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Main-Kinzig
Hanau
Steinheim
  • Gesamtanlage Historischer Ortskern Groß-Steinheim
Gesamtanlage

Gesamtanlage - Alter Ortskern Steinheim

Am Marstall (vollständig)

Am Maintor (vollständig)

Bickenstrasse (vollständig)

Brauhausstrasse (vollständig)

Häfnergasse (vollständig)

Hans-Sachs-Strasse (vollständig)

Harmoniestrasse (vollständig)

Illertstrasse 2

Indagineplatz (vollständig)

Kardinal-Volk-Platz (vollständig)

Ludwigstrasse 1-13 (ungerade Zahlen), 2

Meyer-Gerngross-Strasse (vollständig)

Neutorstrasse (vollständig)

Platz des Friedens (vollständig)

Schlossstrasse (vollständig)

Steinheimer Vorstadt 4-80 (gerade Zahlen), 1-25 (ungerade Zahlen)

Wenckstrasse (vollständig)

Die Gesamtanlage entspricht in weiten Teilen dem Grundriss Alt-Steinheims in seiner durch die Stadtmauer von 1320 beschriebenen, mittelalterlichen Ausdehnung. Die Hauptmauer blieb bis heute mit einigen wesentlichen Toren und Türmen bestehen (s. Mühltor, Maintor), während sich die Vormauer nur entlang der Hans-Sachs-Strasse zum Main hin oder an den rückwärtigen Parzellengrenzen der Anwesen Steinheimer Vorstadt 26, 28 und 38 bis 42 erhielt.

Architektonischer Ausgangspunkt der Stadtentwicklung war die 1222 erstmals genannte, eppsteinsche Burg (Schlossstraße 9) im Nordosten des mauerumzogenen Gevierts, die man um 1450 und erneut zwischen 1799 und 1808 maßgeblich umgestaltete; anders verhält es sich bei der schützenden, in die Stadtmauer übergehenden und vermutlich gleichzeitig erbauten Burgmauer entlang des ehemaligen Burggrabens im Norden der Gesamtanlage, die sich bis heute fast unversehrt mit ihren Schalentürmen erhielt. Die den Schlossgarten zum Main hin begrenzende, sogenannte Rote Mauer (Sandstein) entstand schon vor 1600.

Der Burg wird sich schon früh eine gewerbetreibende Siedlung vorgelagert haben, die 1320 schließlich den Stadtstatus zugesprochen erhielt.

Die Schloßstraße verbindet die ehemalige Burg mit dem südlich gelegenen Platz des Friedens, dem einstigen Marktplatz Steinheims; alte Mauerzüge begleiten die Gasse, wie beispielsweise eine rudimentär erhaltene Hausfassade des 16. Jahrhunderts (Nr. 9) oder die in einen älteren Scheunenbau überführende Hofmauer des einstigen Pfarrhofes, dessen um 1800 errichtetes, stattliches Wohnhaus sich auf einem Sporn über dem Main erhebt (Nr. 3). Ältestes erhaltenes Gebäude ist die ehemalige Schlossbäckerei (Nr. 2) am Ende der Gasse, die mit ihrer Bauzeit um 1500 deutlich vor den wenigen weiteren, anliegenden Bauten datiert; diese schlichten Wohnhäuser erheben sich mit Ausnahme des Eckhauses Nr. 1 in traufständiger Stellung zur Straße und zeigen nur in Abschnitten noch ältere Fachwerkkonstruktionen (Nrn. 4a/4b).

Der historische Marktplatz der Stadt war ein Dreiecksmarkt, über den der innerstädtische Verkehr zwischen dem Maintor im Osten und dem 1811 abgerissenen Obertor im Westen verlief. Hier befanden sich und stehen noch heute einige der bedeutendsten Häuser der Stadt, wie beispielsweise das 1376 genannte Spielhaus, das alteingesessene Stadtwirtshaus (Platz des Friedens 6), das 1773 abgebrochene Rathaus oder das Fachwerkwohnhaus der Familie von Schönborn, aus der bedeutende Kurfürsten und Mainzer Erzbischöfe hervorgingen (Platz des Friedens 5).

Die vom einstigen Marktplatz zum Main hin steil abfallende Gasse Am Maintor begleiten einige der ältesten Bauten Alt-Steinheims, darunter das sogenannte Dürerhaus aus der Zeit um 1500 (Nr. 1) und das zwar modern überprägte, aber dendrochronologisch auf 1454 datierte Fachwerkgebäude mit hoher, als Ständerbau abgezimmerter Halle Nr. 4, das wie die benachbarten Bauten Nrn. 6 und 8 auf verschachtelten Parzellen die Gasse begleitet. Den optischen Abschluss bildet das spätgotische Stadttor, auch Maintor genannt (Nr. 7) und die sich dahinter anschließenden Mauerzüge der historischen, in jüngster Vergangenheit niedergelegten Illertwerke (Illertstraße 2) und der Roten Mauer am Fuße des Schloßgartens.

