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Offenbach
  • Mainstraße 169
  • Friedhofstraße
  • Mainstraße 159
  • Kettelerstraße 99
Ehemaliges Werk Oehler / Industriepark Clariant
Flur: 23
Flurstück: 307/45, 307/55, 307/78, 307/79, 307/84

Ehemaliges Sozialgebäude

Eduard Oehler, Sohn des Firmengründers Karl Gottlieb Reinhard Oehler (vgl.

Mainstraße 159), führte viele, damals vorbildliche Sozialeinrichtungen im Werk ein (z. B. Betriebskrankenkasse, Kantine, Dusch- und Baderäume). 1905 fiel der Betrieb an die Chemische Fabrik Griesheim Elektron. Sie führte die Sozialeinrichtungen weiter fort und ließ 1908 bis 1910 das Sozialgebäude an der Mühlheimer Straße Ecke Friedhofstraße, an der südwestlichen Ecke des Firmengeländes, errichten. Als Architekt des imposanten Gebäudes zeichnete der Schweizer Hans Bernoulli. Das Werk gehörte ab 1925 zur IG Farben und wurde ab 1946 wieder als Naphtol Chemie Offenbach betrieben. Nachfolgend zählte es zur Höchst AG und heute Clariant GmbH. Das Gebäude wurde lange Zeit in seinem ursprünglichen Sinne genutzt. Als 1975 ein neues Sozialgebäude errichtet wurde, konnte es teilweise umgenutzt werden. Heute steht es leer.

Der Hauptbau mit sakralem Charakter durch das turmartige Querhaus mit eingefügtem Rundtürmchen war ursprünglich wesentlich länger geplant. Beim ersten realisierten Bauabschnitt markiert der große Zwerchhausgiebel den nördlichen Endpunkt. Im Zuge einer Erweiterung wäre er Mittelpunkt der Fassade geworden. Im Erdgeschoss befanden sich die Baderäume für die Arbeiter, Küche und Speisesäle. Die Beamtenbäder schlossen sich östlich in einem separaten Bau mit Glaskuppeldach an. Hinzu kamen weitere Gebäude mit Aufenthaltsräumen etc.

Die verputzten Gebäude haben einen rustizierten Sandsteinsockel, Sandsteingliederung und biberschwanzziegelgedeckte Dächer. Die Fassade des Hauptgebäudes wird im Erdgeschoss durch Blendarkaden gegliedert. Dazwischen rund- und segmentbogige unterteilte Fenster. Über einem durchgehenden, profilierten Gesims rechteckige Fenster mit Verdachung im Obergeschoss. Zusätzliche Belichtung durch ovale Obergadenfenster. Von besonderer städtebaulicher Markanz der turmartige Eingangsriegel. Hier Eingangsportal mit Dreieckgiebel, darüber Segmentbogenfenster mit verkröpftem Gesims. Im oberen Teil kleine Fensteröffnungen und an drei Seiten Uhren. Eingestelltes Rundtürmchen mit verziertem Aufsatz und hohem Spitzhelm.

Als wichtiges Zeugnis Offenbacher Industriegeschichte zusätzlich von hohem sozialgeschichtlichem, baukünstlerischem und städtebaulichem Wert.

Gebäude 103, Remise

Das Wirtschaftsgebäude wurde 1873 in direkter Nähe zum Direktorenwohnhaus erbaut und diente ursprünglich als Wagenhalle und Pferdestall. Die heute freistehende, eineinhalbgeschossige Remise befindet sich parallel zur Mainstraße vor dem beginnenden Parkgelände. In früherer Zeit war sie jedoch in einen vorder- und rückseitigen Gebäudekomplex eingebunden. Seither oft umgebaut und im Nutzen geändert, nach dem Zweiten Weltkrieg Einbau von Wohnungen, zwischenzeitlich als Labor und Werkstatt genutzt.

