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Lahn-Dill-Kreis
Wetzlar
  • Charlotte-Bamberg-Straße 1
  • Charlotte-Bamberg-Straße 3
  • Steinbühlstraße 1
  • Steinbühlstraße 3
  • Spilburgstraße
  • Steinbühlstraße 17
  • Steinbühlstraße 15A
  • Steinbühlstraße 15B
  • Steinbühlstraße 15C
  • Steinbühlstraße 13D
  • Steinbühlstraße 13C
  • Steinbühlstraße 13B
  • Steinbühlstraße 13A
  • Spilburg-Kaserne
  • Charlotte-Bamberg-Straße 14
  • Charlotte-Bamberg-Straße 16
  • Charlotte-Bamberg-Straße 18
Spilburg-Kaserne; Sachgesamtheit Exerzierplatz mit umgebender Bebauung von 1914 (heute Charlotte-Bamberg-Straße, Steinbühlstraße, Spilburgstraße)
Flur: 36
Flurstück: 13/106, 13/107, 13/18, 13/19, 13/30, 13/37, 13/4, 13/45, 13/5, 13/67, 13/68, 13/69, 13/70, 13/92, 65/12

Seit zu Beginn des 18. Jahrhunderts hessische Truppen in Wetzlar Quartier nahmen, war die Stadt Garnisonsstandort gewesen. Erst im Jahre 1877 wurde die letzte Garnison, die Rheinischen Jäger, aus der Stadt abgezogen. Seither versuchten die Stadtväter immer wieder eine Garnison nach Wetzlar zu holen. Dies gelang ihnen im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Nachdem sich die Stadt verpflichtet hatte, auf eigene Kosten eine Kaserne zu errichten, sollte die Unteroffiziersschule aus Biebrich nach Wetzlar verlegt werden. Am 28.3.1908 wurde dem Kriegsministerium ein erster Entwurf für den Bau einer Kaserne vom Wiesbadener Architekt Alfred Schellenberg vorgelegt. Nach seiner Weigerung Änderungen der Militärintendantur in Frankfurt zu übernehmen, wurde sein ehemaliger Mitarbeiter Hermann Georg Müller mit der Planung beauftragt. Der in Karlsruhe ausgebildete Sohn des ortsansässigen Bauunternehmers Johann Georg Müller hatte zuvor im Büro des Kreisbaumeisters Witte gearbeitet und begann umgehend mit den Planungen, die am 19.3.1911 vom Kommando der Unteroffiziersschule in Biebrich akzeptiert wurden. Im Frühjahr 1913 begannen die Bauarbeiten mit der Errichtung der auf L-förmigem Grundriss errichteten Mannschaftsunterkünfte. Die je 180 Räume umfassenden dreigeschossigen, verputzten Gebäude mit ihren gaubenbesetzten Walmdächern wurden auf hohen Bruchsteinsockeln errichtet und sind durch flache Gesimse und grob bossierte Türlaibungen gegliedert. Zusammen mit der eingeschossigen Exerzierhalle mit ihrem hohen Walmdach mit Zwerchhäusern unter geschweiften Giebeln flankieren die Mannschaftsgebäude im Norden, Osten und Süden einen großen Exerzierhof. Im Westen wird der große Hof von zwei leicht zurückgesetzten Gebäuden begrenzt. In der Mittelachse gegenüber der Exerzierhalle ließ Müller das zweischossige, siebenachsige Offizierskasino errichten. Das Gebäude wird durch seinen von grob bossierten, halbrunden Wandvorlagen flankierten Eingang und einen Zahnfries an der Traufe des steilen Walmdaches gegliedert. Die große Dachfläche gliedern drei verschieferte Zwerchhäuser mit geschweiften Giebeln und ein hoher Uhrturm mit Zwiebelhaube. Nördlich neben dem Kasino wurde die Kommandeursvilla angeordnet. Das schlichte, zweigeschossige, verputzte, fünfachsige Gebäude verfügt, ähnlich dem Kasino, über einen besonders betonten Eingang, dessen Doppeltür mit halbrundem Oberlicht von stilisierten Pilastern flankiert wird. Das verschieferte Walmdach, das sich über einem mit Zahnfries versehenen Traufgesims erhebt, wird durch übergiebelte Gauben und ein mittig angeordnetes Zwerchhaus mit verschiefertem Dreiecksgiebel gegliedert. Zum ältesten Gebäudebestand der Anlage gehört darüber hinaus das Wachhaus an der Westseite des ehemaligen Haupteinganges. Das eingeschossige Gebäude unter einem geschwungenen, verschieferten Walmdach mit übergiebelten Zwerchhäusern in unterschiedlicher Größe verfügt über ein, dem Eingang zugewandte Säulenhalle. Grob bossierte Säulenpaare tragen hier ein einfaches Gebälk mit stark profiliertem Gesims. Den Haupteingang der gesamten Anlage bildete früher eine große Freitreppe, die ein breites, von Pfeilern flankiertes Tor erschließt, das eine in wildem Mauerwerksverband zusammengefügte Bruchsteinmauer unterbricht und am Wachhaus vorbei über weitere Treppenanlagen direkt auf den Exerzierhof führt. Die weitgehend fertige Anlage wurde am 1.4.1914 der Unteroffiziersschule aus Biebrich übergeben. Noch im Jahre 1914 wurden die Wirtschaftsgebäude hinzugefügt. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges brachte die Bautätigkeit zum Erliegen. Allein das am 26.10.1917 eingeweihte Ehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges entstand zu der Zeit. Nach dem verlorenen Krieg wurde die Unteroffiziersschule am 1.3.1920 aufgelöst. Die Stadt als Bauherrin der gesamten Anlage erhielt das Gelände am 18.2.1921 zurück. Aufgrund der schon seit Jahren beklagten Enge in den Wetzlarer Schulen beschloss der Rat, die "Militärstadt" zu einer "Schulstadt" umzufunktionieren. Der Exerzierhof wurde zum Sportplatz, das Wirtschaftsgebäude zum Festsaal umgebaut und am 23.6.1923 konnten die ersten Schulen einziehen. Der Exerzierhof erhielt nun eine Tribüne, die nach 1935 von Offizieren genutzt wurde. Durch einen öffentlichen Wettbewerb wurde das Gelände im nächsten Jahr nach einer alten Flurbezeichnung in der näheren Umgebung Spilburg genannt. Im Zuge der schnellen Wiederaufrüstung nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten mußte die Stadt das Gelände am 18.9.1934 dem preußischen Staat zurückgeben. Am 1.11.1934 waren die Schulen ausgezogen und die Wehrmacht zog ein. In den folgenden Jahren entstanden im Osten und Norden des Geländes verschiedene Neubauten, die die Anlage um ein vielfaches vergrößerten. Seit dem 29.3.1945 hatten amerikanische Truppen die Kaserne besetzt. Zeitgenossen hoben besonders die Umsetzung des Heimatstils hervor, dessen Blütezeit erst nach dem Ersten Weltkrieg begann. In der Erkenntnis der kulturellen Bedeutung eines Bauwerks sollten alle Bestrebungen zum Schutze der Heimat und des Landschaftsbildes und zur Förderung der heimischen Bauweise wurzeln. Der Regierungspräsident von Hövel hob zusammen mit dem Provinzialkonservator ebenfalls besonders hervor, dass bei der Durcharbeitung der Wunsch bestanden hat, im freien Anschluss an die heimischen Architekturformen eine wirkungsvolle und großzügige Baugruppe zu schaffen.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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