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Teil der Gesamtanlage:
Barockviertel
Der beherrschende, nordwestlich der Fuldaer Altstadt gelegene, frühbarocke Sakralbau wurde in den Jahren 1704-12 an Stelle der berühmten Ratger-Basilika, der in ihrer Entstehungszeit größten Kirche nördlich der Alpen, errichtet. Dabei orientierte man sich - abgesehen vom Paradies - weitgehend an den Ausmaßen und der Ausrichtung des alten Baues.
Wie Grabungen ergeben haben, hatte die Ratger-Basilika zumindest einen Vorgängerbau. Dieser ist mit dem Namen des Gründerabts des Klosters Fulda, Sturmius, verknüpft, der im Jahr 744 im Auftrag des Bonifatius mit dem Bau von Kirche und Klausur begann, an einer Stelle, an der sich nachweislich noch bauliche Reste einer aufgelassenen fränkisch-merowingischen Curtisanlage befanden. Ob in diesem Zusammenhang bereits eine Saalkirche mit Chorquadrat bestanden hat, ist umstritten. Unter Sturmius entstand eine dreischiffige Basilika von neun Jochen mit einer Halbkreisapsis im Osten. Die Weihe der Kirche erfolgte im Jahr 751, die Klausurgebäude schlossen sich nach Süden an. Als Bonifatius im Jahr 754 in Friesland den Märtyrertod erlitt, bestattete man, seinem Wunsch folgend, den Leichnam am Westende der Kirche und errichtete darüber einen Altar. Das Felsengrab des bald heilig gesprochenen Bonifatius erfuhr in den folgenden Jahren eine ständig wachsende Verehrung durch Wallfahrer bei einem gleichzeitig immer größer werdenden Konvent. 791 begann man unter Abt Baugulf mit dem Bau einer neuen Kirche, deren Baumeister der Mönch Ratger war. Unter Beibehaltung der alten Mittelachse errichtete er zunächst über der alten Kirche eine wesentlich größere, dreischiffige Basilika mit großer Halbkreisapsis, um dann - 802 zum Abt gewählt - dieser Kirche nach dem Vorbild von Alt-St.Peter in Rom noch ein ausladendes Westquerschiff mit großer Apsis sowie an der Ostseite ein alriumförmiges Paradies anzufügen. 817 war der Bau abgeschlossen, gleichzeitig mußte Ratger der Abtswürde entsagen, da seine Bauleidenschaft den Unmut der Mönche evoziert hatte. Unter seinem Nachfolger Eigil wurden in den folgenden beiden Jahren durch den Mönch Rachulf noch zwei Krypten unter den Chören eingerichtet. Am 1. November 819 erfolgte die Weihe der Kirche durch den Mainzer Erzbischof bei gleichzeitiger Überführung der Gebeine des hl. Bonifatius in den neuen Westchor. Diese auf deutschem Gebiet erste Doppelchoranlage mit Krypten hatte modellhaft Einfluß auf die weitere Entwicklung des monumentalen Kirchenbaus nördlich der Alpen.
Die Ratger-Basilika erfuhr bis zu ihrem Abriß 1704 noch einige Veränderungen bzw. Erweiterungen: Noch unter Eigil wurde mit dem Bau eines neuen Klausurquadrats im baulichen Anschluß an das westliche Querschiff begonnen. Nach einem Brand im Jahr 937 erhielt die Kirche eine neue Ostpartie mit zwei auf quadratischen Sockeln ruhenden Rundtürmen, seitlich der Türme wurden Kapellen angefügt. Im Jahr 948 waren diese Arbeiten abgeschlossen, danach wurde mit der Vergrößerung des Paradieses begonnen, so daß es den repräsentativen Zwecken als kaiserlichkönigliche Pfalz genügen konnte, eine doppelchörige Kapelle St. Johannes über dem Osteingang dieses Profanbereichs wurde 973 geweiht. 1120 stürzte der südliche Turm ein und zerschlug einen Teil der Ostkrypta. Der Wiederaufbau erfolgte unmittelbar danach, die erneuerte, noch heute in Teilen erhaltene 16-säulige Krypta wurde 1157 in Anwesenheit von Kaiser Barbarossa eingeweiht. Abgesehen von notwendigen Reparaturarbeiten nach diversen Bränden (Einbringen eines Gewölbes im 15.Jh.?) blieb die Ratger-Basilika in diesem Zustand bis 1701 bestehen.
