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Wetterau
Butzbach
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Stadtkern

Gesamtanlage Butzbach

Stadtkern

Die Gesamtanlage in Butzbach betrifft vor allem jene Teile der Stadt, die den im 14. Jahrhundert entstandenen mittelalterlichen Stadtgrundriß noch als historisch geprägten Stadtraum vermitteln. Neben der Markuskirche und der Michaelskapelle, dem Rathaus sowie den ehemals herrschaftlichen Bauten sind es vornehmlich in Fachwerk errichtete bürgerliche Anwesen, die das Bild bestimmen und in beträchtlicher Zahl noch aus spätmittelalterlicher Zeit stammen. Im Hinblick auf ihr räumliches Zusammenwirken und die Bedeutung der anzutreffenden Kulturdenkmäler ragen in der Butzbacher Gesamtanlage der Marktplatz mit den drei auf ihn führenden Hauptverkehrsstraßen und der etwas weiter östlich gelegene Kirchenplatz hervor. Im übrigen konzentriert sich die unter Denkmalschutz gestellte Gesamtanlage auf die nördliche Stadthälfte. Grenze ist die Stadtmauer, von der hier noch längere Abschnitte erhalten sind. Die historische Bebauung erstreckt sich häufig noch über die gesamte Parzelle und umfaßt teilweise noch ganze Baublöcke. Blockbinnenbereiche, die im Zuge der Stadtsanierung entkernt oder auch neu bebaut wurden, bleiben aus der denkmalgeschützten Zone ausgeklammert. Besonders wirksam ist im nördlichen Butzbach noch der Kontrast zwischen der Weite des Marktplatzes und von Griedeler, Wetzlarer und Weiseler Straße mit der Enge der angrenzenden Gassen. Darin kommt auch die sozialräumliche Gliederung des historischen Stadtgebietes zum Ausdruck, die auch der Gegensatz der Schwibbogenhäuser in der Mauerstraße und des "Freihofes" vermutlich eines Burgmannen an der Einmündung der Roßbrunnenstraße in die Weiseler Straße (Roßbrunnenstraße 1) nochmals verdeutlicht

Im Süden des historischen Stadtkerns von Butzbach konnten einzelne Kulturdenkmäler ausgewiesen werden, aber keine geschlossene Gesamtanlage. Ein geschichtlicher Grund dafür liegt darin, daß Färbgasse, Langgasse und Martelgasse zur alten Stadtgrenze hin schon immer nur locker bebaut waren. Die Ansiedlung auch großflächig sich ausbreitender neuer Nutzungen war hier naheliegend. Entlang der Weiseler Straße vollzogen bereits in den 60er Jahren neu erbaute Geschäftshäuser einen gegenüber der historischen Stadt unverträglichen Maßstabssprung, dessen vorläufiger Schlußpunkt die "Limes-Galerie" ist. Postmoderne Gestaltung und Rücksichtslosigkeit gegenüber dem überkommenen Stadtgrundriß gingen in diesem Fall eine besonders innige Verbindung ein. Die Nutzung des ehemals landgräflichen Schlosses als Kaserne endete noch während des gesamten 19. Jahrhunderts an der alten Stadtgrenze. Anfang unseres Jahrhunderts dehnte sie sich auch jenseits dieser Linie in den ehemaligen Lustgarten hinein aus. In größerem Ausmaß aber erst in der nationalsozialistischen Zeit und dann nach dem Ende des 2. Weltkriegs, als amerikanische Besatzungstruppen ihren Einzug hielten. Der Gesamteindruck der zusätzlich entstandenen Gebäude blieb stets amorph. Bestehende Bindeglieder wie der große Reitplatz vor dem ehemaligen Schloß gingen im Laufe der Zeit verloren, so daß sich der ohnehin desolate Gesamteindruck noch verstärkte. Der Abzug der amerikanischen Truppen 1991 und die Öffnung des Kasernenareals für neue Nutzungen bietet die Gelegenheit, eingebüßte Zusammenhänge wiederherzustellen. Das könnte zum Beispiel die Wiederherrichtung des alten Schloß- und Kasernenzugangs am Ende der Schloßstraße betreffen, der in der Korrespondenz mit dem Kirchhofeingang gegenüber dem entgegengesetzten Ende der Schloßstraße das Stadterlebnis bereichern würde. Das hier gelegene Stadtgebiet ist in seinem historischen Gefüge insgesamt sehr gut erhalten. Schloßstraße 4 wird als ehemals landgräflicher Meierhof überliefert und bezeugt die Dichte der stadtgeschichtlich bedeutsamen Sachverhalte.

Die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu beobachtende Erweiterung Butzbachs über den Ring der Stadtbefestigung hinaus vollzog sich einerseits entlang der alten Landstraßen, andererseits an im Verhältnis zum Stadtumriß tangential geführten Verkehrswegen (Ludwigstraße, die Linie Bismarckstraße-Bahnhofstraße-Taunusstraße), die teilweise mit den verlängerten Gassen des Stadtkerns verbunden wurden. An dem so beschaffenen Straßennetz gibt es zwar zahlreiche für das Stadtwachstum bedeutsame Kulturdenkmäler (die Schulen in der August-Storch-Straße, Fabrikgebäude mit Villen in der Taunusstraße), aber keinen prägnanten Zusammenhang von neuem Stadtraum und Bauwerken, der die Ausweisung einer Gesamtanlage rechtfertigen würde.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen Gründen.

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