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Baugeschichte
Der moderne Sportstättenbau, der mit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 (Athen) begann, setzte sich in Deutschland mit den Plänen Otto Marchs für die Olympischen Spiele 1916 (Berlin, aufgrund des Ersten Weltkriegs ausgefallen) fort. In dieser Tradition sollte auch in Frankfurt eine vergleichbare Sportanlage entstehen. Nach Kriegsende beschloss die Stadtspitze den Bau einer solchen Sportstätte im Sachsenhäuser Stadtwald, die 1925 zum Austragungsort einer internationalen Arbeiter-Olympiade wurde. Diese war ein sozialistisches Gegenmodell zu den bürgerlichen Olympischen Spielen und sollte ein Zeichen für Frieden und Völkerfreundschaft setzen, anstatt für Nationalismus. Die Planungen gehen auf den Direktor des Gartenbauamts Max Bromme sowie Stadtbaurat Gustav Schaumann zurück und beinhalteten den Bau eines Stadions, einer Schwimm- und Reitsportanlage sowie einer Festwiese.
Zur Eröffnung 1925 bestand die Schwimmsportanlage aus einer axialsymmetrischen Anlage aus querliegendem 120 m-Becken mit 100 m-Bahnen, Sprungturm, elektrischer Unterwasserbeleuchtung durch Bullaugen in den Beckenwänden sowie flankierenden Kopfbauten mit Dachflächen als Liegenwiesen, Lager- und Verkaufsräumen. Die Fertigstellung des nördlichen Bereichs mit Nichtschwimmerbecken und Sandkasten, umgeben von einer großen Liegewiese, folgte ein Jahr darauf. Das Stadionbad war das erste künstlich angelegte Schwimmbad mit Schwimmbecken und moderner Ausstattung in Frankfurt.
Umbaupläne der Nationalsozialisten wurden nicht umgesetzt – das Stadionbad behielt seine Gestalt daher auch über den Zweiten Weltkrieg hinaus.Die übrigen Anlagen, das Stadion und die Rennbahn sind heute nicht mehr erhalten.
Baubeschreibung
Die Erschließung des Bads erfolgt von Norden über den Haupteingang am ehemaligen Stadionhotel, das später als Eingangsgebäude mit integriertem Café "Sanssouci" umgewidmet wurde. Es folgen eine halbkreisförmige bepflanzte Pergola, die sich zum Bad hin öffnet, ein Sandbad, eine große Liegewiese, die von zwei nahezu identischen Umkleidebauten flankiert wird, zwei kleinere Toilettenbauten und im hinteren südlichen Bereich das große querliegende Schwimmbecken, das östlich und westlich jeweils von einem L-förmigen Kopfbau gerahmt wird. Am westlichen Kopfende des großen Beckens befindet sich eine große Sprungturmanlage mit 3-, 5-, 7- und 10-Meter-Plattform, an der südlichen Längsseite eine Liegeterrasse.
Die L-förmigen Kopfbauten zeigten ursprünglich Flachdächer oder sehr flach geneigte Walmdächer mit weiten Dachüberständen und zählten zusammen mit dem skulpturalen Sprungturm zu den frühesten Beispielen für das gerade erst im Entstehen begriffene Neue Bauen in Frankfurt.
Im nördlichen Bereich der großen Liegewiese befindet sich der neuklassizistische Struwwelpeterbrunnen von Johann Josef Belz nach Motiven aus dem gleichnamigen Kinderbuch des Frankfurter Arztes Dr. Heinrich Hoffmann (beauftragt 1911, nach längerem Streit um den Standort erst 1929 aufgestellt).
Veränderungen
1978 erfolgten erste Umbauten durch das Frankfurter Architekturbüro Unglaub + Horvath. Dabei wurden das östliche und westliche Umkleidehaus sowie die kleinen WC-Häuschen renoviert und eine hölzerne Umkleideanlage, die sich jeweils südlich an beide Umkleidehäuser anschloss, abgebrochen.
In den 1980er Jahren wurde dann eine Generalüberholung des Schwimmbads durchgeführt, die 1985–87 von der Planungsgemeinschaft Fischer, Glaser, Kretschmer und erneut Unglaub + Horvath geleitet wurde. Dabei wurde das große zentrale Nichtschwimmerbecken zugeschüttet, was zu einer Vergrößerung der Liegewiese führte, das westliche Umkleidehaus abgerissen und durch einen baugleichen Neubau ersetzt und das große 120 m-Becken in drei kleinere Becken (Nichtschwimmer-, 50 m-Schwimm- und Sprungbecken) unterteilt. Außerdem wurden die beiden Kopfbauten saniert und in ihrer Dachform verändert – die ursprünglichen Flachdächer wurden durch stark geneigte Walmdächer ersetzt. Die Fundamente des Sprungturms wurden saniert und die 7 m- durch eine 7,5 m-Plattform ersetzt. Im Zuge dieser Maßnahmen erfolgte auch der Neubau eines Spaßbeckens mit Rutschen, Strömungskanal und künstlicher Wasserfall im Osten des Schwimmbads, die Erneuerung des Wegebelags sowie die Neugestaltung des Eingangsbereichs mit einem "Turmgestell" aus Beton. Im südlichen Teil der Liegewiese wurde die Bronzeskulptur "Springerin" des tschechischen Bildhauers Zdeněk Němeček aufgestellt.
Denkmalwert
Das Frankfurter Stadionbad ist ein Zeugnis deutscher Sportgeschichte und des Sportstättenbaus im frühen 20. Jahrhundert. Freizeitbauten dieser Art und Dimension waren in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts noch selten, weshalb das Stadionbad im hessischen und deutschlandweiten Vergleich als innovativ und vorbildhaft zu bewerten ist.
Trotz einiger Veränderungen lässt sich die qualitätvolle Gestaltung der Anlage sowie der Bauten im Stile des Neuen Bauens heute noch gut ablesen. Sie stellen einen für die mittleren 1920er Jahre durchaus fortschrittlichen Entwurf dar.
Das Stadionbad ist Kulturdenkmal nach § 2 Abs. 1 HDSchG aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen.
Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.
| Kulturdenkmal nach § 2 Abs. 1 HDSchG | |
| Kulturdenkmal (Gesamtanlage) nach § 2 Abs. 3 HDSchG | |
| Kulturdenkmal (Grünfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG | |
| Kulturdenkmal (Wasserfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG |
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Wege-, Flur- und Friedhofskreuz, Grabstein |
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Jüdischer Friedhof |
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Kleindenkmal, Bildstock |
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Grenzstein |
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Keller bzw. unterirdisches Objekt |
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Baum |