Der Kinderhort mit vorgelagertem Planschbecken, das Elektrizitätswerk im Hintergrund ist noch im Bau, um 1928 (Foto: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt (ISG), ISG FFM, S1-378, 26, Sommerhoffpark)
Schülerarbeitsgärten mit dem Kinderhort im Hintergrund links, um 1928 (Foto: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt (ISG), ISG FFM, S1-378, 26, Sommerhoffpark)
Kinderhort und Elektrizitätswerk (dahinter), aufgenommen vom Sommerhoffpark, Zustand 2024 (Foto: T. Steigenberger, LfDH)
Lade Kartenmaterial...
Frankfurt, Stadt
Frankfurt
Gutleutviertel
  • Gutleutstraße 317
Kinderhort 1927-1928
Flur: 188
Flurstück: 41/19

Kinderhort im Sommerhoffpark, 1927-1928 nach dem Entwurf von Adolf Meyer

1927 war der Sommerhoffpark von der Stadt Frankfurt erworben und unter der Leitung des Gartenbaudirektors Max Bromme in einen Volkspark mit Schülerarbeitsgärten und Kindererholungsanlagen umgewandelt worden. Hierzu zählte auch ein Kinderhort, der zunächst nur für eine Nutzung über die Sommermonate konzipiert war. Bedürftige Frankfurter Kinder sollten hier über die Dauer eines Monats tagsüber zur Erholung aufgenommen werden.

Den Auftrag erhielt Adolf Meyer (1881-1929), der zur gleichen Zeit auf der gegenüberliegenden Straßenseite das städtische Elektrizitätswerk in der Gutleutstraße 280-282 realisierte (Kulturdenkmal). Beide Gebäude entstanden als Eisenbetonkonstruktionen.

Meyer entwarf eine zum Garten hin offene und im Inneren stützenfreie Halle, deren hintere Hälfte etwa einen halben Meter nach oben gestaffelt ist, sodass beide Längsseiten Oberlichtstreifen ausbilden, die mit Glasbausteinen ausgemauert sind. Im hinteren Teil der Halle waren in erster Linie Umkleide- und Waschräume sowie eine Küche untergebracht, die vordere Hälfte wurde als nach vorne und zur Seite hin offener Unterstand genutzt.

Nach der teilweisen Kriegszerstörung wurde der Sommerhort 1947 zu einer ganzjährig nutzbaren Kindertagesstätte umgebaut und die ursprünglich offen belassene vordere Halle geschlossen. Die betonsichtigen Binder der Rahmenkonstruktion sind heute verputzt, die Wände wärmegedämmt.

Adolf Meyer, der davor als Bauhauslehrer und langjähriger Büropartner von Walter Gropius gewirkt hatte, war seit 1926 einer der führenden Architekten des Neuen Frankfurt. Sein Kinderhort ist, trotz der Veränderungen, aufgrund seiner reduzierten und klaren Formensprache und der innovativen, ursprünglich sichtbar belassenen Betonkonstruktion, ein bedeutendes Beispiel für das funktionalistische Bauen der 1920er Jahre.

Literatur:

Annemarie Jaeggi: Adolf Meyer. Der zweite Mann. Ein Architekt im Schatten von Walter Gropius, Berlin 1994, S. 359-360

Heike Risse: Frühe Moderne in Frankfurt am Main 1920-1933, Frankfurt 1984, S. 53-54 u. 204


Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.

Legende:

Kulturdenkmal nach § 2 Abs. 1 HDSchG
Kulturdenkmal (Gesamtanlage) nach § 2 Abs. 3 HDSchG
Kulturdenkmal (Grünfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG
Kulturdenkmal (Wasserfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG
Weitere Symbole für Kulturdenkmäler nach § 2 Abs. 1 HDSchG:
Wege-, Flur- und Friedhofskreuz, Grabstein
Jüdischer Friedhof
Kleindenkmal, Bildstock
Grenzstein
Keller bzw. unterirdisches Objekt
Baum
Planelemente auswählen
Zeigen Sie mit der Hand auf Markierungen im Plan, erhalten Sie ein Vorschaubild und per Mausklick die Objektbeschreibung.
Kartenansicht
Wählen Sie zwischen zwischen Alkis- und Luftbildansicht. Ebenfalls können Sie die Kartenbeschriftung ein- und ausblenden.
Zoomen
Zoomen Sie stufenweise mit einem Mausklick auf die Lupen oder bewegen Sie den Mauszeiger auf den Planausschnitt und verwenden Sie das Scrollrad ihrer Maus.
Zoom per Mausrad
Über diesen Button können Sie einstellen, ob Sie das Zoomen in der Karte per Scrollrad Ihrer Maus erlauben möchten oder nicht.
Vollbildmodus
Betätigen Sie diesen Button um die Karte im Vollbildmodus zu betrachten. Über den selben Button oder durch Klicken der "Esc"-Taste können Sie den Vollbildmodus wieder verlassen.
Ausgangsobjekt anzeigen
Über diesen Button erreichen Sie, dass in der Karte das Ausgangsobjekt angezeigt wird. Bei dem Ausgangsobjekt handelt es sich um die Objekte, die zu dem entsprechende Straßeneintrag gehören.
Abstand messen
Mit Hilfe dieses Tools können Sie die Distanz zwischen zwei oder mehreren Punkten berechnen. Hierbei wird eine Linie gezeichnet, bei der die entsprechende Gesamtlänge angezeigt wird. Weitere Anweisungen zur Benutzung werden nach betätigen des Buttons angezeigt.
Fläche berechnen
Dieses Tool ermöglicht es Ihnen eine Fläche zu zeichnen und den Flächeninhalt in m² zu berechnen. Um eine Fläche zu erzeugen, müssen mindestens 3 Punkte gesetzt werden. Die Fläche wird durch den Klick auf den Ausgangspunkt (1. Punkt) geschlossen und der Flächeninhalt anschließend berechnet.