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Offenbach
  • Anlagenring
Gesamtanlage I

Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Spaziergang in Mode kam, wurden in vielen Städten Promenaden und Parks angelegt. In Offenbach geschah dies entlang der Kanalstra§e, der heutigen Kaiserstra§e. Der mittige Graben wurde zugeschüttet und eine Allee gepflanzt. Ebenso wurde entlang der Frankfurter Chaussee eine Allee angelegt. Eine erste Initiative zur Anlage eines baumbestandenen Spazierweges au§en um die Stadt herum wurde 1842 gegründet. Da das Projekt auf private Geldspenden angewiesen war, kam es nur sehr langsam voran. Einzig Abschnitte der Bismarckstra§e und der Ludwigstra§e konnten fertig gestellt werden. Der Bau der Lokalbahn und die zahlreiche Ansiedlung von Fabriken schafften neue Realitäten. Die Verstädterung Offenbachs schritt in alle Richtungen rasch voran. Es entstanden Pläne für einen gro§zügigen Alleenring weit drau§en um die Stadt herum. Zunächst wurde hiervon nur der August-Bebel-Ring verwirklicht. Zahlreiche, durch den Krieg von 1866 arbeitslos gewordene Portefeuiller fanden beim Ausbau Arbeit. Die ungeheuren Dimensionen des Anlagenringplanes vom Nordring am Main bis zum Landgrafenring im Südosten zeigt der Stadtplan von 1888. Trotz des enormen städtebaulichen Wachstums reichte die Bebauung noch längst nicht an den Anlagenring heran. Viele eingetragene Stra§enzüge waren zu dieser Zeit erst projektiert. 1879 fand die Hessische Landes-Gewerbeausstellung auf einer am westlichen Stadtrand gelegenen Freifläche statt. Nach Abschluss der Veranstaltung wurden die Ausstellungshallen wieder entfernt, die Pflanzungen, Teiche, Brücken etc. blieben bestehen und gründeten so den ersten öffentlichen Park Offenbachs. Vieles ist am heutigen Stadtpark entfernt oder verändert worden. Bestehen blieben jedoch die Betonobjekte der Offenbacher Zementfabrik Feege und Gotthardt, die auf der Gewerbeausstellung mit Kuppel und weit gespannten Bögen die Möglichkeiten des Baustoffes demonstrierten. Diese fast 130 Jahre alten Bauteile sind zumindest in Deutschland einzigartig. Die Bebauung rund um den Stadtpark entlang der Parkstra§e und des Dreieichrings begann erst in den Jahren nach 1900. Zeitgleich wurde auch das Projekt des Anlagenringes fortgeführt und 1902 der Isenburgring gestaltet. Der anwachsende Verkehr machte eine Änderung des ursprünglichen Planes mit der Einbeziehung einer begleitenden Ringstra§e notwendig. 1902 bis 1914 konnten südöstlich fortschreitend der Starkenburg- und der Friedrichsring mit aufwändigen gärtnerischen Anlagen fertig gestellt werden. Entlang der Anlagen entstanden begehrte Wohngebiete in zumeist drei- bis viergeschossiger Blockrandbebauung mit modernen, häufig dem späten Jugendstil angelehnten Formen. Die Bebauung mit Industriebetrieben wurde hier nicht erlaubt. Der Ausbau des Anlagenringes lag seit 1906 in den Händen Leonhardt Ei§nerts, der als erster sozialdemokratischer Politiker in Hessen-Darmstadt städtischer Beigeordneter wurde und damit ein hohes Amt innehatte. Er förderte die Beschäftigung der saisonbedingt Arbeitslosen beim Ausbau der Anlagen im Winter. Arbeitslose hatten bis zur Weimarer Republik kein Wahlrecht und mit dieser Beschäftigungsma§nahme konnte ihnen weiterhin das Wahlrecht gesichert werden. Trotzdem ging der Ausbau aufgrund geringer finanzieller Mittel nur schleppend voran. 1923/24 Ausbau des August-Bebel-Ringes und danach Anlage des Hessenringes. Die Gestaltung der Grünanlagen lag ma§geblich bei Gartenbaudirektor Gutsche, dem damaligem Leiter des Gartenbau- und Friedhofsamtes. Der endgültige Ausbau des Landgrafenringes konnte erst in der Mitte der 1930er Jahre realisiert werden. Der ursprüngliche Plan sah vor, die Anlagen beidseits bis zum Main zu führen. Dies konnte insbesondere wegen der bestehenden Industriebetriebe nicht verwirklicht werden.

Durch den gestiegenen Verkehr wurde der Erholungswert des Anlagenringes stark gemindert. Jedoch bieten die Grünflächen, Weiher und Spielplätze noch heute den Anwohnern einen wichtigen Freiraum. Zumindest in den Sommermonaten werden diese zahlreich genutzt.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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