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Lahn-Dill-Kreis
Hohenahr
Hohensolms
  • Burgstraße 12
Burg Hohensolms
Flur: 11
Flurstück: 15/4

Die Grafen von Solms errichteten ab 1351 als Ersatz für das 1349 zerstörte Alt-Hohensolms eine neue Burg an der heutigen Stelle. Die im 14. Jahrhundert und im Dreißigjährigen Krieg teilweise zerstörte Anlage diente seit Anfang des 15. Jahrhunderts bis 1718 als Residenz der Grafen von Solms-Hohensolms bzw. Lich. Danach war sie Witwensitz und Sommeraufenthalt. Seit 1924 wird sie von der Christdeutschen Jugend und seit 1952 als Jugendburg der Evangelischen Kirche genutzt, die sie 1969 ankaufte. Die Baugeschichte der etwa viereckigen Ausläuferanlage bedarf noch genauerer Erforschung und Dokumentation. Den inneren Ring der dreifachen, den Ort einschließenden Befestigung bilden die östliche, überbaute Schildmauer mit vorgelagertem Halsgraben und die den Burghof wehrhaft rahmenden Gebäude. Der mittlere Ring schließt den im Norden gelegenen inneren Zwinger ein, während die Befestigung in Verlängerung der Stadtmauer den äußeren Zwinger umfasst. Sie wird im Nordosten von einer Rundwarte und einer wohl erst um 1600 entstandenen Bastion verstärkt. Den Kern der Anlage bildet ein T-förmiger Gebäudekomplex am unterkellerten Burghof. Während der ältere, westliche Teil als der ursprüngliche Palas bzw. Wohnturm angesprochen werden kann, wurde in dem jüngeren, östlichen Teil die alte Schildmauer verbaut. Dieser im 15. oder 16. Jahrhundert entstandene Hohe Bau wurde mehrfach verändert, wie die vermauerten, wohl zu einem Laubengang gehörenden Arkaden im dritten Geschoss an der Ostseite belegen. Zur mittelalterlichen Burg zählen auch die westlichen, großenteils ruinösen Gebäude, die den Burghof wehrhaft umschließen und vermutlich nach 1600 infolge von Besitzteilungen verfielen. Der noch um 1700 aufrecht stehende Bergfried hat sich nicht erhalten. Ursprünglich erfolgte der Zugang zum inneren Burghof von Nordosten durch eine Gasse hinter der Schildmauer bzw. später durch einen überbauten Tunnel. Mit dem Ausbau zum Wohnschloss vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurde der heutige Hauptzugang im Westen des Hofes geschaffen. In diese Phase fällt auch die Entstehung des Torwegbaus, durch den der innere Zwinger erschlossen wird. Sein heutiges Erscheinungsbild des 18. Jahrhunderts birgt einen 1580 datierten Kern. Die sukzessive und vermutlich als Ersatz für ältere Bauten entstandene Gebäudezeile an der Burgstraße bildet gleichzeitig die südöstliche Begrenzung des Burghofes. Der barocke Marstall mit seinem repräsentativen Mansarddach wurde seit 1991 ausgebaut. Gegenüber der Kirche liegt der achteckige, wohl spätgotische Eulenturm mit großen Segmentbogenfenstern. Neben dem abschließenden, relativ jungen Wirtschaftsgebäude dürfte der äußere Burgzugang in der Stadtmauer gelegen haben, von dem jedoch nur Reste der barocken Überformung erhalten sind. Als Nebengebäude der Burg sind die Kirche sowie das an der Stadtmauer gelegene alte Hof- und Wirtschaftsgut mit seiner mächtigen Bruchsteinscheune zu nennen. Letzteres wurde zusammen mit dem Torwegbau 1907 erneuert. Im Renteigarten westlich der Kirche, der einzigen größeren Grünfläche in diesem Bereich, findet sich ein in den Boden eingelassenes großes Sandsteinbecken mit Dreipassfries (Taufbecken?) Von der mittelalterlichen Substanz der Burg haben sich im Inneren des Hauptgebäudes vor allem ein Gewölbekeller und der über einer Mittelsäule gewölbte Rittersaal erhalten. Die übrige Ausstattung datiert im wesentlichen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Hervorzuheben sind im letzten Obergeschoss das "Totengemach" (heute Kapelle) mit einer säulen- und girlandengeschmückten Bettnische, ein weiteres Schlafgemach mit reicher Tür- und Alkovenrahmung (jetzt Bühnenraum), beides zweite Hälfte 17. Jahrhundert. Die prachtvolle Haupttreppe um 1700 mit reich geschnitzter Brüstung. Wandvertäfelungen vor allem im Rittersaal und in den Repräsentationsräumen des zweiten Obergeschosses.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen und wissenschaftlichen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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