Landeswappen Hessen Kulturdenkmäler in Hessen Landesamt für Denkmalpflege Hessen
Kulturdenkmäer in Hessen

Bahnhofstraße 102

Kartenausschnitt nach Norden verschieben
  • Alter Bahnhof um890
  • Bahnhofstraße 102
  • Bahnhofstraße 102
  • Bahnhofstraße 102
Weiter
Schatten oben
Kartenausschnitt nach Westen verschieben Schatten links
Schatten rechts Kartenausschnitt nach Osten verschieben
Kartenzentrum setzenPlanelemente auswählenKarte vergrößenKarte verkleinern 100 %
Vergrößerungsstufe auf 100% setzen
Vergrößerungsstufe auf 50% setzen
Vergrößerungsstufe auf 20% setzen
Kartenausschnitt nach Süden verschieben
Abstände messen
0 16.5 m
Schatten unten

Sachgesamtheit Hauptbahnhof

Flur: 6; Flurstück: 129/7
Gießen
Bestandteil der Gesamtanlage Gesamtanlage XVII
Stark gegliedertes Ge­bäudeensemble der Wilhelminischen Zeit mit Bahnsteigen, Bahnhofsvor­platz und repräsentativer Treppenanla­ge. Das 1904 begonnene Bahnhofsge­bäude wurde notwendig, nachdem die drei in Gießen vertretenen Eisenbahn­gesellschaften, die Cöln-Mindener-, Main-Weser- und die Oberhessische Bahn 1897 in preußischen Besitz über­gegangen waren und der alte, 1853/54 erbaute Main-Weser- Bahnhof zu klein geworden war. Der Architekt Ludwig Hofmann aus Herborn, der zur glei­chen Zeit das Alte Schloss am Brand­platz in historistischem Sinne umge­staltete, errichtete in drei Bauphasen bis 1910 unter Verwendung einiger Tei­le des Vorgängerbaus den neuen, grö­ ßeren Bahnhof. Der markante, durch seine dunkelro­ten, großformatigen Sandsteinquader besonders monumental erscheinende Bau ist ein Orientierungspunkt im ge­samten Stadtbild. Als Blickpunkt und dominierender Bau ist er auf die Achse der bis zum Anlagenring geradlinig verlaufenden Bahnhofstraße orien­tiert. Obschon vom Jugendstil beeinflusst, zeigt der qualitätvolle Bau histo­risierende Gestaltungselemente by­ zantinisch-romanischer Provenienz. Dabei ist die Nähe zum Sakralbau überdeutlich: Das mit großen Bogen­fenstern versehene Empfangsgebäude hat basilikale Grundgestalt (seitlicher Anbau = Seitenschiff), der Uhrturm gleicht einem romanischen Glockenturm und die überkuppelte Eingangs­halle erinnert an byzantinische Zen­tralbauten. Die funktional unterteilten und sinnvoll einander zugeordneten Gebäudeteile (Ankunftshalle, Ein­gangshalle, Uhrturm, seitliche Tor­kombination usw.) sind als Einzelkör­per deutlich voneinander isoliert und plastisch herausgearbeitet, wobei der teils ornamental, teils figural gestaltete Skulpturalschmuck (Wasserspeier etc.) diesen Eindruck verstärkt. Sämtliche Details sind sorgfältig gearbeitet und handwerklich hervorragend ausge­führt. Dies trifft besonders für die Ein­gangshalle zu, die als „Zentralbau" aus einem Sechseck entwickelt wurde und sich mit drei Rundbögen zum Bahn­hofsvorplatz öffnet. Sie ist innen mit einem Rippengewölbe überdeckt, das nach außen als wuchtige steinerne Kuppel sichtbar wird. Trotz mancher Eingriffe (Dachgeschossausbau der Gepäckabfertigung, Verlust des Fürstenbaues) hat das Bahnhofsensemble insgesamt seinen Charakter bewahrt. Einen nicht zu un­terschätzenden Beitrag für die stimmi­ge Atmosphäre liefern die vielen klei­nen Details innerhalb und außerhalb der Gebäude, die unbedingt zu schüt­zen sind. Hier seien nur die gusseisernen Säulen der Bahnsteige, eine Brun­nenanlage (Froschbrunnen) und die auf den Haupteingang bezogene Trep­pen-Brücke-Kombination (einschließ­lich der zugehörigen Grünanlage) ge­nannt. Letztere hat unter den Eingrif­fen der 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts (Beseiti­gung der Brückenschenke) besonders gelitten und verdiente eine sorgfältige Restaurierung mit behutsamen Ergänzungen (Kandelaber) im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsvorplat­zes. Wegen seiner hohen künstleri­schen Qualität und nicht zuletzt aus städtebaulichen und verkehrsge­schichtlichen Gründen ist der Bahnhof als Sachgesamtheit einschließlich sämtlicher historischer Nebengebäude (2 Stellwerke, Lokschuppen) Kulturdenkmal.
Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS):
Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation
  • Auswahlzentrum setzenAuswahlzentrum setzen
    Klicken Sie die Stelle im Plan an, die neues Zentrum des Planausschnitts werden soll.
  • Planelemente auswählenPlanelemente auswählen
    Zeigen Sie mit der Hand auf Markierungen im Plan, erhalten Sie ein Vorschaubild und per Mausklick die Objektbeschreibung
  • Vergrößern Verkleinern 20%
    Zoomwerkzeuge
    (+) vergrößert
    (–) verkleinert
    % zeigt die aktuelle Zoomstufe an, durch Anklicken wird ein Übersichtsplan der Gemeinde eingeblendet
  • Zoomstufe 100%
    Zoomstufe 50%
    Zoomstufe 20%
    Feste Zoomstufen
    Rückkehr zur jeweiligen Zoomstufe durch Klick auf die Leiste
  • Maßstab
    0 82.6m
    Maßstab
    zeigt das aktuelle Größenverhältnis an.
    Ein Klick auf die Leiste aktiviert das Meßwerkzeug, das durch Klicken und Ziehen Messungen im Plan ermöglicht.