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Lahn-Dill-Kreis
Wetzlar
Nauborn
  • Kirchgasse (NB) 5
Evangelische Pfarrkirche, ehem. St. Maria
Flur: 13
Flurstück: 9

Die Pfarrkirche gilt als mögliche Rechtsnachfolgerin der 806 genannten Kirche am Engelsberg. Eine erste gesicherte Nennung erfolgte 1290 mit der Einsetzung von Pfarrer Ludwig von Voitsberg (Vetzberg) (WZUB II, 161). Die Herren von Vetzberg hatten das Patronatsrecht als Inhaber des Vogteihofes in Nauborn noch 1432; sie wurden abgelöst durch die Fürsten von Solms-Braunfels (bis 1920). Bei dem Überfall auf Nauborn 1468 muss die Kirche schon an der heutigen Stelle gestanden haben; dies geht aus der späteren Vernehmung von Zeugen hervor, bei der Pfarrer Schabe den Platz vor der Kirche beschrieb. Die Einführung der Reformation erfolgte allmählich spätestens seit 1558, vermutlich seit 1579 ist die Kirche reformiert. Der Wetzbach schied seitdem den lutherischen Teil Nauborns im Nassauischen Amt Atzbach vom reformierten Teil im Solmsischen Braunfels. Die Kirche liegt am Nordhang im nordöstlichen Randbereich des Dorfes zwischen diesem und dem Friedhof, oberhalb des Wetzbachs. Die Ringmauer um den Kirchbezirk ist nur teilerhalten. Schlichter, geosteter, chorloser, geputzter Rechtecksaal aus Bruchstein mit Walmdach und Dachreiter, unter Verwendung mittelalterlicher Teile um 1700 grundlegend erneuert. Einfache, hochsitzende Rechteckfenster in den Traufwänden werden durch kleinere, rundbogig geschlossene im Westteil ergänzt; die kleinen Fenster in der Nordwand dienen zur Belichtung unter der Empore, das Fenster hinter dem Altar in der Ostwand wurde 1952 eingebaut und ersetzt kleinere von 1927. Angeblich hatte die Kirche ursprünglich einen Westeingang, die rundbogigen Portale in der Südwand - ein größeres im westlichen Bereich und das kleinere in Höhe des Kanzelaufgangs - sind jedoch möglicherweise noch mittelalterlich. Der einfach liegende Dachstuhl wurde 1952 teilweise neu verbrettert; die Walme der Schmalseiten sind nach Art eines Mansarddaches geteilt. Der im Grundriss quadratische Dachreiter von 1768 ist mit einem achteckigen Aufsatz versehen; der Glockenstuhl wurde mit Balken in Zweitverwendung errichtet. Die Faktur der Kirche lässt auch in der heutigen, geputzten Form eine komplizierte, jedoch im einzelnen nicht zu entschlüsselnde Baugeschichte erkennen (vgl. Blasbach); sie wird meist als einstige Wehrkirche bezeichnet. Der Westteil mit den kleinen, romanisch wirkenden Rundbogenfenstern sowie der Stützmauer an der Südwestecke setzt sich auch durch seine Mauerstärke von etwa 80 cm vom östlichen, nach einem Wandabsatz mit schmalerem Mauerwerk vielleicht 1672 angebauten Teil ab. Aber auch das nach Art einer Schießscharte schräg in die Wand geschnittene Ostfenster deutet auf ältere Bausubstanz in diesem Wandbereich hin. Bei der Renovierung der Kirche 1953/54 wurde ein 20 cm breiter Riss in der Nordwand entdeckt, der vom Putz überdeckt war; er könnte die Stelle markiert haben, wo unterschiedliche Bauabschnitte zusammenstoßen (Fotos fehlen). 1968 erfolgte eine Erneuerung des Außenputzes sowie eine Innenrenovierung. Der schlichte Innenraum ist mit einer einheitlichen Holzdecke versehen, die auf einem Längsunterzug aufliegt. Ein achteckiger Holzständer mit Kopfbändern und Sattelholz trägt den Unterzug an der Stelle, wo der Dachreiter aufsitzt; angeblich war ursprünglich ein zweiter Dachreiter vorhanden. 1583 begann eine sukzessive Umgestaltung des Innenraums im Sinne des Kalvinismus. Der Innenraum ist fast ganz weiß gestrichen und erfährt durch die die Ausstattung vereinheitlichenden Grautöne keine Akzente. Die an der Nord- und den beiden Schmalseiten umlaufende Holzempore ruht auf Stützen und ist den etwas unterschiedlichen Kopfbändern nach im 17. und 18. Jahrhundert in Abschnitten entstanden; die Ostempore wurde 1968 etwas vorgezogen. Die kassettierten Emporenbrüstungen sind mit Bibelsprüchen versehen, die 1968 entdeckt und zum Teil wiederhergestellt wurden. Der Abendmahlstisch gelange 1794 als Geschenk des Fürsten Karl zu Solms-Braunfels in die Kirche. Die schlichte Kanzel mit Fuß ist ohne Schalldeckel. Die Orgel mit freistehendem Pfeifenwerk auf der Empore über dem Altar umfasst zwei Manuale, Pedal und 14 Register. Das Instrument wurde von der Firma Walcker in Ludwigsburg als op. 3133 im Jahre 1953 erbaut und später bis an die Nordwand der Kirche heran erweitert. An der äußeren Südwand sind die Grabsteine des Pfarrers Johann Andreas Pfaffius (+ 1763) und seiner Frau Anna Elisabeth (+ 1760) mit derben Engelskartuschen aufgestellt; sie lagen ursprünglich im Mittelgang der Kirche. Eine Glocke von Jakobus Rinker aus Aßlar von 1696 musste abgegeben werden, eine zweite alte Glocke ist erhalten und wurde 1949 um zwei weitere neue ergänzt.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen.

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