Die breit ausgelegte, heutige Hans-Sachs-Strasse verläuft hingegen ausgehend vom einstigen Marktplatz in südlicher Richtung und war ursprünglich eine der drei städtischen Ausfallstraßen Steinheims; dementsprechend wurde sie von stattlichen Großbauten flankiert. Die anliegenden Bauten wurden fast durchweg zweigeschossig sowie traufständig konzipiert und stammen aus verschiedenen Jahrhunderten. Bauten des 19. Jahrhunderts und in Ziegelbauweise ausgeführt (Nr. 7) stehen neben Putzbauten des 18. Jahrhunderts (Nr. 4, 14) oder älteren Fachwerkbauten (Nr. 10, 12; Platz des Friedens 8), breit ausgelegte Wirtshäuser (Nr. 1) neben stattlichen Wohnhäusern. Unter diesen nimmt der sogenannte Huttenhof (Nr. 3) als einstiger Wohnsitz der Familie von Hutten und spätere Zigarrenfabrik eine besondere Stellung ein; sowohl in seinen Proportionen als auch verschiedenen gestaltenden Details wie Ziererker und Lehmstuckdecke im Innern war er offensichtlich eines der bedeutendsten, bürgerlichen Wohnbauten der neuzeitlichen Stadt. Vereinzelte kommunale Bauten erweitern das Bauspektrum, wie beispielsweise das Rathaus des Jahres 1773 (Nr. 8), ein repräsentativer Bau mit breit gespanntem Dreieckgiebel, der als Blickpunkt für die vom Obertor her Nahenden fungierte. Von der Straße kaum einsehbar ist hingegen die benachbarte kurmainzische Zehntscheuer (Nr. 14), ein mächtiges, direkt der Stadtmauer aufsitzendes Gebäude, in der die eingenommenen Zehnten des Umlandes auf drei Etagen eingelagert wurden - sein inneres Fachwerkgerüst gehört wie sein verschachteltes Kellersystem zu den hochwertigsten, profanen Zeugnissen des Spätmittelalters.

Aus bislang ungeklärten Gründen gab man das Mühltor am Südende der Straße zu spätmittelalterlichen Zeiten auf; zwangsläufig wurde der Durchgangsverkehr fortan über die Wenckstraße zum Obertor im Osten der Stadt geführt. Teilbereiche der Hans-Sachs-Straße und des vor allem im Süden der Stadt gelegenen Kurmainzischen Fronhofes gelangten so in einen abgelegenen, für Bauten dieser Bedeutung ungewöhnlich abseitigen Sackgassenbereich (z.B. Schäferei, Brauhausstrasse 10; Brauhaus, Brauhausstrasse 6), den noch heute verwinkelte Straßenzüge und eine nicht immer historische Bebauung auf eng bemessenen Parzellen prägt. Die Bebauung dieses Areals präsentiert sich mit Ausnahme einiger moderner Neubauten fast geschlossen zweigeschossig sowie traufständig orientiert und häufiger auch mit starken Vorkragungen versehen, die ein stattliches Gebäudealter vermuten lassen (s. Brauhausstraße 3, 7, 9, 9a; Häfnergasse 1, 4, 6, 8, 10, 12; Hans-Sachs-Straße Nrn. 7, 11, 22).

Ähnlich ungestörte Parzellierungen sind entlang der Harmoniestraße zu beobachten, die historische Judengasse Steinheims, die auch hier wie allgemein üblich entlang der Stadtmauer verlief und über einen eigenen Brunnen (vor Haus Nr. 14) verfügte. Zweigeschossige, sowohl trauf- als auch giebelständige Fachwerkbauten des 16.- 19. Jahrhunderts säumen die Gasse (Nrn. 2, 4, 6, 7, 8, 9, 11, 13, 14, 15, 17, 23), unter denen Haus Bickenstrasse 2 aufgrund seines dendrodatierten Holzgerüstes von 1532 eine besondere Stellung einnimmt. In der einstigen Judengasse siedelten zunächst nachweislich auch Christen; erst später soll sie sich zu einer fest begrenzten Judensiedlung, einem Ghetto, entwickelt haben. Auffällig ist eine Konzentration giebelständiger Fachwerkbauten in der Nähe der Kirche, während sich nach Norden hin durchweg traufständige Bauten anschlossen.

Die ebenfalls von Fachwerkbauten gesäumte Bickenstrasse leitet zur Neutorstrasse über, einer auffällig breiten und ebenfalls mit trauf- wie auch giebelständigen Fachwerkbauten flankierte Straße (Nrn. 1/3, 3/5, 6, 10, 11). Einige bemerkenswerte Bauten sind hier zu registrieren, so das breitgespannte, einst im Besitz der Familie Tautphoeus befindliche Wohnhaus Neutorstrasse 4, das von altertümlichen Verstrebungen geprägte Wohnhaus Nr. 3/5 oder das mit sandsteinernen Gewänden des 16. Jahrhunderts versehene Wohnhaus Nr. 8, das noch heute vom bescheidenen Wohlstand der mittelalterlichen Stadt zeugt.