Der wirtschaftliche Aufschwung der Abtei am Ende des 17.Jhs. machte es möglich, die wohl baufällig gewordene Basilika durch einen Neubau zu ersetzen. Im Jahr 1700 beauftragte Fürstabt Adalbert von Schleiffras den in Bamberg tätigen Architekten Johann Dientzenhofer mit der Planung einer neuen Kirche, die dann ab 1704 unter Verwendung alter Bausubstanz in den neuen Formen des Barock erbaut wurde. 1712 erfolgte die Konsekration zu Ehren des Erlösers, bis 1720 war die Innenausstattung abgeschlossen. Die Aufwertung zum Dom erfuhr die Stiftskirche im Jahr 1752, als Fürstabt Amand von Buseck zum Fürstbischof ernannt wurde. Mit der Säkularisation des Klosters im Jahr 1802 war auch die Kirche einige Jahre verwaist - sie diente zeitweilig als Gefangenendepot -, ab 1829 hatte sie zumindest wieder ihre Funktion als Bischofskirche. 1892 fand eine Umgestaltung der Bonifatiusgruft statt, die jedoch bei einer Renovierung 1952/53 wieder zurückgenommen wurde. 1905 brannte der nördliche Turm aus, er wurde wenige Jahre später wieder rekonstruiert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Seitenschiffe durch Bombentreffer schwer beschädigt, ihre Wiederherstellung erfolgte bis 1954. Eine umfassende Restaurierung des Domes ist seit 1975 in Gang.
Der Dientzenhofersche Dom ist eine dreischiffige, basilikale Anlage über kreuzförmigem Grundriß, der im Osten eine Doppelturmfassade mit begleitenden Kapellen vorgeblendet, im Westen der Mönchschor mit seitlichen, weit ausladenden Armen angegliedert ist. Über der Vierung ruht eine mächtige Kuppel. Die Kirche ist nach Westen ausgerichtet, bedingt durch die Lage des Bonifatiusgrabes, das auch schon innerhalb der Anlage der Ratger-Basilika einen gewichtigen Schwerpunkt bildete. Auf Grund der Vorgabe, die mittelalterlichen Osttürme beizubehalten, weist der Dom eine sehr schmale Hauptfassade auf, deren Vertikaltendenz optisch durch die seitlichen, eingeschossigen Kapellen (Andreas- und Johanneskapelle) und durch freistehende Sandsteinobelisken ausgeglichen wird. Die sich risalitartig zwischen den Türmen nach vorne schiebende Fassade ist im wesentlichen eine Wiederholung der Fassade von St. Michael in Bamberg, die nur wenige Jahre früher von J. Leonhard Dientzenhofer, dem älteren Bruder des Fuldaer Baumeisters, entworfen wurde. Gemeinsame Elemente sind u.a. der eingezogene Mittelteil, der abschließende Dreiecksgiebel, das von paarweise angeordneten Dreiviertelsäulen gerahmte Hauptportal, die Pilastergliederung sowie die Voluten- und Pyramidenaufsätze im Obergeschoß. In Fulda ist über dem Haupteingang jedoch das überdimensionale Wappen des Adalbert von Schleiffras angebracht (es stammt von Balthasar Esterbauer), darüber sitzt ein großes, baldachinumrahmtes Fenster; die Gliederung des Obergeschosses erfolgt durch Säulen mit Komposit-Kapitellen. Die viergeschossigen, im Grundriß quadratischen Glockentürme zeigen eine schlichte Lisenengliederung, die sechsseitigen Obergeschosse tragen doppelte Schweifkuppeln mit Laternen, Ananasaufsätzen und Turmkreuzen. Die vier in Nischen stehenden Fassadenfiguren der hll. Bonifatius, Sturmius, Simplizius und Faustinus stammen von Andreas Balthasar Weber. Dieser Meister schuf auch die beiden Obelisken, die mit Löwen, Adlern, Wappen und bekrönenden Engelswolken geschmückt sind; der südliche trägt ausführliche lateinische Inschriften.
