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Wetterau
Bad Nauheim
  • Im Park (Kurpark)
  • Am großen Teich
  • Am kleinen Teich
  • Großer Teich (n.st.Gew.III)
  • Kleiner Teich (n.st.Gew.III)
Kurpark
Flur: 2, 6, 7
Flurstück: 3/3, 370/1, 7/8, 127, 128, 154, 155, 184, 187, 204/1, 205/1, 206, 245/1, 259, 262, 263, 142/1

Gegen Ende des Jahres 1853 erhielt der Franzose J. R. Viali die Möglichkeit, in Nauheim eine Spielbank zu führen. Der Pachtvertrag, der die Einzelheiten regelte, sah als Gegenleistung die Errichtung eines neuen Kurhauses sowie die Anlage eines Parks mit der Umgestaltung des schon bestehenden Teichhauses zu einem vergnüglichen Restaurationsbetrieb vor.

Nach einem Wettbewerb wurde der in Frankfurt-Bockenheim ansässige Heinrich Siesmayer mit der Parkgestaltung beauftragt, die Ausführung erfolgte in den Jahren 1857-58. Es ist sicher nicht übertrieben, den Park als das Herz des damals gerade entstehenden Nauheimer Stadtbildes zu bezeichnen. Erst der Park stellte einen städtebaulich befriedigenden Zusammenhang her zwischen der Erweiterung des Dorfes Nauheim im Norden, den großen Sprudelquellen mit umgebenden Badehäusern am östlichen Usa-Ufer und dem Nauheimer Teich, der zuvor dem Salinenbetrieb als Wasserreservoir diente und von Siesmayer in das Parkerlebnis einbezogen wurde. Die neue Parkanlage faßte aber nicht nur Elemente aus bereits vergangener Zeit zusammen, sondern wurde gleichermaßen zur Richtschnur für zukünftige Entwicklungen.

Auf der östlichen Usa-Seite steckte der die Badehäuser bogenförmig umfassende Weg, die sogenannte „Curve", zusammen mit der zum Bahnhof führenden Allee und der alten Landstraße zwischen Friedberg und Butzbach den Rahmen ab für eine bis 1900 vollständig vollzogene Ansiedlung von häufig zu Pensionszwecken genutzten Villen; die Westseite des Parks gab der Bebauung des Johannisberghangs eine Grenze. Nach Norden schließlich entlang des Usa-Tals war er Übergang zu freieren Landschaftsformationen. Die „Gärtnerei am Kaiserberg" sowie Sporteinrichtungen (Golfplatz, Eisstadion in der jüngeren Vergangenheit) fanden an dieser Nahtstelle später ihre geeigneten Standorte.

Das Parkareal selbst war gekennzeichnet von dem zum Usa-Tal gerichteten sanften Gefälle des Johannisbergfußes. Die baulichen Schwerpunkte im Park, die Badehäuser östlich der Usa, ein ursprünglich herrschaftliches Anwesen am Teich und das Kurhaus im Westen wurden durch Wegschleifen miteinander verbunden, die Bepflanzung konzentrierte sich auf die Wegekreuzungen und umschloß landschaftlich verstandene Räume. Einen abweichenden Charakter verlieh Siesmayer der kleinen Parkerweiterung unmittelbar an der Usa, die bereits jenseits der im Süden den Park begrenzenden Allee lag und von der offenen Wandelhalle der damaligen Trinkkur begrenzt wurde. Analog zur Blockstruktur der nach Westen anschließenden Bebauung unterteilte Siesmayer diesen Teil des Parkes geometrisch.

Ein weiterer Beleg für die ausgeprägte Berücksichtigung städtebaulicher Gegebenheiten bei der Anlage des Parks ist das zentral gelegene „Rondell". Axiale Wegebeziehungen vom Bahnhof und aus dem eben schon angesprochenen Bebauungsgebiet mit regelmäßigen Blockrändern wurden hier zusammengeführt. Auch die Längsachse des projektierten Kurhauses hatte im „Rondell" ihren ideellen Ausrichtungspunkt.

Der Siesmayersche Kurpark ist ein "Gesamtkunstwerk" von hohem Erhaltungswert und als Sachgesamtheit geschützt. Sein in vieler Hinsicht wegweisender Charakter für die Stadtentwicklung wird nicht zuletzt durch die Tatsache verdeutlicht, daß der Vorschlag, die Badehäuser an den großen Sprudeln um Höfe zu gruppieren, Jahrzehnte später mit der Planung des „Sprudelhofes" aufgegriffen wurde. Gegenwärtig ist der Kurpark starken Gefährdungen ausgesetzt. Als erstes ist die fortgesetzte Bebauung von ursprünglich als Grünflächen vorgesehenen Plätzen zu nennen. Nicht minder schwer wiegt der häufige Verlust der alten Wegeführungen. Er führt dazu, daß die bewusste landschaftsräumliche Gestaltung in einem Einerlei von „Grün" unterzugehen droht.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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