Offenbach
Siedlung Sprendlinger Landstraße
Gesamtanlage XIV

Die Mietshausanlage mit Kleinwohnungen wurde 1936 errichtet, Architekt: Peter Petermann. Die im Volksmund "Milchhofsiedlung" genannten Gebäude wurden außerhalb der Stadt zwischen Wiesen und Feldern angelegt, der Odenwaldring war zur Bauzeit lediglich ein Feldweg. Entworfen wurden so genannte "Volkswohnungen" mit je zwei Zimmern, Küche, Keller, Speisekammer, Gas, Wasser und elektrischem Licht. Zum Konzept gehörten auch große Bleich- und Trockenplätze, Grünflächen und Spielplätze zur Erholung der Bewohner. Eine sehr ähnliche Anlage wurde 1937 in Bürgel erbaut (siehe Stadtteil Bürgel, Gesamtanlage Rumpenheimer Straße). Die Anlage besteht aus acht zweigeschossigen Häusern in L-förmiger Aufstellung. Zwischen den Häusern riegeln Mauern und Torbögen die Anlage nach außen hin ab und lassen einen relativ ruhigen Innenhof entstehen. Die Gebäude sind über einem niedrigen Sandsteinsockel verputzt, die Traufseiten jeweils vierachsig aufgeteilt. Ausgebautes Dachgeschoss unter dem Satteldach mit Erweiterung durch ein Zwerchhaus auf der Straßenseite. Die Einheitlichkeit der Häuser wird durch kleine Variationen mit Erkern oder Balkonen auf Straßen- oder Innenhofseite unterbrochen. Der Heimatstil der Anlage wird insbesondere durch die Akzentuierung der Sockel, Türgewände, Torbögen und Erker in Sandstein und durch die hölzernen Klappläden erzielt. An Haus Odenwaldring 153 ist eine Kalksteinskulptur des Frankfurter Bildhauers Paul Seiler angebracht. Dargestellt ist ein römischer Junge mit Toga und Flöte. Die Figur wirkt eher deplaziert und wurde auch nicht eigens für den Siedlungsbau geschaffen. Paul Seiler war auf sakrale Skulptur und Kriegerdenkmäler spezialisiert. Als er 1934 starb, kaufte Architekt Petermann Skulpturen aus seinem Nachlass auf und ließ sie hier und in der Bürgeler Siedlung anbringen.

Die kleine Siedlung ist ein gut erhaltenes Zeugnis des nationalsozialistischen Wohnungsbauwesens und damit von geschichtlicher Bedeutung. Der Kleinwohnungsbau für ärmere Bevölkerungsschichten war schon viele Jahre vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten ein bedeutender Bestandteil des Bauwesens und resultierte ursprünglich aus dem fortschrittlichen Denken der Gartenstadtbewegung. Mit dem politischen Wechsel 1933 wurde der Kleinsiedlungsbau weitergeführt und für die neuen politischen Ziele adaptiert. Die Gestaltung der Architektur wurde als Volkserziehung gesehen und die Ausführung der Siedlungen in einer bescheidenen heimatlichen Bauweise sollte die Bewohner zu einer bürgerlichen Lebens- und Arbeitsweise in Fleiß und Disziplin etc. führen.

Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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