Die übrigen Fronten des in Quadertechnik errichteten Domes sind im Erdgeschoß durch toskanische Pilaster, im Obergeschoß durch Lisenen gegliedert, die Belichtung erfolgt - im Erdgeschoß abhängig von der Innenraumgliederung - alternierend durch rundbogig schließende Fenster oder große Thermenfenster (ohne die übliche Teilung), im Obergeschoß hauptsächlich durch stichbogig schließende Fenster. Der achtseitige Tambour der nach römischen Vorbildern gestalteten Kuppel (Petersdom) zeigt rundbogig schließende Fenster, er ist außerdem durch Halbsäulen mit Kompositkapitellen gegliedert. Die Schieferdächer des Gebäudes sind mit kleinen Gaupen besetzt, aus den Pultdächern der Seitenschiffe ragen kleine Laternen mit Kuppeldächern. Mit Laternen und Schweifkuppeln sind auch die große Vierungskuppel, die Kuppeln der seitlichen Kapellenanbauten sowie der Dachreiter am westlichen Ende des Mittelschiffdaches bekrönt.
Der Innenraum ist nach dem System der rhythmischen Travee gegliedert, d.h. regelmäßiger Wechsel von Haupt- und Nebenjochen in der Längenerstreckung. Dabei öffnet sich das von einer Tonne mit Stichkappen überwölbte Mittelschiff auf unterschiedliche Weise zu den Seitenschiffen: die Hauptjoche mittels weiter Rundbögen, die Nebenjoche mittels niedriger Rechtecköffnungen, über denen Figurennischen sitzen. Den Hauptjochen entsprechen in den Seitenschiffen große Kuppelräume, den Nebenjochen niedrige, kreuzgratgewölbte Zwischenräume. Die Gliederung der Haupt- und Querschiffwände erfolgt durch kräftige Pilaster und Halbsäulen mit Kompositkapitellen, die ein stark vorkragendes Gebälk tragen. Das Gebälk der Seitenschiffe wird von ionischen Säulen getragen. Querschiff und Chor enden in der Art eines Trikonchos dreiseitig, die Öffnungen zu den Seitenschiffen bzw. zu ihren Verlängerungen werden hiervon säulengetragenen Emporen (Coretti) mit Balustraden überspannt. Das Motiv der Figurennische erscheint wieder in den abgeschrägten Ecken von Chor und Querschiff.
Durch die helle, lichtspendende Vierungskuppel, die sich über Hängezwickeln erhebt, erhält die Kirche Zentralraumcharakter. Der durch eine Pilasterordnung gegliederte Tambour weist vier große Fensteröffnungen auf, dazwischen stehen die Nischenfiguren der drei Erzengel und eines Schutzengels von Giovanni Battista Artari. Die eigentliche Kuppel ist in Fortsetzung der Pilaster mit breiten Bändern besetzt, die in dem mit der Heilig-Geist-Taube geschmückten Opäum zusammenlaufen, zwischen den Bändern sitzen kleine Oculi.
Der vor einer hohen Rundbogenöffnung stehende, transparent gestaltete Hochaltar gibt den Blick frei in den erhöht dahinter liegenden Mönchschor, ein kreuzgratgewölbter, zweijochiger Raum mit der üblichen Pilastergliederung. In den auch hier abgeschrägten Ecken befinden sich wieder Nischenfiguren. Die beiden in Höhe des Mönchschores ansetzenden Arme, deren Westwände teilweise noch aus Mauern der Ratger-Basilika bestehen, enthalten jeweils kreuzgratgewölbte Räume von drei Achsen: der südliche, als Sakristei genutzte Raum ist weitgehend schmucklos, der nördliche enthält die Marienkapelle und zeigt eine Wandgliederung mit ionischen Pilasterpaaren und einem Gesims. In den abgeschrägten Ecken befinden sich auch hier Nischenfiguren. Diese tauchen auch in den beiden östlichen Kapellen auf, deren Wände von je zwei ionischen Dreiviertelsäulen vor Halbpilastern gegliedert werden.
Unter dem Mönchschor liegt die das Bonifatiusgrab enthaltende Krypta, ein achtjochiger, tonnengewölbter Raum mit Stichkappen, dessen Gurtbögen von dorischen Wandpilastern bzw. Säulen getragen werden. In sechzehn Wandnischen stehen von A.B. Weber geschaffene Sandsteinfiguren heiliger Päpste und Bischöfe (1705-10).
