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Odenwaldkreis
Beerfelden
  • Gesamtanlage
Stadtkern

Den Schwerpunkt der Gesamtanlage bilden die beiden wichtigsten Plätze der Kleinstadt, der rechteckige Marktplatz und der dreieckige Metzkeil. Hinzu kommen die Marktstraße, die die zwei Plätze miteinander verbindet, sowie ein Stück der Hirschhorner Straße (bis Nr. 22 bzw. Nr. 5). Besonders im Bereich des Marktplatzes und der umgebenden Straßen (Kirchstraße, Turmstraße, Judengasse und Marktstraße) erweist sich augenfällig, wie die Stadtväter und der gräfliche Baumeister Jänisch - vielleicht unter der beratenden Mitwirkung von Georg Moller - die Chance zu nutzen wußten, die durch den verheerenden Stadtbrand vom 29. April 1810 eröffnet worden war: Aus einem Haufendorf mit engen, verwinkelten Gassen und regellosem Grundriß entstand ein Stück Planstadt mit breiten, rechtwinkligen Straßen und zweigeschossiger Bebauung in Stein oder Fachwerk, ausnahmslos in Traufstellung, eine vollständige Neubebauung von biedermeierlicher Stattlichkeit, die den einst nicht unbeträchtlichen Wohlstand des Tuchmacherstädtchens widerspiegelt. Der Marktplatz Beerfeldens ist sogar von einer für diese Epoche seltenen weitläufigen Urbanität, wie sie damals nur noch in einigen von Katastrophen heimgesuchten Städten entstehen konnte, so im badischen Kehl (1815 kriegszerstört), im oberfränkischen Rehau (1817 abgebrannt) oder im hessischen Driedorf (1819 abgebrannt): eine rechtekige klassizistische Plananlage, deren westliche Hälfte von der neuen Kirche eingenommen wird; gegenüber, an der östlichen Schmalseite des Platzes, steht das alte Rathaus. Die übrige Bebauung hatte fast ausnahmslos öffentlichen Charakter: Finanzkasse, Evangelisches Pfarramt, Dekanat sowie einige Gasthäuser. Alle Gebäude stehen in lockerem Abstand, wobei dem Bauherrn die Wahl zwischen Holz- und Steinbauweise und der Dachform überlassen blieb. Stattliche Bürgerhäuser aus Sandstein dominieren in der Marktstraße, die zum Metzkeil hinführt. Dieser dreieckige Platz, bis zu seiner jetzigen Vereinnahmung durch den Autoverkehr das eigentliche Zentrum des städtischen Lebens, zählte einst acht Gasthäuser. Auch die Hirschhorner Straße, die wohl dem Verlauf der alten Ausfallstraße nach Südwesten folgt, weist noch eine sehr einheitliche Bebauung zweigeschossiger, traufständiger Tuchmacherhäuser von 1810/11 auf, an deren eher spätbarocken als klassizistischen Fassaden zuweilen die Jahreszahl und die Schere (Berufszeichen der Tuchmacher) zu finden sind.

Die in Südhessen einzigartige städtebauliche Einheitlichkeit Beerfeldens, die erst in jüngster Zeit zunehmend durch das Einbrechen großer Schaufensterflächen im Erdgeschoß der Häuser gefährdet wird, rechtfertigt die Ausweisung einer außergewöhnlich großflächigen Gesamtanlage.

Besonders bedauerlich aus denkmalpflegerischer Sicht sind die Entfernung der Sprossenfenster am neuen Rathaus und die Abnahme des Wirtshausschildes am "Fürstenauer Hof". Das Augenmerk sollte nicht nur dem Fachwerk gelten, sondern auch der in Beerfelden besonders qualitätvollen, zumeist aus der Zeit um die letzte Jahrhundertwende stammenden Holzverschindelung sowie dem handwerklich zumeist vorzüglichen Rahmenwerk von Türen, Fenstern und Traufen.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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