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Für die in den Nachkriegsjahren wachsende Bevölkerung wurde die alte Basilika zu klein. Daher wurde ab 1964 nach einem Entwurf des Dom- und Diözesanbaumeisters des Bistums Würzburg, Johannes „Hans“ Schädel (1910–1996) ein Neubau errichtet. Am 30. Oktober 1966 führte der Weihbischof Walther Kampe die Konsekration durch.
Da die Alte Kirche weiterhin das Dorfbild prägen sollte, tritt der Neubau städtebaulich nach hinten zurück. Dennoch entsteht eine sakrale Einheit zwischen den beiden Gotteshäusern.
Schädel entwarf einen achteckigen Zentralbau in Betonskelettbauweise. Die Dachkonstruktion bedient die beliebte Metapher des „Gotteszeltes“. Gemeint ist damit ein Verweis auf das Buch Exodus (2. Mose 25 ff.), in dem beschrieben wird, wie das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten ein „Zelt der Begegnung“ errichtet, in dem Gott unter seinem Volk wohnt. Dort wird also das Zelt zum Symbol der fleischgewordenen Gegenwart Gottes in Christus. Besonders in der Nachkriegszeit wurde das Zelt-Motiv häufig im Kirchenbau eingesetzt.
Die Innengestaltung stammt von dem Künstler Paul Grimm (1926–2018). In der Raummitte findet sich der Altar, ein sieben Tonnen schwerer Basaltquader mit kleinen seitlichen Nischen. Eine zweite Stehle stützt das Sakramentshaus, dessen Tür mit einem Bronzerelief verkleidet ist. Es zeigt eine Szene aus der Offenbarung des Johannes.
Die Bänke sind zentriert um die Altarinsel ausgerichtet; eine Anordnung, die der geänderten Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils folgt.
Auf der linken Seite steht eine Muttergottesfigur mit Jesuskind, die dem sog. Hadamarer Barock zugeordnet wird und die der Künstler Martin Volck um 1750 geschaffen hat.
Die 1967 erbaute Orgel verfügt über 33 Register mit 1588 Pfeifen und zwei Manuale.
Wesentlicher Bestandteil der Gestaltung sind die umlaufenden Fensterflächen mit Frühwerken des Glaskünstlers Johannes Schreiter (geb. 1930). Es handelt sich dabei um eine Bleiverglasung mit einer äußeren Schutzverglasung aus Spiegelrohglas in einem Stahlrahmensystem. Die Glasflächen sind im typischen Stile Schreiters nicht mit traditionellen religiösen Bildmotiven geschmückt, sondern bestehen aus geometrischen Formen, Rastern, geschweiften Linien sowie einem Wechselspiel aus farbigen, durchscheinenden und undurchsichtigen Farbflächen. Es dominieren weiße und grüne Flächen, die mittels freier Linien zerlegt, überlagert, verbunden oder durchdrungen werden.
Schreiter zählt zu den bedeutendsten Glaskünstlern der deutschen Nachkriegsmoderne.
Die Neue Katholische Kirche St. Johannes der Täufer ist aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen Kulturdenkmal nach § 2 Abs. 1 HDSchG.
Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.
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