Die Stukkaturen an Wänden und Gewölben des Kirchenschiffs stammen von dem in Rom ausgebildeten Luganesen Artari, in dessen Werkstatt auch sämtliche Nischenfiguren (Stuckplastiken) angefertigt wurden. Die teilweise erneuerten Fresken an den Kuppelzwickeln der Seitenschiffe schuf der Innsbrucker Maler Joh. Melchior Steidl. Ihre Darstellungen nehmen immer Bezug auf den Altar der jeweiligen Kapelle. Die kleinen Kartuschenmalereien über den großen Bogenöffnungen des Hauptschiffes - ebenfalls von Steidl - nehmen Bezug auf Textstellen des Alten Testamentes. Von dem wie Artari aus dem Tessin stammenden Luca Antonio Colomba sind die großen Fresken in den vier Zwickeln der Hauptkuppel. Sie zeigen die vier Evangelisten auf Wolken schwebend, wobei hier mit Hilfe kleiner Stuckergänzungen (Wolken, Zehen) die illusionistische Wirkung im Sinne von Plastizität gesteigert wurde.
Der Fuldaer Dom beherbergt eine Reihe bemerkenswerter Altäre und Grabdenkmäler. Die meisten Altäre entstanden in den Jahren der ersten Ausstattungsphase 1712-15, wobei die Holzaltäre der Seitenschiffe und Kapellen in der Regel von einem Team, bestehend aus dem Franziskanerbruder Georg Blank, dem Bildhauer A.B. Weber und dem Maler Joh. Ignaz Albin, stammen, während die Stuckaltäre im Querschiffbereich von Artari geschaffen wurden. Beginnend mit der südöstlichen Andreaskapelle seien im Uhrzeigersinn aufgeführt:
- der Andreasaltar mit dem ovalen Ölgemälde von Albin,
- der Dreikönigsaltar, der im Jahr 1700 von dem Frankfurter Joh. Wolfgang Fröhlicher gearbeitet als einziger Altar aus der alten Stiftskirche übernommen wurde;
- der Martinsaltar mit einem Rundbild von Albin;
- der Benediktaltar im südlichen Querschiff mit der Benediktfigur von Johann Neudecker d.Ä.,
- der Kreuzaltar mit einem Olgemälde von Albin;
- der Annaaltar mit einem Altarblatt von Christoph Jung;
- der vermutlich auf einen Entwurf Dientzenhofers zurückgehende Hochaltar, dessen holzgeschnitztes Oberteil mit der himmelfahrenden Maria von Neudecker stammt (die Maria empfangende Trinität in Stuck über dem Chorbogen ist eine Arbeit Artaris);
- der Bonifatiusaltar in der Krypta, dessen Alabasterreliefs mit der Darstellung des Martertodes und der Auferstehung des hl. Bonifatius als meisterliche Hauptwerke des Johann Neudecker gelten,
- der Choraltar von Blank, Weber und Neudecker, dessen Altarblatt eine Rubens-Kopie (Abendmahl) von Albin ist;
- der Valentinusaltar mit einem Gemälde von Jung,
- der Marienaltar von 1758 in der gleichnamigen Kapelle;
- der Simplizius- und Faustinusaltar mit dem Ölgemälde von Albin (Stuck von Andreas Schwarzmann),
- der Sturmiusaltar im nördlichen Querschiff, die Alabasterfigur des hl. Sturmius stammt auch hier von Neudecker;
- der Josephsaltar mit einem jüngeren Retabel von Hermann Knackfuß, Kassel,
- der Johannesaltar in der nordöstlichen Johanneskapelle mit einem Ölgemälde von Albin.
