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Bad Homburg
  • Gesamtanlage
Untere Louisenstraße

Louisenstraße: 117 (KD), 119 (KD), 121 (KD), 123, 125 (KD), 127, 131, 133, 135, 137, 139, 141, 143, 145, 147, 149, 151 (KD), 153, 155, 159 (KD), 161 (KD), 163 (KD)

Am Hohlebrunnen: 1

Die Gesamtanlage V umfasst die aus Wohnhäusern bestehende, historische Bebauung an der westlichen Seite der unteren Louisenstraße.

Diese nach Süden vorgerückte Überbauung belegte einen noch zur Verfügung stehenden Geländestreifen zwischen dem Alten Bahnhof von 1860/61 (Louisenstr. 115) und dem Europakreisel, der am Rande baulich miterfasst wurde.

Die Grenze der Gesamtanlage V nimmt ihren Verlauf im Westen an der Ecke des Grundstücks Louisenstr. 117 auf. Von dort zieht sie in gerader Linie und straßenparallel entlang sämtlicher zur Gesamtanlage gehörender Liegenschaften bis zu Louisenstr. 163. Diese zweifach geknickte, auf die Platzgestalt des Europakreisels bezogene Fassade und die ebenso ausgebildete Front des Wohnhauses Am Hohlebrunnen 1 (ehemals Louisenstr. 165) geben den weiteren Verlauf vor. Am südwestlichen Eckpunkt des Grundstücks Louisenstr. 163 angelangt, wendet sich der Grenzverlauf den rückwärtigen, unregelmässigen Grundstückslinien der Anwesen Louisenstraße zu. Diese Linien stellen gleichzeitig die Trennung von den Liegenschaften Am Hohlebrunnen und an der Philip Reis-Straße dar. Davon betroffen sind Louisenstr. 163-159, 155-131 und nach Versprung über den ehemaligen Zubringer zum Usinger Bahnhof, 127-123. Für Nr. 121 und 119 stellt sich der Grenzverlauf begradigt und parallel zur Louisenstraße verlaufend dar, wohingegen er bei Nr. 117 dreimal die Richtung wechselt, um nach Überwindung der geraden Strecke hinter den Grundstücken Bahnhofstr. 6-2 seinen Ausgangspunkt zu erreichen.

Das Gebiet der Gesamtanlage V ist Teilbereich des untersten Abschnitts der Louisenstraße, der in seiner Längenerstreckung durch die Stadtgrenzen von 1857 und 1888 definiert wird. Diese anlässlich der Eingemeindung von Gonzenheimer Grund jeweils gezogenen Linien verlaufen einmal unterhalb des ehemaligen Alten Bahnhofs und, nach Überspringung der Louisenstraße, auf den hinteren Grundstücksgrenzen der südlichen Bebauung Friedrichstraße; zum anderen umfahren sie das südöstliche Halbrund des Europakreisels und schließen ab Ecke Frankfurter Landstraße ein Gelände, das mit Nr. 148 numerisch zur Louisenstraße gehört, mit ein (Teil des Areals der 1854 gegründeten Ziegelei Waldegg, seit 1859 Gaswerk, heute Katasteramt).

In der Ausbildung dieses Abschnitts Louisenstraße im Sinne eines urbanen Gefüges wirkten verschiedene Faktoren mit. Resultat des Vorgangs waren zwei im Erscheinungsbild und in ihrer Struktur höchst unterschiedliche Straßenseiten.

Brachte die schubweise Entwicklung der Westseite eine Abfolge meist freistehender Wohnhäuser mit straßenorientierter Frontausbildung hervor, so stellt sich die Ostseite (und dies nicht erst seit der großflächigen Überbauung mit den in den 1930er und 1960er Jahren entstandenen Wohnsiedlungen) weitaus diffuser dar. Hier wirkten bereits vorhandene bzw. in Entwicklung befindliche Strukturen, die einer der südlichen Seite ähnlichen, homogenen Bestückung entgegenstanden. Eine vergleichbare Bebauung gelang lediglich mit den Nummern 114, 116 und 132 a, b, c. Von Einfluss auf das Wachstum dieser Ostseite waren zum einen grössere Villenanwesen wie Nr. 110 ("Neue Welt", auf einem bis zur Kaiser Friedrich-Promenade durchgehenden Gelände, 1935-38 Überbauung Alsterpark mit Erschließung über die neue Georg Speyer-Straße), Nr. 120 (Villa Hammelmann, 1892/93) und Nr. 126 (Villa Frank von Lichtenstein) gewesen. Strukturellen Einfluss übte zudem das weiträumig gewachsene Grundstück der Villa von Meister (Kaiser-Friedrich-Promenade 105/107), das mit Louisenstr. 122 eine erste (1902), mit Nr. 128 eine zweite und mit den Nummern 134 und 136 eine dritte (1913) Zufahrt (zum dazugehörenden Oekonomiehof) erhalten hatte. Letzteres Gelände setzte darüberhinaus die Zäsur zwischen Wohn- und Gewerbegebiet an der Ostseite Louisenstraße (Nr. 134 und 136 Actien-Brauerei, vorm. A. Messerschmidt, mit Gaststätte; Nr. 138 Töpferei Herdt; Nr. 140-142 Maschinenfabrik und Eisengiesserei Chr. Metzger, daraus hervorgegangen Nr. 146, Tankstelle).