Kulturdenkmal aus geschichtlichen Gründen. (g)

Gebäude 111, Verwaltungsgebäude/Werkseingang

Der Gebäudekomplex der Werksverwaltung entstammt im Kern dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts und wurde seitdem oft verändert. Die Überbauung der Toreinfahrt, die sich zwischen den bis dahin einzeln stehenden Gebäuden befand, sorgte ab 1911 für eine repräsentative Gestaltung des Werkeingangs. Die heutige Erscheinung des Gebäudekomplexes stammt aus einer Wiederaufbauphase in den 1950er Jahren, in der die Fassaden der einzelnen Gebäudeteile verändert und einander angeglichen wurden. Elemente aus rotem Sandstein, etwa die Lisenen des Zwischenbaus oder die Fenstergewände, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss der Gebäudeflügel mit Lisenengliederung. Markant ist zudem die Fünfziger-Jahre-Ausstattung im Bereich der Durchfahrt mit zwei seitlich an der Fassade angebrachten Laternen, einer schön gestalteten Pförtnerloge mit gebogener Verglasung sowie der westlichen Eingangstür. Im Inneren ist besonders das repräsentative Treppenhaus der frühen fünfziger Jahre im östlichen Gebäudeteil zu nennen, das großzügig unter Verwendung von Naturstein angelegt ist und eine großflächige, von innen vor die eigentlichen Fassadenfenster geblendete Verglasung aufweist, auf der die Firmengeschichte bildlich dargestellt ist. Das langgestreckte Verwaltungsgebäude entlang der Mainstraße ist nicht nur als Repräsentationsbau für das Offenbacher Werk ein Charakteristikum, sondern auch ein markantes Element der östlichen Mainufergestaltung Offenbachs.

Kulturdenkmal aus städtebaulichen, geschichtlichen und künstlerischen Gründen. (g,k,s)

Gebäude 221, Lagergebäude

Das Lagergebäude wurde um 1897 errichtet. Das dreigeschossige, backsteinsichtige Bauwerk brannte 1925 aus, Flachdach und sämtliche Geschossdecken (offenbar Holzbalkenkonstruktionen) wurden dabei zerstört. Im gleichen Jahr fand der Wiederaufbau mit leichten, der Nutzung angepassten Veränderungen und einer neuen Betonkonstruktion im Inneren statt. Heute weist das Lager Nr. 221 wegen nur geringer baulicher Eingriffe noch einen Großteil seiner ursprünglichen Struktur und Substanz auf. Die verwendeten Materialien (roter und brauner Backstein) sowie die differenzierte Gestaltung − von unten nach oben abnehmende Geschoss- und Fensterhöhe, Gliederung der Fassaden durch farblich abgesetzte Lisenen − beweisen einen gestalterischen Anspruch, der zur Bauzeit auch an Nutzgebäude gestellt wurde.

Kulturdenkmal aus baugeschichtlichen und technischen Gründen. (g,t)

Gebäude 324, Werkstatt/Halle

Das Lagergebäude wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Es handelt sich um einen dreischiffigen, tonnenüberdachten Backsteinhallenbau, der als Lager und zur Fertigung benutzt wurde. Um 1916 befand sich hier ein Granatenfüllwerk. Charakteristisch die sehr hohen, rundbogigen Stahlfenster sowie die Tonnendächer mit polygonalem Querschnitt und Lichtbändern. Spätere Ein- und Umbauten, Tordurchbrüche und Fenstervermauerungen haben Änderungen des Erscheinungsbilds bewirkt, so dass die einstige harmonische Fassadengestaltung heute gestört ist. Die Dimension der Halle und die gut erhaltene Stahlkonstruktion der Dächer machen das Gebäude zu einem typischen Vertreter der Industriearchitektur des beginnenden 20. Jahrhunderts. Es repräsentiert außerdem eine Zeit, in der das Werk Oehler unter der neuen Führung der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron florierte und expandierte.

Kulturdenkmal aus architekturgeschichtlichen und technischen Gründen. (g,t)


Kulturdenkmal aus geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen und technischen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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