Märkerwaldstraße 106, Scheune
Märkerwaldstraße nach Nordosten
Hintergasse nach Westen
Hintergasse 24
Märkerwaldstraße nach Nordosten
Märkerwaldstraße, Blick zur Kirche
Hintergasse nach Norden
Märkerwaldstraße 129
Märkerwaldstraße 97
Hintergasse 5
Märkerwaldstraße nach Südwesten
Hintergasse 7/9
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Bergstraße, Landkreis
Bensheim
Gronau
  • Am Römer, Hambacher Straße, Hintergasse, In der Baumreihe, Märkerwaldstraße
Gesamtanlage Ortskern Gronau

Am Römer

Hambacher Straße 2 (Ostseite)

Hintergasse

In der Baumreihe (Nordseite)

Märkerwaldstraße 69-131 (Südseite), 78A -124 (Nordseite)

Die Gesamtanlage des Bensheimer Stadtteiles Gronau besteht aus dem historischen, im Tal des Meerbachs konzentrierten Ortskern. Dieser setzt sich zusammen aus einem haufendorfähnlichen Siedlungsbereich, der sich - bedingt durch den bogenförmigen Verlauf des Baches - halbkreisförmig nördlich von Kirche und dem ehemaligen "Hof" (Märkerwaldstr. 87) erstreckt, und einem daran nach Nordosten anschließenden Siedlungsbereich, der mit seiner regelmäßigen Reihung giebelständiger Wohn- und Wirtschaftsgebäude den Charakter eines typischen Straßendorfes hat. Begrenzt wird die Gesamtanlage im Süden vor allem durch den Verlauf der Straße In der Baumreihe, die an der großen Grundstücksparzelle des "Hofes" und am 1782/83 eingerichteten Friedhof vorbeiführt, sowie durch die noch zur Gesamtanlage zählenden regelmäßigen Gartenparzellen "Ober den Gärten". Auf der gegenüberliegenden Hangseite schließt sie die Gebäudeparzellen der nördlichen Hintergasse mit ein sowie die ebenfalls regelmäßigen, unmittelbar noch zu den Höfen gehörigen Gartenparzellen "Hinter den Zäunen", ein Hinweis auf den alten, um das Dorf verlaufenden Bannzaun. Die westliche Grenze liegt im Bereich des schmucken Fachwerkhauses Märkerwaldstr. 71 mit den beiden aneinandergrenzenden, giebelständigen Backhäusern, im Osten bildet das optisch riegelartig den geraden Straßenverlauf sperrende Wohnhaus Märkerwaldstr. 131 den Abschluss.

Als Keimzelle und Zentrum Gronaus ist der "Römer" genannte, von einer Dorflinde bestandene platzartige Bereich zwischen der ev. Pfarrkirche und dem alten Rathausbau anzusehen. Hier muss sich neben dem mittelalterlichen Vorgängerbau des heutigen klassizistischen Kirchengebäudes bereits vor 1387 die südlich anschließende Anlage des Hofes befunden haben. Hier stand auch, auf dem Platz vor dem heutigen, spätklassizistischen Rathausbau, Gronaus erstes Rat- und Schulhaus, ein interessanter Fachwerkbau mit offener Halle im Erdgeschoss. Für den Platz, der heute von der rege befahrenen Straße durchschnitten wird, sind noch die Fachwerkhäuser Am Römer 1 und Märkerwaldstr. 83 sowie das ehemalige Lehrerwohnhaus Märkerwaldstr. 86 konstituierend. Das unmittelbar vor dem Kirchenaufgang stehende Fachwerkwohnhaus Märkerwaldstr. 85, das ehem. Gasthaus "Zur Traube", musste wegen seiner schlechten Bausubstanz einem entsprechenden, der Umgebung angepassten Neubau weichen.

Um diesen Platzraum, vor allem nördlich und östlich, haben sich um 1500 wahrscheinlich bereits 30-34 Wohnplätze in der oben umrissenen Weise gruppiert. Es waren zumeist Hubenbauernhöfe, wie sie in ihrer stattlichen erneuerten Form heute noch das Ortsbild charakterisieren. Diese meist als Einzeldenkmäler ausgewiesenen Höfe sind in der Regel zwei- oder dreiseitig angelegt und zur Straße bzw. zum Bachlauf offen. Vereinzelt gibt es auch Streckhöfe wie beispielsweise das Anwesen Mäkerwaldstr. 117 zeigt. Die Fachwerkwohnhäuser und Scheunen sind jedoch bis auf wenige Ausnahmen alle giebelständig zur Straße ausgerichtet. Charakteristisch für das Straßenbild ist auch der offene Bachlauf, wobei die Einbettung mit Granitsteinen erst unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg erfolgt sein muss; zumindest gibt die Jahreszahl 1913 in einem Stein in der Stützmauer einen Hinweis auf diesen Zeitraum. Der offene Bachlauf machte die zahlreichen Stege erforderlich, die zur Erschließung der südlich gelegenen Höfe notwendig sind. Die heutigen Betonstege haben meist die alten Bogenbrücken aus Granit ersetzt, über deren schlichte Gestaltung man sich heute nur noch an einem Beispiel, der sogenannten Striethbrücke bei der Dingeldeinsmühle (Märkerwaldstr. 2), ein Bild machen kann. Ein wichtiger historischer Brückenbau hat sich noch an der Stelle erhalten, wo die Straße Am Römer den Bachlauf kreuzt. Hier handelt es sich jedoch um eine Sandsteinbogenbrücke, die wohl im 19. Jh. entstanden ist.

