Am Wiesengrund 40, Hl. Kreuz, Innenraum (Foto: Karin Berkemann, Büro kirchenkunst.info)
Am Wiesengrund 40, Hl. Kreuz, Südseite (Foto: Karin Berkemann, Büro kirchenkunst.info)
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Offenbach, Stadt und Landkreis
Offenbach
Rumpenheim
  • Am Wiesengrund 40
Hl. Kreuz
Flur: 14
Flurstück: 216/2

Baubeschreibung

Am Ostrand von Offenbach, zwischen Bürgel und Bieber, erstreckt sich Waldheim. Von der B 43 (Mühlheimer Straße) kommend, wird - gegenüber dem Neuen Friedhof, nordwestlich der Schnellstraße - eine Platzanlage locker von vorwiegend öffentlichen Bauten umfangen: im Südwesten zwei dreigeschossige Schulbauten mit Pultdach sowie eine flachgedeckte Turnhalle, im Südosten ein flachgedecktes dreigeschossiges Wohngebäude, im Nordwesten ein flachgedecktes zweigeschossiges Gemeindehaus sowie die Kirche. Hl. Kreuz erhebt sich auf quadratischem Grundriss, dem nach Südwesten der aufgeständerte Turm, nach Nordwesten der halbkreisförmig auslaufende Altarraum, nach Nordosten eine Sakristei und nach Südosten das zweigeschossige Pfarrhaus angegliedert sind.

Der flachgedeckte, mit gelbem Klinker verkleidete Kirchenbau - eine Stahlbetonkonstruktion mit Kalksandsteinmauerwerk - wird seitlich durch den Turm, mittig durch ein quadratisches baldachinartiges Oberlicht überragt. Betritt man die Kirche vom Platz von Südosten über einen zurückspringenden Laufgang, zielen im Gottesdienstraum drei Bankblöcke nach Nordwesten auf den eingezogenen, seitlich belichteten, erhöhten Altarraum. Mittig wird die Kirche durch das Oberlicht auf vier runden Stahlstützen und von Südwesten durch ein großformatiges farbiges Bleiglasfenster mit Pelikanmotiv erhellt. Nach Nordosten öffnet sich die Orgelempore, die unter sich nochmals eine kleine bebankte Seitenkapelle birgt, und im Südosten findet sich ein in Pastelltönen auf die Innenwand gemalter Kreuzweg.

Geschichte

Die 1911 begründete Landhauskolonie Waldheim kam mit der Eingemeindung von Rumpenheim 1941 zum Stadtgebiet von Offenbach. Anfang der 1950er Jahre verhalf Stadtbaurat Adolf Bayer hier dem Offenbacher Osten zu einem urbanen Entree. Unter seiner Mitwirkung entstand ab 1952 in klarer Formensprache eine Schule, die ab 1957 um die Turnhalle ergänzt wurde. Auch auf die Gestaltung von Hl. Kreuz, den kirchlichen Schwerpunkt der Platzanlage, nahm Bayer Einfluss. Als Architekten beauftragte die seit 1955 selbständige römisch-katholische Gemeinde Helmut Bilek, der sich bereits durch Diasporakirchen in der Region Offenbach bekannt gemacht hatte.

Hl. Kreuz wurde zur Bauzeit reich ausgestattet: Die Bronzeportale, den Christus aus Bandeisen darüber und das Bronze-Kruzifix im Altarraum schufen die Offenbacher Metallbildhauer Karl-Heinz und Willy Klemisch. Das wandfüllende Pelikanfenster wurde von den Werkstätten P. Huppert gefertigt, die Steinmetzarbeiten übernahm Alois Schneider. Hervorzuheben ist auch ist die bauzeitliche Neonröhren-Beleuchtung, die eine Kreuzform ins Baldachin und einen engelförmigen Leuchter in jede der vier Rundstützen setzt. Den Kreuzweg ergänzte 1962 der Mainzer Mailer Alois Plum. Behutsam passte man den Altarraum 1966 an die liturgischen Neuerungen an und errichtete nördlich der Kirche 1961 das „Haus am Wiesengrund“ mit Pfarrsaal, Kindergarten und Altentagesstätte. In Hl. Kreuz wurde 1985 der Gründungspfarrer und Diözesanflüchtlingsseelsorger, Prälat Dr. Karl Reiss, beigesetzt.

Bewertung

In der Gesamtanlage „Am Wiesengrund“ nimmt Heilig Kreuz durch den aufragenden Turm sowie die hervorgehobene Formensprache städtebaulich eine dominierende Stellung ein. Orts- und kirchbaugeschichtlich steht der innovative, die Gemeinde nah an den Altar rückende Zentralraum für die selbstbewusste Verortung der katholischen Flüchtlinge in einer wachsenden Großstadt. Für das Frühwerk von Bilek, der zuvor eher mit traditionellen Diasporakirchen wie St. Marien in Dreieich-Götzenhain (1951) auffiel, markiert Heilig Kreuz einen Schritt hin zu einer qualitätvollen, deutlich modernen, einem urbanen Umfeld angemessenen Formensprache. In ihrem hervorragenden Erhaltungszustand und gekonnten Zusammenspiel aus Bau und Ausstattung gehört die Kirche künstlerisch mit zum Besten, was die katholische Kirchenmoderne in der Region Offenbach nach 1945 hervorgebracht hat.


Als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.

Legende:

Kulturdenkmal nach § 2 Abs. 1 HDSchG
Kulturdenkmal (Gesamtanlage) nach § 2 Abs. 3 HDSchG
Kulturdenkmal (Grünfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG
Kulturdenkmal (Wasserfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG
Weitere Symbole für Kulturdenkmäler nach § 2 Abs. 1 HDSchG:
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Jüdischer Friedhof
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Grenzstein
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