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Teil der Gesamtanlage:
Gesamtanlage
Im dritten Jahrzehnt des 13. Jhs. setzt man die Gründung der Burg Lichtenberg an, da 1228 sich Dieter II. von Katzenelnbogen bereits Comes de Lichtenberg nennt. Mit dem Aussterben des Geschlechtes von Katzenelnbogen 1479 gelangt die Burg an die Landgrafen von Hessen. Durch die Erbteilung Philipps des Großmütigen 1567 gerät sie in den Besitz der Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Vom 13. Jh. bis zur Übernahme durch die Landgrafen von Hessen-Darmstadt erfuhr die Burg diverse Um- und Anbauten, so dass sich das Aussehen und der Umfang des Gründungsbaues nicht mehr exakt festlegen lassen. Heute existieren als Bauteile der Zeit vor 1564 noch der Marstall mit Pfortenstübchen, die Zentscheuer und Mauerreste in der Ostwand des Renaissanceschlosses sowie Stützmauern von der ehemaligen Befestigungsanlage im Osten und Westen.
Das Amtmannenhaus der Katzenelnbogischen Burg legte sich bogenförmig als nördlicher Abschluss vor das Renaissanceschloss. Es stürzte 1847 ein und wurde zu einer Terrasse, deren Stützmauer noch seine äußere Form nachzeichnet, eingeebnet.
Auf der Darstellung des Schlosses Lichtenberg von Merian (1624) ist der hohe gotische Bau des Katzenelnbogisehen Schlosses in der Mitte erkennbar.
Rekonstruktion des Erdgeschoss-Grundrisses in allen Gebäuden nach Plänen von 1873 und 1847 von Hans Wellmer, 1926 angefertigt.
Das Katzenelnbogen-Schloss, das anschließende Kelterhaus und die Stallungen sind heute nicht mehr vorhanden. Der Stall in der Zehntscheuer wurde zu einer Kapelle umgebaut.
Der Marstall und die im Winkel dazu gelegene Zentscheuer liegen nördlich des inneren Burgbezirks auf einer etwas niederen ansteigenden Terrasse. Der massive Marstall aus Bruchstein hat einen hohen Treppengiebel, eine Bogentür mit einfacher Fase und im Inneren eine gute Konstruktion aus starken Hölzern. Der südliche Raum der Zentscheuer wurde zu einer Kapelle umgebaut. An den Marstall schließt sich im Westen der gotische Torbau an, der mit dem walmdachgedeckten Turm die Baugruppe etwas überragt. Der rundburgige Wehrplatz wurde 1855 verändert.
Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt baute zwischen 1570 und 1581 den nach Norden geöffneten dreiflügeligen Renaissancebau, um seiner zukünftigen Gattin Magdalena von Lippe einen würdigen Wohnsitz zu bieten - das Darmstädter Schloss befand sich zu dieser Zeit seit der Zerstörung des Schmalkaldischen Krieges in einem sehr notdürftigen Zustand. Er gewann durch die Vermittlung seines Bruders Wilhelm in Kassel den Baumeister Jakob Kesselhut, der mit dem Schloss den ersten großen Renaissancebau in der Landgrafschaft errichtete. Sein Baustil wird zum Vorbild für die Renaissancebauten in Darmstadt und in der übrigen Landgrafschaft (insbes. Rathäuser).
Ostflügel
Durch den Verlauf der mittelalterlichen Mauer erhält der Ostflügel einen Grundriss in Form eines nach außen gewölbten Rechtecks. Er war im Erdgeschoss nur im südlichen Teil ausgebaut als Kirchenraum; in dem ehemaligen Gesindesaal, einem langgestreckten Raum, wurde an der hinteren Schmalseite eine Holzempore angebracht, die mit einer schönen Holzkanzel versehen wurde. Diese Holzempore wurde nach dem Krieg entfernt, die Bestuhlung der Kapelle umorientiert, die Kanzel existiert noch als Rudiment. Die Außenfassade ist durch Fensterreihen gegliedert. Der Eingang im Hof besitzt eine Sandsteinumrahmung mit kannelierten Pilastern, die ein Gebälk mit Triglyphen und Dreiecksgiebel tragen.
