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Teil der Gesamtanlage:
Nieder-Moos
Die ursprüngliche Kirche, ein Steinbau, der "ganz allein im Feld", in der unmittelbaren Umgebung des noch bestehenden Friedhofs südlich des Dorfs gestanden hatte, war wohl 1467 zerstört und erst 1521 wiederhergestellt worden. Sie bot wenig Platz, war immer wieder reparaturbedürftig und lag schließlich zu weit ab.So wurde spätestens seit Anfang des 18. Jahrhunderts über einen Neubau im Dorf nachgedacht. 1783 hat man ihn schließlich begonnen, und die neue Kirche entstand am Südostrand des Dorfs als ein großer, nach Norden ausgerichteter, zumeist verputzter Rechteckbau, geöffnet durch je sieben hohe Segmentbogenfenster an den Längsseiten. Drei Portale an Süd-, West- und Nordseite führen in das Innere. Baumeister war Johann Georg Linck, der aus Brückenau stammte und die dortige Stadtkirche errichtet hatte. Vorgaben über Größe und Raumaufteilung stammten vom seinerzeitigen Mooser Pfarrer Johann Paul Hofmann, und ein Entwurf des Fuldaer Stadtbaumeisters Franz Engelbert Springer, der wegen zu hoher Kosten abgelehnt worden war, dürfte den Kirchenbau doch mit bestimmt haben.Die südliche Schmalseite mit dem Turm ist als Schaufront ausgebildet und zeigt Quadermauerwerk, gegliedert durch einen mittleren Turmrisalit und Eck-pilaster. Die Pilaster haben fein gearbeitete Kapitelle. Über einer Attikazone und dem aufwendigen Kranzgesims steigen der Giebel und zwei Turmgeschosse auf; der Turm schließt mit einer schönen, achtseitigen und gestelzten Zwiebelhaube ab. Das Hauptportal mit der Jahreszahl 1784 hat eine waagerechte Verdachung, darüber ist das Wappen der Freiherren Riedesel angebracht, über dem ein kleines ovales Fenster erscheint. Die beiden anderen Portale haben segmentbogige Giebel.Durch das Hauptportal erreicht man den unteren Turmraum mit seitlichen Treppenhäusern, die zu den Emporen führen und mittels großer Bogen mit dem Saal verbunden sind.Der Saal öffnet sich hoch, weit und hell. Überraschend ist die Stellung der Kanzelwand an der östlichen Längsseite und die dadurch bedingte Querorientierung der Sitzreihen. Darauf gibt es von außen keinerlei Hinweise. Den Raum schließt eine Voutendecke; mit Stichkappen (obwohl die Voute erst oberhalb der Fenster ansetzt) und einfachen geometrischen Stuckrahmen versehen, verliert sie zu Gunsten des Gesamteindrucks an Schwere.Die Emporen an Nord-, West- und Südseite lagern zum Raum hin auf hohen marmorierten Holzsäulen der toskanischen Ordnung, wie sie (in einfacherer Ausführung) auch im Hintergrund unmittelbar vor den Wänden als Stützen aufgestellt sind. Obwohl die Fenster nicht auf den Emporeneinbau ausgerichtet sind, bleibt auf Grund ihrer Höhe genug Licht auch für die untere Raumschicht.Der prächtige zweigeschossige Kanzelaufbau vor der Ostwand, Zentrum des Kirchensaals, bietet unten eine Kammer für den Pfarrer. Darüber erhebt sich eine Stellung von vier korinthischen Säulen vor entsprechenden Pilastern, zwischen die die Kanzel eingebaut ist, und die ein verkröpftes Gebälk trägt. Über dem Gebälk ragt der Schalldeckel vor, bekrönt von einer goldenen "Sonne". Die Kanzelwand wurde durch die Schreinermeister Gans aus Reichlos und Schättel aus Nieder-Moos gefertigt (wohl nach einem noch aufwendigeren, vom Fuldaer Bildhauer Nikolaus Gutberlet mitverantworteten Entwurf) und zusammen mit der restlichen Ausstattung 1808/09 durch den Fuldaer Hofvergolder Johann Schwanck anspruchsvoll marmoriert und teilweise vergoldet.Zu beiden Seiten der Kanzelwand und unter der Nordempore stehen Logenbauten, auf deren Brüstungen Säulen profilierte Gebälke tragen. Die Säulen haben korinthisierende Kapitelle, die die der Kanzelwand in reduzierter Form wiederholen.Während die Ausstattung und ihre Fassung (zurückhaltende geometrische Aufteilung und Blattfestons an den Emporenbrüstungen) bereits klassizistischen Geschmack vermitteln, sind die zierlichen Gestühlswangen und der Orgelprospekt (von Johannes Eirich aus Nieder-Moos ausdrücklich nach dem Vorbild in der Stadtkirche in Lauterbach angefertigt) noch dem Rokoko verpflichtet, wobei die Rocailles an der Orgel schon erstarren und durch klassizistische Vasen ergänzt werden. Das mächtige Instrument steht auf der Südempore und wurde 1790/91 durch den Orgelbaumeister Johann Markus Oestreich aus Oberbimbach bei Fulda hergestellt und eingebaut. Es blieb wesentlich im Original erhalten und wird seit 1966 auch für inzwischen überregional renommierte Konzerte genutzt. Zur Ausstattung der Kirche gehört außerdem der aus Stockhausen stammende kelchförmige Taufstein, Anfang des 17. Jahrhunderts von Caspar Schwartz gearbeitet, und ein vom Friedhof hierher verbrachter Grabstein mit von Rocailles gerahmtem Schriftspiegel, Engeln und kleinem Kruzifix, gehauen 1764 durch den ortsansässigen Johann Heinrich Gans.
Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen und wissenschaftlichen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.
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