Neben den vielen einzeln aufzuführenden Kulturdenkmälern Gronaus gibt es innerhalb der Gesamtanlage zahlreiche weitere Gebäude, die von orts- und baugeschichtlicher Bedeutung, aber auch von ortsbildbestimmender Wirkung sein können. Dazu zählt die ehemalige, den Straßenraum einengende Scheune Märkerwaldstr. 108, die heute zu einem Atelier umgebaut ist. Bemerkenswert ist auch die mächtige, den östlichen Rand der Gesamtanlage am Eingang der Pitz beherrschende Scheune des Anwesens Märkerwaldstr. 129, die laut Balkeninschrift 1893 für Ludwig Keil aufgeschlagen wurde. Das heute dazugehörige Wohnhaus unmittelbar am Bach ist ein gestelzter, verkleideter und wohl nachträglich erweiterter Bau mit verschnittenen Satteldächern. Er dürfte in die Mitte des 19. Jhs. zurückgehen und soll ein Ausgedingehaus gewesen sein.

Eine interessante Bautengruppe befindet sich östlich der Kirche, das so genannte Baueck, dessen Bestandteile - Wohnhäuser und Schuppen - bis auf das wohl ins frühe 18. Jh. zurückreichende Haus Märkerwaldstr. 95 stark überformt und modernisiert sind.

Dem Baueck gegenüber liegt innerhalb eines großen umfriedeten Gartengeländes das 1914/ 15 errichtete Pfarrhaus, das einen alten, unmittelbar an der Straße stehenden Vorgängerbau von 1722 ersetzte. In modifizierter Form wurde jener Bau an der Kreuzer Straße wiedererrichtet (Nr. 3). Ein religiös genutztes Anwesen war wahrscheinlich auch das unauffällige Gebäude Hintergasse 7, dessen hinterer Wohnteil vermutlich sehr alt ist. Im Innern sollen sich eine Stuckdecke sowie Nischen und Wandschränke befinden. Die lokale Forschung bringt mit dem Gebäude eine Bruderschaft in Verbindung, die sich um 1500 in Gronau konstituiert haben soll. Möglicherweise hatte sie ihren Sitz in dem Gebäude. In leicht erhöhter Lage befindet sich an der Hintergasse noch ein kleines Fachwerkhäuschen mit Satteldach (Nr. 24), das mit seiner bescheidenen Konstruktion als Beisassenhaus charakterisiert werden kann.

Das Ortsbild Gronaus ist nur wenig durch Baulücken oder Neubauten gestört, eine Fehlstelle ist jedoch unmittelbar östlich der Kirche durch den Abriss des Hofes Märkerwaldstr. 91 entstanden. Das Fachwerkwohnhaus soll ein Rauchhaus gewesen sein, wie auch die beiden abgebrochenen Fachwerkhäuser Hambacher Str. 1 und Märkerwaldstr. 125, von denen letzteres den einzigen Neidkopf des Dorfes, eingeschnitzt in einen der beiden straßenseitigen Eckständer, besessen hat. Am westlichen Eingang des alten Dorfkernes stand lange auch das 1717 erbaute Hirtenhaus von Gronau, das durch das inzwischen auch schon kulturhistorisch interessant gewordene Spritzenhaus (Märkerwaldstr. 77) ersetzt wurde.

Die im wesentlichen von stattlichen Fachwerkhofanlagen des 17. und 18. Jhs. geprägte Gesamtanlage mit ihren beiden unterschiedlichen, in ihren Ausformungen vom Verlauf des Meerbaches bestimmten Bereichen ist von besonderer siedlungs- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung. Im Kreis Bergstraße gibt es nur noch wenige Ortskerne, die sich in ihrer Grundstruktur und ihrem Baubestand so hervorragend erhalten haben.


Als Gesamtanlage nach § 2 Absatz 3 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.

Legende:

Kulturdenkmal nach § 2 Abs. 1 HDSchG
Kulturdenkmal (Gesamtanlage) nach § 2 Abs. 3 HDSchG
Kulturdenkmal (Grünfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG
Kulturdenkmal (Wasserfläche) nach §2 Abs. 1 oder § 2 Abs. 3 HDSchG
Weitere Symbole für Kulturdenkmäler nach § 2 Abs. 1 HDSchG:
Wege-, Flur- und Friedhofskreuz, Grabstein
Jüdischer Friedhof
Kleindenkmal, Bildstock
Grenzstein
Keller bzw. unterirdisches Objekt
Baum
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