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Bergstraße
Zwingenberg
  • Friedhofstraße 7
Friedhof mit alter Leichenhalle und diversen Grabmälern
Flur: 3
Flurstück: 148/1

Nach annähernd 600jähriger Belegung des alten Kirchhofs Auf dem Berg wurde 1836 ein neuer Friedhof nördlich außerhalb der Stadt angelegt. Die Einweihung fand am 18. September des Jahres statt. Nach zwei Erweiterungen an der Süd- und Ostseite in den Jahren 1863 und 1872 wurde 1907 in der Mitte des Geländes die Leichenhalle gebaut. Eine Erweiterung nach Westen und der Bau einer großen Friedhofskapelle mit Glockenturm kamen dann erst 1967 zustande.

Als Kulturdenkmäler anzusehen sind die Restbestände der alten Friedhofsmauer im Norden und Süden des Friedhofsareals sowie die alte Leichenhalle und diverse Grabmäler. Das älteste Stück der alten Einfriedung zieht sich entlang der Friedhofstraße, eine ca. ein Meter hohe Bruchsteinmauer mit abgerundeter Steinabdeckung. Der südliche, um die Ecken geführte Mauerzug dürfte aus der Zeit um 1872 stammen.

Die Leichenhalle ist ein quer über die Eingangsachse gestellter, eingeschossiger Granitbau mit Walmdach, der durch einen Mittelrisalit mit rundbogiger Tordurchfahrt akzentuiert wird. Seitlich des Risalits jeweils eine liegende Fensteröffnung, als Bekrönung des Risalitgiebels ein Kreuz. Das Dach mit Schieferdeckung, wodurch das schlichte Gebäude einen farblich harmonischen Gesamteindruck hinterlässt.

Folgende Grabmäler sind als Kulturdenkmäler zu bewerten:

- Grabmäler Dieffenbach/Sickenius: Zwei große, östlich des Eingangs platzierte, nebeneinander stehende Grabmäler. Der nördliche in rotem Sandstein ausgeführt, vierseitig über zweifach gestuftem Sockel. Als Abschluss Aufsatz mit Giebel auf allen vier Seiten. Auf der Inschriftseite mit dem Symbol des Schmetterlings. Der Mittelteil im oberen Bereich mit flacher Blattornamentik, darunter Hinweis auf die im Jahr 1853 verstorbenen Schwestern Sickenius, von denen die eine mit Johann Georg Dieffenbach verheiratet war. Daneben der Grabstein dieses für Zwingenberg und die südhessische Region bedeutenden Mannes, der 1848 verstarb. Dieses Grabmal ähnlich ausgeführt, jedoch in gelbem Sandstein und etwas größer. Der Sockel dreifach gestuft, der Aufsatz in Satteldachform mit Girlandenrelief. Am unteren Ende des Mittelstücks ein weiteres Relief, das eine schlanke, von zwei Kränzen umschlungene Urne zeigt. Auf allen vier Seiten des Grabsteines Inschriften, die sich auf den liberal-demokratischen Politiker und Gastwirt des "Löwen" J. G. Dieffenbach und dessen früh verstorbenem Sohn Georg beziehen.

Die beiden Sandsteingrabmäler sind typische Beispiele für den späten Klassizismus und Zeugnisse von besonderer lokalgeschichtlicher Relevanz.

- Grabmal Johann Wilhelm Riese: Ähnlich wie die beiden vorigen ausgeführter Grabstein. Vierseitiger, roter Sandsteinblock mit Giebelaufsatz, der auf der Vorderseite die Symbole von Glaube, Liebe und Hoffnung zeigt. Der Mittelteil mit der Grabinschrift, darunter das Relief einer sich in den Schwanz beißenden Schlange (Ewigkeitssymbol), die zudem von Eichenlaub umkränzt ist. Das klassizistische Grabmal dürfte im Todesjahr von Riese, 1854, entstanden sein.

- Grabmal Fam. Karl Koch: Weiße Engelsfigur in verzückt demütiger Haltung auf schwarzem Marmorsockel, vermutlich um 1900 entstanden. Auf dem Sockel seitlich die Namen der Verstorbenen. Die künstlerisch nicht uninteressante Figur laut Inschrift eine Arbeit von F. Hofmeister.

- Unmittelbar nordwestlich der alten Leichenhalle stehende Grabmälergruppe aus der Zeit um den Ersten Weltkrieg. Teilweise Stelen mit dem Motiv des Eisernen Kreuzes, was auf gefallene Soldaten verweist, aber auch ein Grabkreuz mit seitlichen spitzgiebeligen Steinen, die ein expressionistisches Sternenmotiv zeigen (Grabmal Fink). Unmittelbar daneben die großräumige Grablege der Fam. Stromberger, auf der schräg gestellte Namensplatten sowie ein helles Sockelkreuz stehen. Das Ganze ist von einem kunstvoll geschmiedeten Eisengitterzaun mit Spitzbogen- und Blütenornamentik umgeben.

- Grabmal Brefler/Fuchs: Dreiteiliges Grabmal, in rotem Sandstein ausgeführt, möglicherweise um 1918. In der Mitte große Stele mit Kanneluren und ovalem Inschriftfeld, das von einem Blütenkranz umrahmt wird. Seitlich zwei kleinere, sich nach unten verjüngende Stelen mit Festons unter den Namen. Basis mit Laubornamentik. Die ursprünglich auf allen drei Stelen aufliegenden Kränze sind verschwunden.

- Grabmal Sauer/Funhoff: Schlichtes Grabmal für die bedeutende Zwingenberger Familie. Dr. Arthur Sauer war der erfolgreiche, 1946 verstorbene Leiter der Fissan-Werke, in denen zahlreiche Zwingenberger ihren Lebensunterhalt verdienten. Schlichte, hoch gestellte Muschelkalkplatten, deren etwas größeres Mittelteil ein großes Kreuz ohne Korpus trägt. Auf die Platten sind die Namen in einer sachlichen Schrift aufgesetzt.

Die aufgeführten Bestandteile des neuen Zwingenberger Friedhofes sind Kulturdenkmäler von vor allem ortshistorischer Bedeutung. Den genannten Grabmälern ist darüber hinaus zumindest teilweise auch künstlerischer und kunsthistorischer Wert zu eigen.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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