saalkirche, um 1000, Philippsruher Allee 48), in deren Nachbarschaft sich nachweislich der Warenstapelplatz an der heutigen Philippsruher Allee befand; die Zollstelle wurde hingegen am Kleinen Main erbaut. Bis heute prägen die Mittelstraße die an ihrem westlichen Ende erstellte gräfliche Remise mit zugehörigem Wagenhof (1727; Umfriedung erhalten; Mittelstraße 19/21) als auch das 1879 zum Schulhaus ausgebaute ehemalige Hofhaus der Domänenverwaltung (Mittelstraße 13).

Auch an der parallel verlaufenden und ebenfalls auf das Schloss zuführenden Bienenstraße blieben die begleitenden, mehrheitlich zweigeschossigen sowie trauf- und giebelständigen Fachwerkbauten unversehrt (Nrn. 2, 3, 5, 7; August-Seibel-Straße 5); bemerkenswert sind die auf ihrer nördlichen Straßenseite realisierten, stattlichen Massivbauten aus der Zeit um 1900, die nicht nur aufgrund ihrer Nähe zum Schloss, sondern auch aufgrund ihrer Fassadengliederung durch Lisenen in Kolossalordnung und/oder Mezzaningeschosse als gräfliche Bauprojekte zu interpretieren sein dürften (Nrn. 8, 10).

Gegen Osten läuft die Bienenstraße direkt auf den Reinhardskirchplatz zu, der erst um/nach 1905 seine heutige Größe erhielt: Durch den Bau einer repräsentativen Umfriedung um den Hof der lutherischen Reinhardskirche (Reinhardskirchplatz 6) wurde ein ursprünglich durchlaufender Straßenzug in einen südlichen kürzeren (August-Seibel-Straße) und einen nördlichen längeren Abschnitt (Jakob-Rullmann-Straße) unterteilt. In ihrem südlichen Bereich flankieren versetzt zueinander angeordnete Fachwerkbauten die Jakob-Rullmann-Straße (Nrn. 5, 7, 8, 9, 11), während der nördliche Straßenverlauf durch seine gerade Führung nach Osten überrascht. Lokalhistoriker interpretieren ihn als baulichen Überrest des ersten römischen Kastells, die direkt auf die Porta Praetoria, das Haupttor des Kastells zuführte; noch heute sei der Rang dieser Straße zu römischer Zeit an ihrer Breite zu ermessen. Ihre vornehmlich aus ein- bis dreigeschossigen Mietwohnhäusern (Nrn. 18, 20, 21, 22, 23, 27, 33, 35, 37) zusammengesetzte Randbebauung lässt jedoch erkennen, dass man hier erst im entwickelten 19. Jahrhundert mit einer regelmäßigen Bebauung begann.

Die die Fläche des historischen Ortskerns nach Osten begrenzende Pfarrer-Hufnagel-Straße blieb lange Zeit ein verkehrstechnisch untergeordneter Weg und wurde vornehmlich vom Gartenland der zur Mittelstraße orientierten Bebauung begleitet; obwohl ihre Grünflächen in jüngster Vergangenheit zum Bauland ausgeschrieben und verwertet wurden, hat sich ihr von ein- bis zweigeschossigen Bauten (Nrn, 5, 11, 13, 17, 19) und Grünflächen getragenes Erscheinungsbild bis heute fast ungestört erhalten.

Schließlich hat sich der westliche Abschnitt der Philippsruher Allee schon früh zum dominierenden Verkehrsweg entwickelt; angezogen von ihrem Verkehr und sicherlich auch der Nähe zum Schloss ließen sich hier die ältesten Ausspanne und Wirtshäuser Kesselstadts nieder (Ankergasse 1, Landstraße 4, Philippsruher Allee 50); später folgten mit der historistischen Friedenskirche (Nr. 48) und dem Schulbau Nr. 46 kommunale wie auch repräsentative Bauten. Zu den jüngsten und sicherlich städtebaulich wenig überzeugenden Eingriffen zählt der Neubau des vielgeschossigen Eckhauses Pfarrer-Hufnagel-Straße 1.

Schloss mit Philippsruher Allee: Mit der Geschichte des Weilers Kesselstadt ist die Entwicklungsgeschichte von Schloss und Schlosspark und der zuführenden Philippsruher Allee eng verbunden. Im Bereich des äußeren Schlosshofes gehen alle drei Teilbereiche fließend ineinander über, insofern zum einen der historische Remisenhof in der Mittelstraße (Nrn. 19-23) funktional dem Schloss zuzuordnen ist, während sich unter dem historischen Kesselplatz (heute Parkplatz am Westende der Philippsruher Allee) die gräflichen Gewölbe der Schlossschmiede, des Kohlenkellers (mit zwei Türen in der 1727 errichteten Terrassenmauer; heute zugesetzt) und des Brot- und Bierkellers erstrecken.

