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Für die seit Beginn des 19. Jahrhunderts rapide auf 87.850 Einwohner gewachsene Stadt Frankfurt reichte um die Jahrhundertmitte die Wasserversorgung aus den im Stadtgebiet erschliessbaren Quellen und Brunnen nicht mehr aus. Zudem verschlechterte sich die Wasserqualität aufgrund der dichten Bebauung des Stadtgebietes zunehmend. Um den Wassermangel der Stadt nachhaltig zu beheben, entstand der Plan, durch eine Fernwasserleitung Quellwasser aus dem wasserreichen Vogelsberg und dem Spessart herbeizuführen. Die Initiatoren, Ing. J. Schmick und Dr. A. J. Kerner, legten 1865 dem Senat der Stadt ihr Projekt vor, aufgrund der politischen Ereignisse 1866 wurde es aber zurück gestellt und konnte erst 1869 weiter verfolgt werden. Mit einem Kapital von 3,5 Millionen Gulden wurde ein "Comité zur Herstellung der Vogelsberger Quellwasserleitung" gegründet, das Quellen im Vogelsberg und im Biebertal erwarb. Damit begann eine neue Ära der Wasserversorgung für Frankfurt. Geologische Untersuchungen ergaben, dass das Quellengebiet des Riedbachtales bei Fischborn, ein etwa 19,5 ha großes Gelände in einer kleinen Talsenke in der Hochebene nördlich von Birstein mit seinen rund 139 kleinen Wasserläufen pro Tag rund 8822 cbm Wasser lieferte. Das Quellgebiet des Spessarts im Kassel- und im Biebergrund umfasst etwa 29 ha und liefert aus seinen 12 größeren Wasserläufen durchschnittlich 8136 cbm Wasser pro Tag. Aufgrund der unterschiedlichen geologischen Verhältnisse sind die Wassermengen des Basaltgebietes im Vogelsberg relativ gleichbleibend, während die aus dem porösen Buntsandstein des Spessart gesammelten Mengen je nach Niederschlägen stark variieren.
Die Oberbauleitung erhielt Oberingenieur Schmick, nach Ausschreibung des Projektes bekam die englische Baufirma J. & A. Aird, Berlin, die u.a. die Danzig kanalisiert hatte, den Zuschlag für ihr Angebot über 2.500000,00 fl. Bereits 1871 kam es zu Differenzen, die zur Auflösung des Vertrages mit der Baufirma führten. Ab März 1872 ließ die Stadt das Vorhaben in eigener Regie weiterführen. Die Vogelsbergleitung konnte bereits 1873 eröffnet werden. Die Arbeiten im Biebergrund gestalteten sich langwieriger aufgrund der drei unterschiedlichen Rechtsterritorien - Frankfurter, kurhessisches und bayerisches Recht mussten bei Verhandlungen und Enteignungsverfahren berücksichtigt werden. Aber auch diese Leitung konnte im Jahre 1875 eröffnet werden. Das Wassereinzugsgebiet im Spessart wird durch einen Bergrücken in den Biebergrund und den Kasselgrund aufgeteilt. Um die Quellen des Biebergrundes nach Kassel zu leiten, wurden zwei begehbare Stollen von 1,80 Höhe durch den Bergrücken getrieben, den Stollen I vom Büchelbach zum Kasselgrund mit einer Länge von 1020 m und den Stollen II, vom Elsbachtal zum Büchelbachtal mit einer Länge von 755 m. In der Gemarkung Bieber wurden 8 größere Quellen gefasst: Quelle Frankfurt, Quelle Alexander Scharff (früher "Bieberquelle"), Glasborn, Untermüller, Obermüller, Dachsborn und zwei Quellen in der Umgebung des Stollens II im Elsbachtal. In den Stollen I (Büchelbach-Kasselgrund) entwässern 6 kleinere Quellen. Im Kasselgrund wurden die 5 größeren Quellen Rinneborn, Gieserborn, Langenborn, Hummelsborn und Breite Ruhborn gefasst.
Das Wasser der beiden Quellleitungen im Biebertal wird in einer gemeinsamen Leitung zum Aspenhainer Kopf bei Neuwirtheim geführt, um sich dort mit der Leitung aus dem Vogelsberg zu vereinen. Bei mangelnder Ergiebigkeit der Quellen wird am Hochbehälter Aspenhainer Kopf Grundwasser aus dem Pumpwerk Neuwirtheim zugeführt. Vom Aspenhainer Kopf verläuft die Leitung am Südrand des Büdinger Waldes über einen dem Druckausgleich dienenden Wasserturm an der Abtshecke ohne weitere Unterbrechung bis zum Hochbehälter an der Friedberger Landstraße.
Die Anlage wurde nach den neuesten technischen und hygienischen Erkenntnissen gebaut.
Die Quellfassungen und Wasserhochbehälter wurden in dem damals üblichen repräsentativen, historistischen Stil der Gründerzeit gebaut. In heimischem Sandstein, vorzugsweise bossiert und als Werkstein verarbeitet, werden Portaldetails von Burgen en miniature bis hin zu antiken Grabmonumenten zitiert. Sie prägten in ihrer Vorbildfunktion die Architektur sämtlicher späteren Wasserhochbehälter des Kreises.
Der Sammelbehälter am Aspenhainer Kopf besteht aus einem überwölbten Behälter mit einer Grundfläche von 10 x 10 m, dessen zentraler Einstiegsschacht als oktogonaler Pavillon im Gelände weithin sichtbar ist.
Diese technische Meisterleistung von 1873/5 erfüllt nach über 130 Jahren immer noch ihren Dienst zur Versorgung der Großstadt. Zwar mussten nach rund fünfzig Jahren die korrodierten Leitungen ausgetauscht, Entsäuerungsanlagen und Filter eingebaut werden, aber die rund 70 km lange Fernwasserleitung trägt immer noch mit jährlich rund 6,1 Millionen m³ zur Wasserversorgung Frankfurts bei. Sie ist sowohl aus technischen, als auch aus historischen und ihre Bauten aus künstlerischen Gründen ein Denkmal.
Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen und technischen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.
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