Hauptstraße 48, ehem. Fleischschranne
Hauptstraße 48, Portal
Hauptstraße 48,, Grundriss 1. Obergeschoss und Fassadenaufrisse
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Bergstraße, Landkreis
Bensheim
  • Hauptstraße 48
Ehem. Fleischschranne, Hochzeitshaus
Flur: 1
Flurstück: 50

Bedeutendes Fachwerkhaus im Bereich Marktplatz/südliche Hauptstraße, dreigeschossig mit steilem Krüppelwalmdach. Das massive Erdgeschoss wurde 1922/23 von Heinrich Metzendorf erneuert, es weist rundbogige Schaufenster und Eingänge mit Sandsteingewänden auf, im südlichen Bereich eine Durchfahrt mit geradem Sturz. Die Obergeschosse zeigen ein noch vom späten Mittelalter geprägtes Fachwerk mit kräftigen Eck- bzw. Bundständern, die durch lange, geschwertete Kopf- und Fußstreben gesichert sind. Weiter viertelkreisförmigen Fußbändern und aus den Ständern geschnitzte Knaggen an der schmalen, zweiachsigen Giebelfront. Nur geringfügiger Geschoßüberstand. Das Fachwerk ist durch um 1880 vorgenommene Veränderungen der Fenster leicht gestört, die durch die Bauforschung vorgenommene Rekonstruktion (Walbe/Winter) ist jedoch leicht nachvollziehbar. Aus dem Gefüge lässt sich auf eine Erbauungszeit um 1500 schließen, was durch die schriftliche Ersterwähnung des Hauses im Jahr 1504 untermauert wird. Das stattliche Haus wurde von der Stadt Bensheim errichtet, in seiner massiven, offenen Erdgeschosshalle mussten die Metzger unter städtischer Aufsicht ihre Waren feilbieten, deshalb die alte Bezeichnung "Fleischschranne". Die Obergeschosse dienten der Verwaltung, hier sollen neben Ratssitzungen und festlichen Veranstaltungen vereinzelt auch Hochzeiten stattgefunden haben, deshalb die zeitweilige Bezeichnung "Hochzeitshaus". 1714 war die Stadt aus finanzieller Not gezwungen, das Gebäude an den italienischen Kaufmann Carlo Zetti zu verkaufen, 1734 übernahm es dessen Kompagnon Joseph Ferrari. Dieser ließ 1757 an der Nordwestecke des 1. Obergeschosses die Sandsteinfigur seines Namenspatrons, des hl. Joseph, anbringen. Auf der Konsole mit einer Rocaillekartusche ist zu lesen: "BITT FÜR UNS O HEILIGER JOSEPH 1757". Ausführende war wahrscheinlich eine Mainzer Werkstatt. 1785 ging das Haus an den Kaufmann Peter Konrad Kleß, 1891 an den Kaufmann Heinrich Fleck, dessen Initialen mit einem Ankeremblem über dem Eingang zur Hauptstraße zu finden sind. In der Durchfahrt historistische Tür von 1899, ein weiteres Portal von 1905 am unmittelbar anschließenden Hinterhaus.

Das manchmal auch "Fleck''sches Haus" genannte spätgotische Fachwerkgebäude zählt zu den bedeutendsten der südhessischen Region, im Bereich von Marktplatz und Hauptstraße bildet es für Bensheim einen ortsbildprägenden Orientierungspunkt.


Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen und wissenschaftlichen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.

Legende:

Kulturdenkmal nach § 2 Abs. 1 HDSchG
Kulturdenkmal (Gesamtanlage) nach § 2 Abs. 3 HDSchG
Kulturdenkmal (Grünfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG
Kulturdenkmal (Wasserfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG
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Wege-, Flur- und Friedhofskreuz, Grabstein
Jüdischer Friedhof
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Grenzstein
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