Lahn-Dill-Kreis
Solms
Oberbiel-Ortsteil Altenberg
Gesamtanlage Kloster Altenberg
Altenberg gesamt

Westlich von Wetzlar liegen auf einer in das Lahntal vorspringenden Bergterrasse die Gebäude des ehemaligen Prämonstratenserinnenstiftes Altenberg. Es soll um 1170 von dem Wanderpriester Gottfried von Beselich gegründet worden sein und wurde durch das Kloster Rommersdorf mit Prämonstratenser-Nonnen besetzt. Damit reiht es sich in eine mittelalterliche Gründungswelle von Frauenklöstern und Stiften in Hessen ein. Schon bald unabhängig vom Mutterkloster erhielt das adelige Chorfrauenstift unter Kaiser Friedrich Barbarossa die Reichsunmittelbarkeit, die 1192 als Bestätigung urkundlich belegt ist. Unter der Meisterin Gertrudis (1227-1297), der jüngsten Tochter der Hl. Elisabeth von Thüringen, gewann das Kloster an Bedeutung, was sich vor allem im Bau von Konventsgebäuden und Kirche in der Zeit um 1260 bis etwa 1300 widerspiegelt. Die Grafen von Solms, deren Erbbegräbnis zeitweilig in der Kirche lag, versuchten mehrfach, die Reichsvogtei über das Stift an sich zu bringen, das seine Selbstständigkeit jedoch bewahren konnte. Auch die Reformationsversuche des 16. Jahrhunderts blieben erfolglos, so dass das Kloster als katholische Insel im protestantischen Bereich verblieb. Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung, dem die Neuausstattung der Kirche und zahlreiche Veränderungen an den Stiftsgebäuden im 18. Jahrhundert zu verdanken ist. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1802 wurde das Kloster säkularisiert und fiel als Entschädigung an die Fürsten von Solms-Braunfels. Die danach folgende Bewirtschaftung als Domäne hatte zahlreiche Abrisse und Neubauten außerhalb des Konventes zur Folge. Dieses selbst wurde von den Fürsten teilweise als Sommersitz genutzt. Die evangelisch gewordene Kirche wurde kurzfristig nach Oberbiel eingepfarrt, katholische Gottesdienste durch Sonderregelungen erlaubt. 1928 wurde Altenberg der weltlichen Gemeinde Oberbiel zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg ergaben sich neue Nutzungen vor allem für die Konventsgebäude. Diese dienten 1947 bis 1955 als evangelisches Kinderheim, ab 1955 als neue Heimstätte für das Königsberger Diakonissen-Mutterhaus der Barmherzigkeit. 1952 war ein schwerer Brand der Klostergebäude vorausgegangen. Das weitläufige Areal der Klosteranlage wird von der großenteils noch erhaltenen Klostermauer eingefasst und von Norden erschlossen. Im Südwesten an der Hangkante liegt die Kirche mit den Konventsgebäuden und einem kleinen Friedhof, östlich davon befinden sich verschiedene Wohn- und Wirtschaftsgebäude, unter denen neben den Einzeldenkmälern besonders hervorzuheben sind: Nr. 4, Schäferhaus. Bruchsteinscheune bei Nr. 3a wohl aus dem späten 19. Jahrhundert unter Verwendung älterer Mauerteile an der Rückseite. Gruppe aus drei aneinander gebauten Scheunen, z. T. mit massiven Wänden, die östliche mit Doppeltenne wohl 18. Jahrhundert, die ältere, westliche, mit Volute am Ortgang. Nördlich davon lang gestreckte Gruppe von Wirtschaftsgebäuden mit einer Schmiede im Erdgeschoss. Unter den Grünflächen sind die ehemaligen Lustgärten südlich der Hauptgebäude sowie die alten Weinbergslagen am Hang ebenso zu nennen wie der Herrengarten im Osten mit einem kleinen Friedhof. Die Wirtschaftshöfe weisen Reste von Kopfsteinpflaster auf, gegenüber dem Priorhaus eine regelmäßige Akazienpflanzung; Wasserspeicher südlich des so genannten Forsthauses. Der einzigen erhaltenen Klosteranlage im Altkreis Wetzlar kommt aufgrund der herausragenden Lage im Lahntal eine besondere landschaftsprägende Rolle zu. Zeugen ihrer großen architektur- geschichtlichen Bedeutung sind vor allem die Kirche und Teile des Konventes, wo sich der ursprüngliche Klostercharakter noch weit gehend bewahrt hat. Die ältesten Bauten des Wirtschaftsbereiches stammen bis auf wenige Ausnahmen frühestens aus dem 17. Jahrhundert. Sie sind in ihrem Gesamtzusammenhang durch die Domänennutzung seit dem frühen 19. Jahrhundert bestimmt und damit auch ein Zeugnis für die Wirtschaftsgeschichte des aufgegebenen Klosters.

Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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