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Dortelweil
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Dortelweil

Gesamtanlage Dortelweil

Der historische Ortskern des heutigen Dortelweil ist ein geschlossenes Dorf mit regelmäßigem Grundriß, dessen Siedlungskontinuität bis ins hohe Mittelalter zurückreicht. Eine bemerkenswerte Besonderheit ist die Bewehrung des östlichen Dorfrandes mit einer Mauer. Sie ersetzte an dieser Stelle 1714/15 den älteren Haingraben, der bis dahin das an der Nidda gelegene Dorf auf seinen drei zum Land gelegenen Seiten umgab.

Die historische Siedlungsanlage wurde dominiert von der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Obergasse. Bis 1848 befand sich an ihrem nördlichen Ende ein Torbau, der bis zur Beseitigung der alten Umwehrung von der Landseite den einzigen Zugang zum Ort ermöglichte. Vor dem Torbau befand sich die Gerichtslinde, unter der bis 1826 das Gericht in Dortelweil abgehalten wurde. Das Gasthaus "Zur Linde", Kreisstraße 1 und Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage Dortelweils, erinnert an Ort und Stelle an diesen Sachverhalt. An besagtem Gasthaus trifft die Kreisstraße auf den Karber Weg, in beiden Fällen handelt es sich um ältere Wege. Die Kreisstraße stellte die Verbindung her zum Dortelweil östlich passierenden Fernhandelsweg zwischen Frankfurt und Friedberg, heute B 3, der Karber Weg führte niddatalaufwärts Richtung Klein- und Groß-Karben.

Im Dorfinnern reihen sich entlang der Obergasse stattliche Hofanlagen. Zu bedauern ist, daß die Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Gutes der Freiherren von Holzhausen (Obergasse 20) Gruppen von Reihenhäusern weichen mußten. Abgebrochen wurde auch das schräg gegenübergelegene historische Almosenkasten-Gut, das im 16. Jahrhundert von der Stadt Frankfurt zum Zwecke der Armenpflege eingerichtet wurde. Die fraglichen Bereiche bleiben zusammen mit weiteren, die ebenfalls als Störung des überkommenen Bauensembles des Dorfes Dortelweil angesehen werden können, aus der denkmalgeschützten Gesamtanlage ausgeklammert. Trotz der beschriebenen störenden Eingriffe ist in der Obergasse ein historisches Straßenbild erhalten, dessen Bausubstanz vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammt. Einen Höhepunkt im Erlebnis des Straßenraumes stellt zweifellos die evangelische Pfarrkirche dar. Ihr zugehöriger Hof nimmt eine markante Stelle im Ortsbild dort ein, wo eine Geländeterrasse des Niddatals steil zum Flußufer abfällt. Während der Kirchhof selbst durch kräftige Stützmauern auf dem Niveau der Geländeterrasse gehalten wird, sind die umgebenden Gebäude dem Geländegefälle entsprechend gestaffelt angeordnet.

Das Dortelweiler Nidda-Ufer wird ein Stück weit von der Untergasse begleitet, die aber bald nach Norden abknickt und einen mit der Obergasse parallelen Verlauf einschlägt. Beide Gassen sind an mehreren Stellen spangenartig verbunden. Im Vergleich der beiden Straßenzüge fällt eine soziale Abstufung auf. Im Unterschied zur Obergasse mit dem ehemaligen Schultheißenhof (Obergasse 1) oder dem Herrenhaus des ehemaligen Holzhausen-Gutes (Obergasse 20) ist in der Untergasse nur auf weniger stattliche Anwesen rein bäuerlicher Herkunft zu treffen. Sie werden nochmals unterboten von den sehr kleinen Hofstellen des Dorfes, die zu einer Ortserweiterung des beginnenden 18. Jahrhundert gehören. Das Areal der Siedlungserweiterung wurde zuvor von den sogenannten "Burggärten" eingenommen, die aus einem aufgegebenen Herrensitz der Ritter von Vilbel hervorgegangen sein sollen.

Der historische Ortskern von Dortelweil nimmt im gegenwärtigen Gesamtsiedlungsbild des Vilbeler Stadtteils eine Randlage ein, von bestimmender Wirkung ist die B 3 mit einer Vielzahl von Gewerbestandorten im Süden der Gemarkung sowie die seit Mitte des 19. Jahrhunderts bestehende Bahntrasse Frankfurt-Friedberg mit jüngeren Wohngebieten im Einzugsbereich eines Dortelweiler Haltepunktes. Demgegenüber führen die für das historische Dorf wichtigeren Wegeverbindungen ein Kümmerdasein. Das trifft auf den schon angesprochenen Karber Weg im Norden zu, aber auch auf einen Steg über die Nidda in Verlängerung des westlichen Abschnitts der Untergasse. Die Flußüberquerung ist Ausgangspunkt eines ebenfalls schon älteren Weges zum Dottenfelder Hof (vgl. Gronau) und weiter links der Nidda nach Vilbel.

Innerhalb der denkmalgeschützten Gesamtanlage Dortelweils nehmen die Gärten östlich der eingangs erwähnten Dorfmauer als Grünfläche eine Sonderstellung ein. Sie sind zu erhalten, um die historische Dorfbefestigung im Ortsbild weiter wahrnehmen zu können. Dabei ist die Gartennutzung des Areals vor der Dorfmauer selbst bereits historisch. Kleine Portale im Mauerverlauf machten die Gärten vom Dorf aus zugänglich.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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