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Vogelsbergkreis
Alsfeld
  • Gesamtanlage I
Historische Altstadt

In der Reihe der hessischen Fachwerkstädte nimmt Alsfeld mit seinem reichen Bestand historischer Bausubstanz einen besonderen Platz ein. Die Stadt bietet die einzigartige Möglichkeit, den Holzbau vom späten Mittelalter an bis zum 19. Jh. zu verfolgen.

Die historische Altstadt umschreibt im Zuge des Verlaufes der Stadtmauer ein Oval von etwa 370 x 430 Meter und beherbergt heute etwa 250 Fachwerkbauten. Das Zentrum der Stadtanlage ist der Markt mit seiner zumeist öffentlichen Bebauung, dem Rathaus, dem Weinhaus oder dem Hochzeitshaus. Einer privaten, nobilitierten Bauherrschafft bot der Marktplatz in dem Stumpf- oder Bückinghaus Platz zur Darstellung, in der benachbarten Rittergasse entstanden ebenfalls große herrschaftliche Häuser. Zugang zum Marktplatz ermöglichten die Fuldergasse aus südlicher Richtung, die Obergasse von Norden und die Mainzer Gasse aus westlicher Richtung. Die dem Markplatz benachbarte städtische Freifläche ist der Kirchplatz, ein ovales Gebilde mit der Kirche im Zentrum, die von einer Bebauung unterschiedlichen Alters umstanden wird. Der Platz wird von der Hersfelder Straße aus östlicher Richtung erschlossen. Weitere größere Freiflächen finden sich östlich vom Grabbrunnen an der Stelle, wo sich die ehemalige Burg erhob sowie im Verlauf der Steinborngasse. Das Ende des Schnepfenhains ist ebenfalls von einer Freifläche geprägt: es handelt sich um ein in den 70er Jahren entstandenes Parkdeck, das an Stelle des historischen Scheunenviertels der Stadt errichtet wurde. Mit in die Gesamtanlage Altstadt wurde der Grüngürtel südlich der Stadtmauer einbezogen. Der neunte Nachtrag zum Ortsbaustatut für die Stadt Alsfeld vom 15.2.1936 untersagte die Bebauung dieses Grünstreifens, der bis heute freigeblieben ist.

Neben dem Markplatz befinden sich im Verlauf der südlich davon verlaufenden Gassen - Roßmarkt, Am Kreuz, Untergasse - besonders repräsentative Wohnhäuser, die sich dem Betrachter mit bemerkenswertem Schmuck präsentieren. Im südlichen Abschnitt der Gesamtanlage findet sich - in der Steinborngasse, der Badergasse oder der Schäfergasse - eine kleinteilige Wohnbebauung, die von wenigen erhaltenen Wirtschaftsgebäuden durchsetzt ist. Im Norden sind im Bereich des Schnepfenhains Strukturen von größeren Hofanlagen konstruierbar.

Die Umwehrung der Stadt, die eine fortifikatorische Grenzsituation darstellte, hatte auf die Ausbildung der Haustypen besonderen Einfluß. Noch heute finden sich zahlreiche Doppelhäuser, die giebelständig zur Straße ausgerichtet, die Tiefe der Parzelle weiträumig erschließen, wie etwa in der Untergasse. Die Häuser sind durch schmale Zwischenräume getrennt. Die Traufenhäuser - etwa Untere Fulder Gasse 41/43 - erheben sich in einer beachtlichen Breitenausdehnung, ohne in die Tiefe der Parzelle auszustrahlen. Sie stehen ohne einen Zwischenraum dicht beieinander.

Alsfeld lehnt sich an einen leicht ansteigenden Hang am westlichen Rand der Schwalmniederung. Bevor die Thüringer Landgrafen die Stadt im 13. Jahrhundert ausbauten, befanden sich schon alle erforderlichen Bestandteile einer Ansiedlung an Ort und Stelle. Im Osten, etwa zwischen Metzgergasse und Blaupfütze gelegen, erhob sich die Burg, die im 14. Jahrhundert zur landgräflichen Schloßanlage umgebaut und 1847 abgebrochen wurde. Im westlichen Vorfeld der Burg hatte sich die frühe Siedlung entwickelt, deren Umfang in etwa der Kirchplatz und die Bebauung des Amthofes markieren. Der Vorgängerbau der Kirche und der Marktplatz mit seinem Rathaus waren an gleicher Stelle wie heute angesiedelt. Für den planmäßigen Stadtgrundriß des frühen 13. Jahrhunderts war der schon erwähnte Handelsweg maßgebend, der sich der Siedlung aus südlicher Richtung näherte. Die Straße führte durch das Mainzer Tor in die Stadt und teilte sich gleich darauf in zwei Stränge. Der obere Weg, die heutige Mainzer Gasse, mündete in den Marktplatz und führte an der Kirche vorbei. Sie trifft auf der Hersfelder Straße wieder auf den unteren Strang des Weges, der über den Roßmarkt, Am Kreuz und die Untergasse verläuft. Daraufhin verläßt die Straße in östlicher Richtung die Stadt. Im Verlauf des 12. Jahrhunderts wurde die Baulücke zwischen Burg, Markt und der Kirche allmählich aufgefüllt, die entstehenden Parzellen wurden durch Stich- und Nebengassen in kleine Einheiten geteilt. Parallel dazu erfolgte die Stadterweiterung in südlicher Richtung, wo um die 1280/90 erbaute Kirche der Augustinereremiten die Neustadt entstand. Im Nordwesten erweiterte sich das Stadtgebiet in mehreren Quartieren, die sich, Zwiebelschalen gleich, am leicht ansteigenden Terrain aneinanderlegten. Die Ortschaft war nun eine funktionsfähige Stadt des späten Mittelalters. Es fehlte die Ummauerung, die, um 1380 vollendet, den ovalen Stadtgrundriß bewehren sollte. Zugang durch die Mauer gewährten das Ober, das Mainzer-, das Fulder- und Hersfelder Tor. Von der Stadtmauer haben sich jenseits des Augustiner-Kirchhofes lediglich geringe Reste erhalten. Der Leonardsturm aus dem Jahr 1386 ist übriggebliebener Teil der Bewehrung des Fulder Tores, dessen Größe auch heute noch dem Betrachter einen Eindruck von der Bedeutung der Stadt Alsfeld im Mittelalter vermittelt.

Folgende Straßen und Plätze befinden sich in der Gesamtanlage Altstadt:

Am Forsthof

Am Judenbad

Am Kreuz

Amthof

Badergasse

Baugasse

Blaupfütze

Burggäßchen

Dreimannsgasse

Enggasse

Grabbrunnen

Hersfelder Straße

Hofstatt

Kaplaneigasse

Kirchplatz

Klostermauerweg

Mainzer Gasse

Mainzer Tor

Markt

Metzgergasse

Neurathgasse

Obere Fulder Gasse

Obergasse

Pfarrgasse

Rittergasse

Roßmarkt

Sackgasse

Schäfergasse

Schaufußgasse

Schnepfenhain

Steinborngasse

Untere Fulder Gasse

Untergasse

Vietorgasse

Wollwebergasse


Kulturdenkmal aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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