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Darmstadt-Dieburg
Otzberg
Hering
  • Burgweg 28
Veste Otzberg
Flur: 1
Flurstück: 231/3

Auf dem Gipfel des 368 m hohen, aus der sanften Hügellandschaft nördlich des Odenwaldes herausragenden Basaltkegels wurde wohl schon um 1200 von der Abtei Fulda eine Burg erbaut. Ihre Baugeschichte lässt sich nur schemenhaft an Hand der angebrachten Jahreszahlen nachvollziehen. Danach stammen aus der Gründungszeit wohl der Bergfried und die Ringmauer. Im 16. Jh. wird die Festung ausgebaut. Ab 1720 verliert sie diesen Charakter wieder und wird als Invalidenkaserne genutzt, wofür entsprechende Um- und Einbauten notwendig wurden. Nach der Übernahme der Burg durch Hessen 1803 wird in einigen Teilen der Burg das Staatsgefängnis untergebracht. Nach 1826 setzt der teilweise Abbruch der nach ihrer Räumung nutzlos gewordenen Burg ein. Ende des 19. Jhs. fand eine romantisierende Restaurierung statt.

Die heutige Burganlage besteht aus einem ovalen Hof mit zentralem Bergfried (1), Torgebäude (2), ehem. Kommandantenhaus (3), Ruine der Kemenate (Kaserne) (4), Bandhaus (5), Ruine des Korporalhauses (6) und Brunnenhaus (7). Umgeben wird sie von zwei konzentrischen Ringmauern mit dazwischenliegendem engem Zwinger.

Der 16,5 m hohe zylindrische Bergfried besteht aus einem zweischaligen Mauerwerk auf hohem Sockel (außen Sandsteinquadern, innen Gussmauerwerk aus Basalt- und Sandsteinbrocken). Innen ist er zweigeschossig und jeweils mit Kuppeln abgeschlossen. Den oberen Abschluss bildet eine Plattform mit ausladendem Traufgesims, aus dem vier Wassernasen hervorragen. Darüber gerade Brüstung. Die EG-Tür ist neu. Die ursprüngliche Türöffnung ist die etwa 9 m hohe Rundbogentür, die mit einer Holztreppe zugänglich war. In der Mauerstärke befindet sich eine Wendeltreppe zur Plattform.

An der gesamten Südseite erstreckt sich das Bandhaus (Palas). Der zweigeschossige Bau mit steilem abgewalmten Dach auf rechteckigem Grundriss hatte ursprünglich im EG eine offene Halle, die zum Hof hin eine sechsachsige Rundbogenarkade mit Rechteckpfeilern besaß. Die Fensterlaibungen zeigen noch die alten gekehlten Gewände. Sie waren im OG ehemals zweigeteilt. Ein Kellerhals mit Rundbogentür besitzt im Scheitel das kurpfälzische Wappenschild mit Datierung 1413. Im Inneren ist das Kellergeschoss durchgehend mit einer Längstonne abgeschlossen. Im OG ehemaliger Rittersaal.

Im Zwickel zwischen Bandhaus und Ostmauer ist ein tiefliegender tonnengewölbter Raum durch eine Rechtecktür zugänglich. Er wurde als Gefängnis genutzt. Darüber ist eine neue Treppe ins OG hochgemauert.

An der Westseite sind nur noch drei Umfassungsmauern unterschiedlicher Höhe von der Kemenate (Kaserne) erhalten. Die bis zur Traufe reichende Außenwand ist durch Rechteckfenster mit einfach gekehlter Laibung durchbrochen.

Das Kommandantenhaus in der Nordwestecke ist ein zweigeschossiger zweiflügeliger Bau. An der Hofseite besitzt der massive Bau verputzte Fachwerkwände im OG. Aus den Rechteckfenstern wurde der Mittelstock herausgebrochen. Der Treppengiebel nach Süden ist erneuert. An der Talseite schmale Rechteckfenster und zwei Aborterker auf zweifach abgetreppten Konsolen. Ein Raum im EG zeigt eine geometrisch aufgeteilte Stuckdecke. Vom Korporalshaus an der Ostseite standen bis zur rekonstruierten Wiedererrichtung 1995 nur noch die Außenwände und Giebelteile. Der im Brunnenhaus vorhandene Brunnengehört mit 78 m Tiefe zu den tiefsten Burgbrunnen Hessens. Das hölzerne Laufrad stammt von 1788. Das Torhaus an der Nordseite wird von einer abschüssigen flachgewölbten Einfahrt durchdrungen. An der inneren Mauer Spitzbogentor mit einfacher Kehle und verwittertem Wappenschild. An der Außenmauer wurde ein eingeschossiger Torbau mit Walmdach, in dem sich das Wächterstübchen mit Ausguckerker befindet, über dem Tor errichtet. Hier Datierung 1411 und 1543. Über dem rundbogigen Außentor mit Rechteckblende Wappentafel mit drei Tart''schen Schildern, oben kurpfälzischer Löwe und kurpfälzische Rauten, und Schild leer. Datierung 1619.

Zwei Ringmauern in polygonalem Zug legen sich um die Burg und dienen der terrassenartig abgestuften Anlage als Stützmauern. Sie sind mit starkem Anzug aufgeführt und werden von mächtigen Strebepfeilern gestützt.

Über den Kanten kleine rechteckige Geschützerker auf abgetreppten Konsolen. Um die innere Ringmauer lief ein Wehrgang. Im Zwinger westlich des Torhauses befindet sich noch ein kasemattenähnlicher Raum. Auf Quadern und an Ecken Datierungen, die auf den Ausbau hinweisen (1511, 1518, 1540, 1552, 1573, 1587 u. 1607). Wegen ihrer überregionalen geschichtlichen Bedeutung ist die Burganlage in ihrer Gesamtheit als Kulturdenkmal zu erhalten.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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