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Hochtaunus
Kronberg
  • Gesamtanlage Siedlung Roter Hang
Gesamtanlage

Die naturnah im Norden Kronbergs am Südhang des Altkönigs gelegene Siedlung folgt in ihrer Topografie dem Geländeverlauf und entstand nach dem Vorbild der Siedlung „Halen" bei Bern. Drei Haustypologien sind zu unterscheiden: Am höchsten Punkt stehen viergeschossige Mehrfamilienhäuser. Das Zentrum bilden eingeschossige L förmig ausgerichtete Terrassen-Bungalowbauten. Im Süden begrenzen zweigeschossige Reihenhäuser und Sammelgaragen das Areal. Verbunden sind diese mit (auto-)freien Fußgänger- bzw. Treppenwegen.

Geplant und entstanden ist die Siedlung Roter Hang von 1968 bis 1974 mit der Intention, eine Siedlung für Mitarbeiter und Gäste des Elektrogeräte-Herstellers Braun, der sich bereits 1958 das Vorkaufsrecht für das Grundstück sicherte, zu errichten. Zuvor war die Firmenzentrale etappenweise nach Kronberg verlagert worden. Braun-Designer Dieter Rams war entscheidend an den Planungen und der Gestaltung beteiligt, bis sich die Firma Braun ab 1962 sukzessive aus dem Projekt zurückzog. Fortan leitete der Königsteiner Architekt Rudolf Kramer die Planungen. Tatsächlich siedelten nur vier Braun-Mitarbeiter am Roten Hang an. Darunter auch Braun Designer Dieter Rams, der zwei der Typenbungalows zum Wohn- und Atelierhaus verband und einen Pool im Außenbereich integrierte. Der L-Typus der Bungalows ermöglicht für jede Wohneinheit einen zugehörigen Garten. Die flach gedeckten Typenbungalows entstanden in Massivbauweise aus Stahlbeton und Ytongsteinen. Die zweigeschossigen Reihenbungalows im Süden sind in vergleichbarer Konstruktionsweise ausgeführt. Die viergeschossigen Stahlbetonbauten im Norden sind ebenfalls nach Plänen von Kramer von der IBM-Unterstützungskasse Böblingen mit Kramer und dem Projektentwickler Grün & Bilfinger errichteten worden. Die Fassaden der gestaffelten Mehrfamilienhäuser in der Viktoriastraße 4-10 sind mit Klinkerplatten verkleidet; betonsichtig die tragenden Elemente. Die Flachdächer der Siedlung sind mit einer Kiesschütt/-press-Deckung versiegelt. Die Verbindungswege innerhalb der Siedlung sind mit einer Betonsteinpflasterung in Kleeblattform gestaltet. Eine Besonderheit ist das Wohn- und Atelierhaus Rams: ein Zusammenschluss zweier Bungalows zu einem langestreckten L, ergänzt durch einen Pool im Gartenbereich.

Nach Schweizer Vorbild entwickelten Kramer und Rams ein harmonisches Gesamtkonzept: eine zeitgemäße und ökonomische Gestaltung mit kompakter und wirtschaftlicher Anordnung der Baukörper, Naturbezug in und um die Siedlung und eine gelungenen Ausnutzung der topografischen Lage am Hang durch die Terrassenbauweise. Mit der kompakten und wirtschaftlichen Anordnung der Baukörper und der daraus resultierenden hohen Aufenthaltsqualität ist die Siedlung ein positives Beispiel für eine einheitlich geplante und weitgehend unverändert erhaltene Siedlung im Stile der Architektur der 1960er-Jahre in Deutschland. Ebenso sind die bauzeitlichen Details von großem Wert für das Erscheinungsbild und die Geschlossenheit der Siedlung.

Anm.: Einer der bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller der 1960er / -  70er-Jahre, Peter Handke, hat einige Jahre in der Siedlung „Roter Hang" gewohnt und sein viel beachteter Roman „Die linkshändige Frau" von 1976 handelt in der „terrassenförmig angelegten Bungalowsiedlung am südlichen Abhang eines Mittelgebirges, gerade über dem Dunst einer großen Stadt".

Die im Geist des Neuen Bauens bis 1974 entstandene Siedlung ist aus bau- und siedlungsgeschichtlichen sowie künstlerischen Gründen nach § 2 Abs. 3 Hess. Denkmalschutzgesetz als Gesamtanlage im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.


Kulturdenkmal aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen.

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Kartenmaterial Datengrundlage (ALKIS): Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

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