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Am 16.Oktober 1836 wurde in Birstein der erste offizielle katholische Gottesdienst seit der Einführung der Reformation gefeiert. Anlass dazu war die Vermählung des Prinzen Viktor von Isenburg mit der Prinzessin Maria Crescentia zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg in Kleinheubach. Die Eltern der katholischen Prinzessin hatten sich bei der Eheschliessung für ihre Tochter das Recht zur Feier von katholischem Gottesdienst in Birstein ausbedungen. Aus diesem Grund wurde mit Zustimmung des zuständigen Bischofs von Fulda zuerst im Schloss eine Hauskapelle eingerichtet, zu der auch die Katholiken des Ortes zutritt hatten. Ein Pater des Franziskanerklosters Salmünster, Sturmius Müller, übernahm die seelsorgerischen Aufgaben in Birstein. Nachdem die Zahl der Katholiken in der Gegend stark zugenommen hatte, beschlossen Prinz Viktor und Prinzessin Crescentia 1840 den Neubau einer eigenen Kapelle mit einer Gruft für die katholischen Mitglieder des Fürstenhauses. Sie wurde nach Plänen des Landbaumeisters W. Büdinger in schlichten klassizistischen Formen errichtet. Am 14.6.1842 wurde sie geweiht. Der Bildung einer eigenen Pfarrei standen allerdings noch lange zahlreiche bürokratische Hindernisse entgegen. 1857 genehmigte der Kurfürst in Kassel dem Bischof von Fulda die Einrichtung einer katholischen Filiale der Pfarrei Salmünster in Birstein, die für das gesamte Amt Birstein zuständig war. Da der regierende Fürst Wolfgang Ernst III. keine Erben hatte, sollte sein Bruder Victor bzw. dessen Nachfahren ihm als Fürst folgen. Prinz Viktor war bereits 1843 verstorben, sein Sohn Karl musste im Hinblick auf die Erbfolge lutherisch erzogen werden, während die beiden Töchter katholisch waren. 1861 trat Prinz Karl ebenfalls wieder zum katholischen Glauben über, heiratete 1865 die Erzherzogin Marie Louise von Österreich. Nach dem Tos seines Onkels Wolfgang Ernst III. erbte er 1866 die Birsteiner Güter und den Fürstentitel. Damit war das Haus Isenburg-Birstein katholisch geworden.
1900 wurde die Filialkaplanei zur Kuratie erhoben, zu der insgesamt 26 Orte zählten. 1912 wurde der Grundstein für den grundlegenden Umbau der Kapelle gelegt, der nach Plänen der Architekten Marschall und Greifzu aus Göllheim (Pfalz) ausgeführt wurde. Die Kapelle wurde um ein Querschiff mit Empore und eine Chorapsis erweitert. Der gesamte Bau wurde nicht nur äußerlich, sondern auch in seiner Ausstattung einheitlich in barockisierenden Jugenstilformen mit Anklängen an die Wiener Sezession überformt, die wohl durch die österreichische Fürstin Mutter Marie Louise nach Birstein gelangten. Am 28. Mai 1914 wurde die Kirche mit dem Namen "Mariä Himmelfahrt“ wieder geweiht.
Schmaler hoher Saalbau mit Querschiff und giebelseitig vorgesetzter kleiner Eingangshalle, Mansarddach mit Knickgiebel und Dachreiter mit zweifach gestufter, welscher Haube. Putzbau auf hohem Sandsteinsockel, Gewände der Türen und Fenster in Werkstein. Haupterschliessung der Kirche von der Straße aus über eine sehr repräsentative zweiläufige Freitreppe mit Geländer, ebenfalls aus Sandstein. Sämtliche Türblätter sind im Stil des Wiener Jugendstils mit vergoldeten Blechrosetten beschlagen.
Im Innern komplette Ausstattung der Bauzeit mit deutlichen Anklängen an den damals beliebten Neobarock erhalten. Tonnengewölbe, Pilaster mit ionischen Kapitellen, im südlichen Querschiff die Fürstenloge mit dem Isenburgischen Wappen und der Allianzwappen Isenburg Österreich und Isenburg-Solms-Braunfels, darüber die Orgelempore.
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Unter der qualitätvollen Ausstattung sind besonders die ausdrucksstarken Kreuzwegstationen und der Tabernakel des 1915 von Fürstinmutter Marie Louise gestifteten Marienaltars im nördlichen Querschiff hervorzuheben.
Die katholische Kirche stellt in ihren repräsentativen und aufwendig gearbeiteten Schmuckformen einen deutlichen Kontrapunkt zu der gleichzeitig entstandenen schlichten evangelischen Kirche dar. Gemeinsam mit der etwas früher entstandenen Kirche in Haitz kommt den beiden Kirchen eine Sonderstellung im Kreisgebiet zu. Dank der internationalen Beziehungen ihrer Patronatsherren, in Haitz die Grafen zu Ysenburg-Meerholz, hier die Fürsten von Isenburg, wurden Varianten des Jugendstils - in Haitz der schottischen arts- an- crafts-Bewegung, in Birstein der Wiener Sezession in die kleinen Ortschaften importiert.
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