Südflügel
Die Außenfassade des Süd- und Westflügels erhält ihr charakteristisches Gepräge durch die zwei Achsen breiten Zwerchhäuser (bzw. Giebelausbildungen); diese sind in vier Absätze unterteilt und werden seitlich von Bogen und flachen Voluten getrennt. Jeder Absatz erhält eine Flankierung von kleinen rechteckigen Pfeilern mit Kugeln. Als Bekrönung ist eine Halbkreismuschel aufgesetzt. Ansonsten ist der Bau nur durch Fensterreihen gegliedert. An der Hofseite befindet sich ein rundbogig geschlossenes Hausteinportal. Im Inneren sind im Obergeschoss der Große und der Kleine Saal (Kaisersaal und Steinernes Gemach) mit schönen, geometrisch gegliederten Stuckdecken ausgestattet.
Treppenturm
In der einspringenden Ecke zwischen Ost- und Südflügel springt der Treppenturm auf drei Seiten eines Achtecks hervor. Das Türportal gleicht dem des Ostbaus, die Sohlbänke und Gurte der Fenster sind schräg der Treppensteigung angepasst. Er wird von einer geschweiften Haube bedeckt. Innen ist er rund. Eine steinerne Wendeltreppe auf runder Spindel führt nach oben. In der Kuppel ist eine Stuckarbeit in geometrischer Aufteilung mit einer Strahlensonne im Scheitel angebracht; außerdem ein Fries von Frauenmasken en face und darunter ein Fries von Kriegermasken.
Westflügel
Die Fassadengestaltung des Westflügels gleicht den übrigen. An der Außenseite befinden sich zwei bandartig flache Risalite, die durch glatte Quaderstreifen unterteilt sind; dahinter sind die Toiletten angeordnet. An der Hofseite befindet sich das bedeutendste Sandsteinportal des Schlosses, das der Straßburger Bildhauer Hartmann Besserich wahrscheinlich 1578 schuf. Die Umrahmung besteht aus paarigen kannelierten Pilastern, deren Zwischenfelder mit diamantierten Rechtecken und Quadraten sowie flachen Rundbogennischen gefüllt sind. Über dem Gebälk zwei rechteckige Wappenfelder, von Pilastern gerahmt und seitlich von Beschlagwerkteilen gefasst. In den Feldern zwei fein gearbeitete Rollwappen - links das landgräfliche Wappen, rechts das Wappen der Magdalena von Lippe. Im Innern ist von der ehem. Küche im Erdgeschoss der gewölbte Raum erhalten. Die übrigen Räume im Erdgeschoss und Obergeschoss wurden umgestaltet und teilweise unterteilt.
Aus der Entstehungszeit des Renaissancebaues ist noch das sog. Hohe Pfortenhaus, das mit seiner langen, tonnengewölbten Durchfahrt sich vor den gotischen Torbauturm legt. Der hohe Bau überragt die Zwingermauer um ein Geschoss, er hat einen einmalig horizontal unterteilten Giebel mit seitlichen Halbkreisbögen, Pfeilern und Kugeln auf den Absätzen und Muscheln als Abschluss.
Die hohe Ringmauer im Westen beginnt am Renaissancebau und verläuft leicht geschwungen bis zum Torhaus. Das Schloss wurde bis ins 18. Jh. vorwiegend als Witwensitz genutzt. Danach war es bis 1821 Mittelpunkt des Amtes, 1847 wurde das hier befindliche Landgericht nach Reinheim verlegt. Heute befinden sich Wohnungen und ein Heimatmuseum im Schloss.
Das Schloss mit seinen Befestigungsanlagen und Nebengebäuden ist aus künstlerischen und geschichtlichen Gründen ein Kulturdenkmal.
Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.
| Kulturdenkmal nach § 2 Abs. 1 HDSchG | |
| Kulturdenkmal (Gesamtanlage) nach § 2 Abs. 3 HDSchG | |
| Kulturdenkmal (Grünfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG | |
| Kulturdenkmal (Wasserfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG |
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Wege-, Flur- und Friedhofskreuz, Grabstein |
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Jüdischer Friedhof |
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Kleindenkmal, Bildstock |
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Grenzstein |
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Keller bzw. unterirdisches Objekt |
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Baum |