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Kinderhort im Sommerhoffpark, 1927-1928 nach dem Entwurf von Adolf Meyer
1927 war der Sommerhoffpark von der Stadt Frankfurt erworben und unter der Leitung des Gartenbaudirektors Max Bromme in einen Volkspark mit Schülerarbeitsgärten und Kindererholungsanlagen umgewandelt worden. Hierzu zählte auch ein Kinderhort, der zunächst nur für eine Nutzung über die Sommermonate konzipiert war. Bedürftige Frankfurter Kinder sollten hier über die Dauer eines Monats tagsüber zur Erholung aufgenommen werden.
Den Auftrag erhielt Adolf Meyer (1881-1929), der zur gleichen Zeit auf der gegenüberliegenden Straßenseite das städtische Elektrizitätswerk in der Gutleutstraße 280-282 realisierte (Kulturdenkmal). Beide Gebäude entstanden als Eisenbetonkonstruktionen.
Meyer entwarf eine zum Garten hin offene und im Inneren stützenfreie Halle, deren hintere Hälfte etwa einen halben Meter nach oben gestaffelt ist, sodass beide Längsseiten Oberlichtstreifen ausbilden, die mit Glasbausteinen ausgemauert sind. Im hinteren Teil der Halle waren in erster Linie Umkleide- und Waschräume sowie eine Küche untergebracht, die vordere Hälfte wurde als nach vorne und zur Seite hin offener Unterstand genutzt.
Nach der teilweisen Kriegszerstörung wurde der Sommerhort 1947 zu einer ganzjährig nutzbaren Kindertagesstätte umgebaut und die ursprünglich offen belassene vordere Halle geschlossen. Die betonsichtigen Binder der Rahmenkonstruktion sind heute verputzt, die Wände wärmegedämmt.
Adolf Meyer, der davor als Bauhauslehrer und langjähriger Büropartner von Walter Gropius gewirkt hatte, war seit 1926 einer der führenden Architekten des Neuen Frankfurt. Sein Kinderhort ist, trotz der Veränderungen, aufgrund seiner reduzierten und klaren Formensprache und der innovativen, ursprünglich sichtbar belassenen Betonkonstruktion, ein bedeutendes Beispiel für das funktionalistische Bauen der 1920er Jahre.
Literatur:
Annemarie Jaeggi: Adolf Meyer. Der zweite Mann. Ein Architekt im Schatten von Walter Gropius, Berlin 1994, S. 359-360
Heike Risse: Frühe Moderne in Frankfurt am Main 1920-1933, Frankfurt 1984, S. 53-54 u. 204
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