Die bedeutenden Grabdenkmäler befinden sich alle im Bereich derVierung und der Querhausarme. Am südwestichen Vierungspfeiler steht das monumentale Marmorepitaph für den Bauherrn des Domes, Adalbert von Schleiffras, eine qualitätvolle Arbeit von Joh. Ernst Mockstatt aus den Jahren 1719-22. Die beiden weiteren Grabmäler der Vierung gehen vermutlich auf Entwürfe von Andreas Gallasini zurück. Das Epitaph für Fürstabt Adolph von Dalberg am nordwestlichen Pfeiler wurde von den beiden Limburgern Johann Maus und Joseph Leitener (Marmorarbeiten) sowie Christian Joseph Winterstein (Alabasterfigur) 1730-32 geschaffen, das für Placidus von Droste am südöstlichen Pfeiler 1744 von Leitener und Johann Valentin Schaum (Alabasterarbeiten) unter Verwendung eines älteren Grabmals. Die beiden vermutlich ebenfalls von Gallasini entworfenen Epitaphien in den Querhausarmen jeweils westlich der großen Altäre sind wieder Arbeiten von Leitener und Schaum. Das südliche für Constantin von Buttlar wurde 1740 errichtet, das nördliche für Amand von Buseck nur ein Jahr später. Die Kirche enthält weitere hochrangige Ausstattungsstücke, so die reich dekorierte Kanzel am nordöstlichen Vierungspfeiler von dem Franziskanerbruder Jürgen Moz und A.B. Weber (1712-14) und das schön geschnitzte zweireihige Chorgestühl mit Intarsien von Blank. Die Prospekte der beiden Orgeln sind aufwendige Schnitzarbeiten von Weber (1708-13 und 1718-20), die Hauptorgel auf der Ostempore über dem Eingang wurde 1877, die Chororgel 1894 von Wilhelm Sauer (Frankfurt/ Oder) neu gebaut. Zwei bedeutende Reliefdarstellungen wurden von der Ratger-Basilika übernommen, und zwar die Darstellung Karls d. Großen an der nordöstlichen Halbsäule des Hauptschiffes, eine Arbeit des 14.Jhs., sowie das Relief eines Ritters zu Pferde über dem nördlichen Kryptenzugang, vielleicht aus der Zeit um 1300. Aus dem Jahr 1489 stammt die flach gearbeitete Holzskulptur einer Schutzmantelmadonna in der Marienkapelle, die Peter Dell d.Ä. zugeschrieben wird. Von dem Hofmaler Emanuel Wohlhaubter wurde 1745 das große, einst in der Kirche von Schloß Fasanerie, Eichenzell, befindliche Ölgemälde über dem südlichen Abgang zur Bonifatiusgruft gemalt. Die Bronzeplastik des statuarisch auf einem Thron sitzenden Petrus am nordwestlichen Vierungspfeiler ist die Kopie einer wohl griechischen Arbeit des 6.Jhs. in der Peterskirche in Rom. Die beim südwestlichen Vierungspfeiler stehende Herz-Jesu-Figur wurde 1923 von Joseph Fleck (Fulda) geschaffen.
Von den sechs Glocken der Kirche stammen vier aus den fünfziger Jahren, von den beiden älteren wurde die Salvatorglocke 1897 gegossen, die Johannesglocke kam nach dem Zweiten Weltkrieg vom Hamburger Glockenfriedhof nach Fulda und trägt die Datierung 1778.
Der an geschichtsträchtiger Stelle wohl am stärksten das Stadtbild Fuldas prägende Dom ist in seiner architektonischen Gestaltung deutlich dem römischen Barock verpflichtet. Dientzenhofer, der sich 1699/1700 einige Monate in Rom aufhielt, orientierte sich allerdings weniger an den damals moderneren Bauten eines Bernini oder Borromini, sondern bevorzugte den schweren Stil des frühen römischen Barock, den er an Il Gesu, S.Andrea della Valle und an der Peterskirche vorfand; von der Kuppel der Peterskirche wurde für Fulda sogar ein Modell angefertigt. Diese Hinwendung Dientzenhofers zu ruhigeren Formen geht im übrigen einher mit einer zeitgleichen Erscheinung in Rom, die mit dem Namen Carlo Fontana verknüpft ist. Von diesem Architekten vermutet man sogar, daß er unmittelbar auf die Planung des Domes eingewirkt hat. Die markante Doppelturmfassade kennzeichnet den Dom jedoch deutlich als einen Bau nördlich der Alpen. Für den Kirchenneubau der Umgebung, besonders in der vorderen Rhön, wurde der Barockbau im 18.Jh. zum nachahmenswerten Vorbild. Seine Qualität und somit auch sein Wert als Kulturdenkmal steht aus bau- und kunsthistorischer Sicht außer Frage, seine religiöse Bedeutung ist durch das vorhandene Bonifatiusgrab, das nach wie vor Ziel von Wallfahrten ist, noch heute aktuell.
Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen und wissenschaftlichen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.
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