Das heute kaum mehr wahrzunehmende Neutor entstand erst 1837 als einfacher Mauerdurchbruch, mit dem man die bereits im Westen Steinheims angewachsene Vorstadt enger an die Altstadt anband.

Dieser nördliche Bereich der Neutorstraße präsentiert sich als jüngere Vorstadt deutlich breiter abgesteckt und mit traufständigen, häufig massiven Bauten des 19. Jahrhunderts bebaut. Zu den bemerkenswertesten gehört sicherlich das steinsichtige Wirtshaus des Jahres 1859 Ludwigstraße 7, das unter seinem Dach eine durch Sandsteinrosetten belüftete Bierbrennerei barg. Ansonsten präsentiert sich die Bebauung bescheiden und zuweilen stark modern überprägt, diejenige der parallelen und ebenfalls als Vorstadt entwickelten Gasse Am Marstall sogar häufig nur eingeschossig ausgelegt (Nrn. 4, 5, 6, 8; zweigeschossig 2/2a, 3).

Die älteste Vorstadt Steinheims erstreckte sich hingegen zwischen dem ehemaligem Obertorplatz (heute: Kardinal-Volk-Platz) und dem Beginn Ludwigstrasse, in historischen Plänen als Grosse Vorstadt bezeichnet; laut Aussage archivarischer Quellen soll das Areal auf Antrag der Steinheimer Bürger ab 1687 ausgeteilt, ab 1690 bebaut und schließlich bepflastert (ab 1707) worden sein, während sich die Bebauung in Richtung Hainberg bis 1750 hinzog. Viele Details weisen jedoch darauf hin, dass die Besiedlung der Vorstadt wesentlich komplizierter verlief, als es mit diesen wenigen Daten abzugreifen wäre. So ist für die Parzelle Nr. 34 zunächst ein nur eingeschossiges Wohnhaus des Jahres 1645 (dendrodatiert) zu rekonstruieren, dem man während der planmäßigen Vorstadtbebauung des späten 17. Jahrhunderts ein zweites, ähnlich proportioniertes Wohnhaus über einem flachgedeckten Keller mit Wänden aus Blasenbasalt zur Seite stellte (1693 d). Um 1727/1737 wurden beide Einzelbauten aufgestockt und unter einem durchlaufenden Dach vereinigt und erst damals die heute für die Vorstadt so prägende Erscheinung eines zweigeschossigen, langgestreckten Wohnhauses unter einem Satteldach bewirkt.

Heute prägt die einheitliche Linie der Dachfirste, die gleichmäßigen Proportionen und Maße der sandsteinernen Fenstergewände, die Folge ähnlich bemessener Bauten den Gesamteindruck der beidseitig bebauten Vorstadtstrasse, auch wenn der westliche Bebauungsriegel bereits deutliche Verluste hinnehmen musste. Fast durchweg handelt es sich um traufständige, mit hohen Durchfahrten versehene, zweigeschossige Bauten auf langgestreckten Parzellen, an deren Rückseite die zugehörigen Nebengebäude lagen (Nrn. 3, 6, 9, 20, 21, 22, 28, 30, 32, 34, 35, 36, 38-56).

Vom einstigen Haupttor der Stadt Steinheims, dem 1811 abgerissenen Obertor, zeugt heute lediglich eine farblich abgesetzte Pflasterung auf dem weitläufigen Platzareal (Kardinal-Volk-Platz). Ihn dominiert die Kirche St. Johann-Baptist, die aus der 1329 gegründeten Stadtkapelle hervorgegangen sein soll. Sie wird wiederum von einigen der bemerkenswertsten Fachwerkbauten Steinheims flankiert, wie beispielsweise dem Wenck''schen Hof mit ursprünglich eigener Kapelle (Wencksche Straße 1), dem historischen Pfarrhaus Indaginestrasse 2 als Wohnsitz des bekannten Pfarrers und Astrologen Johannes Rosenbach, genannt Indagine, dem sich rückseitig wiederum der ältere Pfarrhof samt modern überprägtem Pfarrhaus (Nr. 4) anschließt; noch heute überspannt ein breit ausgelegter Sandsteinbogen dessen Zufahrt.

Im Süden der Altstadt wurde im Plan ein breit gespannter Grüngürtel kartiert, der sich aus den verwilderten Südosthängen des Altstadtplateaus, dem aufgelassenen Illertgelände und den Gärten der historischen Villen Hosse und Illert(Steinheimer Vorstadt 70, 80) zusammensetzt, auch wenn hier keine hochwertige, gärtnerisch gestaltete Substanz erhalten blieb.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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