Der Baubeginn an der die Gesamtanlage betreffenden Westseite hatte ursächlich im Zusammenhang mit der Errichtung des Bahnhofs ("Alter Bahnhof") von 1860/61 gestanden (Nr. 115 incl. Gelände Bahnhofstr. 2-6). Bis spätestens 1877 waren die Nummern 117, 119, 121, 125 und 127 entstanden. Sie belegen ein sanft abfallendes Gelände, das im Westen von einem in der Flur endenden und in der Verlängerung der Wilhelm-Meister-Straße liegenden Wegestück begrenzt war. Dieses wurde dann als Erschließung des Bahnhofs "Homburg Neu" (Nr. 129, Station der 1895 eröffneten Linie Homburg - Usingen) genutzt und später, im Zusammenhang mit der seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts errichteten Wohnsiedlung Am Hohlebrunnen in die Philipp-Reis-Straße miteingebunden. Eine nachhaltige Störung in diesem ersten Abschnitt der Gesamtanlage wird in dem nach 1945 wohl auf Gartengelände von Nr. 125 (Villa Gustav Weigand) erstellten Geschäftsbau gesehen.

Weitere Häuser an der Westseite folgten wohl nach der Eingemeindung der unteren Louisenstraße im Jahr 1888. Laut Adressbuch von 1892 standen damals bereits die Nummern 135-147. Über die Errichtung der restlichen Häuser bis und mit Nr. 151, das Endpunkt des zweiten Bauabschnitts im Bereich der Gesamtanlage ist, geben Bauanträge sowie Erstnennungen in Adressbüchern Aufschluss: Nr. 131 (1896, 1902/03), Nr. 133 (1901, 1902/03), Nr. 135 (1897, 1898/99), Nr. 137 (vor 1892), Nr. 147 (1889, 1892), Nr. 151 (1890, 1898/99). Gleichsam in Fortsetzung des ersten Abschnitts treten hier vorwiegend Wohnhäuser im Habitus spätklassizistischer Villen mit betont straßenseitiger Ausstattung auf. Diesen Rahmen sprengt Nr. 131 (Gasthaus "Neue Welt"), das, vergleichbar zur Villa Hammelmann (Nr. 120), mit seiner Eckausbildung Bezug nimmt auf die Kreuzung Louisenstraße/Wilhelm-Meister-Straße. Die mittlerweile entfernte Nr. 137, ein kleinvolumiger, zurückversetzter Bau (ehem. Wäscherei Gebhard), war wohl Hinterhaus eines nicht zur Ausführung gelangten Hauptgebäudes gewesen. Mit Nr. 151, einem grossvolumigen Mietwohnhaus (mit ehemals sieben Einheiten) namens "Europäischer Hof", endete der zweite Bauabschnitt. Grund dessen war der "Alte Bach", dessen Verlauf eine weitere bauliche Ausdehnung an der Westseite Louisenstraße nicht mehr zuließ. Das Bachbett sowie die relativ steile Geländeformation hatten beim Bau von Nr. 151 bereits Subkonstruktionen erfordert (Kellergewölbe unter terrassenartigem Hinterhof, dessen Dreieckform den Bachlauf tradiert). Eine ähnliche Situation hatte auch für Nr. 147 und Nr. 149 bestanden. Letzteres Grundstück war vorerst baufrei geblieben, sollte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Querstraße zur verlängerten Ferdinandanlage (Projekt Ritter von Marx) aufnehmen, wurde 1955 dann schließlich mit einem Ladenbau besetzt. Nach Regulierung des "Alte Bach" setzte ab 1906 die Planung zur Bebauung für die Grundstücke Nr. 153-157, 159/161, 163/165 (d.i. Am Hohlebrunnen 1) ein. Unter dem Bauherrn Georg Schad, Gonzenheim, entstanden die dem Europakreisel nächst gelegenen bzw. diesen tangierenden Doppelblocks, mit denen das 20. Jahrhundert im Gewand eines sich dem Jugendstil öffnenden Historismus sowie der traditionalistische Baustil Einzug hielten. Nicht realisiert worden war damals das von Architekt Beutel entworfene Dreierhaus Nr. 153-157, an dessen Stelle um 1950 ein stilneutrales Mehrfamilienhaus trat (Nr. 153/155).

Mit den äußerst individuelle Züge tragenden und substantiell sich weitgehend ungestört präsentierenden Häusern an der Westseite der unteren Louisenstraße wurde der ursprünglich vorhandene Wohncharakter der Homburger Hauptachse, der im oberen, bauverdichteten Bereich durch gewerbliche Umnutzung weitgehend verdrängt worden war, noch einmal lebendig. Ausserdem war mit dieser Bebauung eine 1829 von langer Hand eingeleitete städtebauliche Massnahme, bestehend aus der Durchführung der Louisenstraße als chaussierte Nussallee mit Endpunkt am damals neu angelegten Rondell, architektonisch ausgebildet zum Abschluss gelangt.

Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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