Die bereits zwischen 1696 und 1769 mit langer Bauunterbrechung zum Damm ausgebaute Philippsruher Allee blieb lange Zeit unbebaut, denn immerhin galt sie erstrangig als repräsentative Schlosszufahrt; die 1716 errichtete Hellerbrücke wurde bedauerlicherweise in jüngster Vergangenheit abgebrochen. Zu den frühesten Bebauungen der Allee zählten das alteingesessene Westerfeld''sche Gut (Pfarrer-Hufnagel-Straße 2), eine Tabakmühle und die bereits 1725 bezeugte gräfliche Wasserkunst zur Speisung der Brunnen im Schlosspark (Philippsruher Allee 34). Diese befand sich am begradigten der zwei bei Kesselstadt in den Main einmündenden Kinzigarme, der nach der Wasserkunst den Namen ‚Kunstgraben'' erhielt; sein historischer, zwischen der Pumpstation und den Villengärten entlang der Philippsruher Allee geführter Verlauf ist noch heute am schräg verlaufenden Zuschnitt der Gartenparzellen ablesbar und bildet eine der nördlichen Grenzlinien der Gesamtanlage. Erst nach und nach kamen mit der historistischen Villa Nr. 26, der benachbarten „Villa Louisita" (1913; Louis Wörner) und den stattlichen Wohnbauten der Kesselstädter Gesellschaft am Westende der Allee (z.B. Nr. 27: Wohnhaus des Oberbürgermeisters Karl Rehbein, um 1905; Nrn. 29, 31, 33, 35) einige stattliche Bauten hinzu, die bis heute den gehobenen Charakter der Philippsruher Allee prägen. Eine Ausnahme bildet lediglich eine kleine Baugruppe steinsichtiger Blasenbasaltbauten, die sich vorwiegend aus den einstigen Funktionsbauten der Sommerlad''schen Kunstmühle, einer einstigen Gips- und späteren Mehlmühle (Nr. 32), zusammensetzt: Zu diesen gehört die 1886 rückseitig um Lagerräume erweiterte und 1892 zu Wohnzwecken umgebaute Mühle (Nr. 32), ihrer einstigen, 1892 ebenfalls zum Wohnhaus umgebauten Stallungen (Nr. 30/30a) und das benachbarte Wohnhaus Nr. 28.

Erweiterungsgebiete: Die Erweiterungsgebiete Alt-Kesselstadts erstrecken sich nördlich des alten Ortskerns und grenzen im Westen an die 1722 als regelmäßige Allee konzipierte Kastanienallee, die einerseits durch Äcker, aber auch gräfliches Gartenland verlief; als Verbindungsachse zur gräflichen Fasanerie bei Wilhelmsbad wurde sie in ihrem südlichen Abschnitt mit wenigen, aber stattlichen Bauten besetzt, darunter das Wohnhaus für gräfliche Beamten Nr. 12, die neuklassizistische Villa Nr. 16 oder die neubarocke Villa Remisenweg 17. An einigen funktionalen Nebengebäuden wie beispielsweise der Scheune Remisenweg 9** („1911") ist wie auch am Parzellenverlauf der östlich angrenzenden Grundstücke abzulesen, dass an die Kastanienallee ursprünglich nur das Gartenland der zum Remisenweg orientierten Bebauung stieß, das zur Zeit Neubauprojekten zum Opfer fällt. Wie eine Bauakte des Jahres 1904 belegt, war es strengstens untersagt, Anlagen zur Kastanienallee zu errichten, die "eine Veränderung am Straßenkörper erfordern".

Der Remisenweg gehörte wie auch die Friedhofsstraße zu den Ortserweiterungen des späten 19. Jahrhunderts, als in Kesselstadt infolge des Schlossumbaus Handwerks- und Baubetriebe florierten; demzufolge reihen sich in diesen Straßen zwei- bis dreigeschossige Mietwohnhäuser in Massivbauweise aneinander (Friedhofsstraße 4, 6/8, 9*, 10/12, 13; Castellstraße 28; Remisenweg 7, 14). Das sich in diesen Bereichen auch einige bäuerliche Anwesen etablierten, belegt das aus einem eingeschossigen Wohnhaus und einer Quereinfahrtscheune aus Blasenbasalt bestehende Ensemble Remisenweg 3. Das überzeugendste Erscheinungsbild einer Vorstadtstraße überliefert jedoch die zwischen Remisenweg und Friedhofsstraße vermittelnde Alexanderstraße, deren Flucht mit Ausnahme weniger Neubauten überwiegend zweigeschossige sowie traufständige Wohnhäuser mit bekrönendem Zwerchhaus begleiten (Alexanderstraße 2, 3, 5, 7, 8, 9, 10 11).


Kulturdenkmal aus geschichtlichen, künstlerischen und technischen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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